Spielzeug und Kosmetika: Gefährliche Produkte in Europa werden mehr

Spielzeug und Kosmetika: Gefährliche Produkte in Europa werden mehr

Europas Produktkontrolleure haben im vergangenen Jahr wieder mehr Produkte aus dem Verkehr gezogen, die gesundheitsgefährdend waren. Besonders häufig sind es Kosmetika und Spielzeug.

In Europa tauchen immer öfter gesundheitsschädliche Produkte wie gefährliche Spielsachen oder giftige Kleidung auf. Das zeigt der Jahresbericht 2014 des Schnellwarnsystems „Rapex“, den die EU-Kommission am Montag vorstellte. Im vergangenen Jahr zogen Kontrolleure in den 28 EU-Staaten sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein insgesamt 2.435 solcher Produkte aus dem Verkehr - fast vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Den größten Anteil machten 2014 Spielsachen, Kleidung, Textilien und Mode-Accessoires aus. Verbraucher könnten sich daran verletzen oder müssten giftige Chemikalien fürchten. So stellen beispielweise lose Teilchen und Schnüre eine Gefahr für Kleinkinder dar. Außerdem enthielten einige der Waren krebs- oder allergieerregende Stoffe.

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Schadstoffe in Spielzeug

  • Gefahr im Kinderzimmer

    Weil Puppen, Teddys, Kreide oder Seifenblasen teils Chemikalien enthalten, kann Spielzeug krank machen. Einige Substanzen sind im Extremfall sogar unmittelbar gefährlich. Ein Überblick über gefährliche Schadstoffe:

  • Blei

    Blei und seine Verbindungen kommen in Farben und Kunststoffen vor. Es wird auch in Batterien und als Lötmetall verwendet. Das Schwermetall ist giftig, egal ob es über den Mund, die Atemwege oder die Haut in den Körper gelangt. Wer Blei über längere Zeit aufnimmt, wird blass, schwach, müde und leidet an Appetitlosigkeit. Seltene akute Bleivergiftungen rufen Koliken und Erbrechen hervor und können zum Tod führen. Weitaus häufiger sind jedoch schleichende Schäden: Bei Kindern kann die geistige Entwicklung zurückbleiben. Einige Bleiverbindungen wirken auch krebserregend.

  • Quecksilber

    Quecksilber reagiert im Körper mit lebenswichtigen Enzymen und hemmt deren Wirkung. Es kann zu Erbrechen und Durchfall führen, bei längerer Aufnahme auch zu Seh- und Gedächtnisstörungen. Gelangt das giftige Schwermetall in die Umwelt, kann es von Mikroorganismen in Verbindungen umgewandelt werden, die das zentrale Nervensystem schädigen und schlimmstenfalls zum Tod führen. Quecksilber wird unter anderem für Neonröhren, Energiesparlampen und Batterien verwendet. Die Verbindung Quecksilberchlorid kommt bei der Porzellanmalerei vor und wird als Desinfektionsmittel eingesetzt.

  • Arsen

    Arsen wird für Metall-Legierungen, in der chemischen Industrie und zur Herstellung von Spezialglas und Halbleitern eingesetzt. Akute Vergiftungen führen zu blutigen Brechdurchfällen, Kreislaufkollaps und Atemlähmung. Gelangt Arsen in kleinen Mengen über längere Zeit in den Körper, kann es Störungen des Nervensystems und Krebs verursachen.

  • Antimon

    Antimon wird als krebserregend eingestuft. Bei Antimon-Vergiftungen zeigen sich mit Hautreizungen, Magenkrämpfen und Durchfall sowie Herz- und Kreislaufproblemen ähnliche Symptome wie bei Arsen. Ins Kinderzimmer kommt das Element als Flammschutzmittel oder über Spielzeug aus Polyester.

  • Barium

    Barium kann über flüssige Materialien wie Farbe auf Spielzeug geraten. Vergiftungen mit der Substanz können zu Bluthochdruck führen und sich negativ auf die Nierenfunktion auswirken. Werden größere Mengen aufgenommen, können Erbrechen, Schwindel, Darmkoliken und Herzrhythmusstörungen die Folge sein.

Die steigenden Zahlen sind laut EU-Verbraucherkommissar Neven Mimica eine Folge strengerer Kontrollen: "Rapex zeigt, dass Europa wachsam ist. Das Schnellwarnsystem ist Ausdruck einer erfolgreichen Zusammenarbeit von nationalen Behörden und EU-Institutionen zum Wohl unserer Bürger."

Großteil der Waren kommt aus China

Fast zwei Drittel der Waren kamen laut dem Bericht aus China. Eine Konsequenz für die EU-Kommission: In Sachen Vebraucherschutz soll enger mit den chinesischen Behörden zusammengearbeitet werden, um in Zukunft zu verhindern, dass verbraucherschädliche Produkte überhaupt auf den europäischen Markt gelangen.

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Von den als gefährlich gemeldeten Artikeln kommen gerade einmal 15 Prozent aus der EU. Aus Deutschland waren es insgesamt 361 Meldungen - etwa zwei Prozent der Gesamtbilanz. Alle Produkt, die bei Rapex genannt werden, wurden zurückgerufen oder vom Markt genommen. In der Bundesrepublik waren den Kontrolleuren insbesondere falsch konstruierte Produkte aufgefalle. Ein Beispiel war der Audi A8, bei dem das Glasscheibendach zerfiel oder ein Tojota, dessen Tank leckte.

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