Spezialitäten vom Braumeister: Kampfansage an den sinkenden Bierumsatz

Spezialitäten vom Braumeister: Kampfansage an den sinkenden Bierumsatz

Der Bierkonsum in Deutschland geht zurück. Neben den Brauereien müssen sich auch die Händler Sorgen machen. Eine Firma aus Mecklenburg-Vorpommern sucht nun mit Edelbieren einen Ausweg.

Die Deutschen trinken weniger Bier, seit Jahren geht der Absatz kontinuierlich zurück. Das hat mehrere Gründe: Die Einwohnerzahl sinkt und die Trinkgewohnheiten ändern sich. „Die klassische deutsche Bierkultur, beispielsweise das Bier mit Freunden in der Kneipe, ist auf dem Rückmarsch“, sagt Rüdiger Schult, Bezirksverkaufsleiter der Handelskette Getränkeland mit Sitz in Elmenhorst bei Rostock.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind in den Brauereien und im Handel spürbar. „Bier ist mit einem Anteil von 50 Prozent der Umsatzbringer, aber um die Stammkundschaft halten zu können, müssen wir den Kunden mehr bieten“, sagt Schult. Denn wie anderen Fachmärkten sitzt Getränkeland die Konkurrenz der Discounter im Nacken. Mit 140 Filialen im ganzen Norden hat sich der Mittelständler über die Jahre hinweg ein Umsatzniveau von 100 Millionen Euro erwirtschaftet.

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Der Trend im Handel geht in Richtung Spezialisierung. „Als Fachmarkt suchen wir links und rechts Spezialitäten. Das können die Discounter nicht“, sagt Schult. So bietet Getränkeland seit kurzem Biere an, die bis zu 20 oder 30 Euro kosten können - nicht für den Kasten, für die Flasche. Viele der Biere kommen aus den USA. Sie bieten besondere Geschmacksrichtungen, teils wurden sie wie Wein in Eichenfässern gelagert.

„Es ist die Tendenz zu erkennen, dass charakteristischere Biere auf den Markt gebracht werden“, sagt der Sprecher des Deutschen Brauerbunds, Marc-Oliver Huhnholz. Sie haben entweder mehr Stammwürze, einen höheren Hopfenanteil oder mehr Alkohol. Es gibt aber auch immer mehr kleine oder mittelständische Brauer, die beispielsweise einen „Selektions-, Jahrgangs oder Sonderbier“ anbieten. „Da steckt viel Herzblut drin.“

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Es sei eine Bereicherung des Marktes, auf dem die Kunden unter 5000 Biermarken in Deutschland und eine hohe Geschmacksvielfalt entscheiden können. „Deutschland ist eine Biernation, aber der Marktanteil der exklusiven und teuren Bieren liegt im homöopathischen Bereich“, sagt Huhnholz.

Der Sprecher des Deutschen Lebensmittelhandels, Christian Böttcher, sieht durchaus gute Chancen für das Konzept. „Wenn man das mit dem richtigen Marketingkonzept angeht, hat es gute Erfolgschancen.“ Denn Bier habe nicht das Image eines Edelgetränks. Dem ein wenig nachzuhelfen, schade auf keinen Fall.
„Ich erhoffe mir keine großen Umsatzsprünge“, sagt Schult. Es gehe eher darum, neue Kundenkreise zu erschließen. „Auch Weintrinker geben gerne mal 30 oder 40 Euro für die Flasche aus - warum nicht auch für ein edles Bier?“

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