Spohr zum Übernahme-Angebot: Lufthansa verzichtet auf Langstrecken-Jets von Air Berlin

Spohr zum Übernahme-Angebot: Lufthansa verzichtet auf Langstrecken-Jets von Air Berlin

, aktualisiert 21. September 2017, 09:25 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Am Montag wird die Entscheidung verkündet, wer den Zuschlag für welche Teile der insolventen Air Berlin erhält. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr erläutert, auf welche Flugzeuge es seine Airline abgesehen hat.

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Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa gibt Details zu den Air-Berlin-Plänen preis.

FrankfurtDie Lufthansa rechnet sich trotz ihres hohen Marktanteils in Deutschland gute Chancen für eine Übernahme von bis zu 80 der insgesamt 144 Flugzeuge der insolventen Air Berlin aus. „Viel mehr werden wir kartellrechtlich gar nicht machen können“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwochabend in Frankfurt. Einschließlich aller Umsteigflüge habe die Lufthansa-Gruppe in Deutschland einen Marktanteil von 34 Prozent. Dieser Wert werde auch für die Kartellbehörden entscheidend sein. „Deshalb sind wir optimistisch, dass das, was wir uns vorstellen, genehmigungsfähig ist“, sagte Spohr.

Eine Entscheidung darüber, ob die Lufthansa bei der erwarteten Aufteilung von Air Berlin in diesem Umfang zum Zug kommt, sei nach der wichtigen Sitzung des Gläubigerausschusses am Donnerstag dann am Montag zu erwarten.

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Neben der Kranich-Airline gehören auch Easyjet, Condor, die British-Airways-Mutter IAG sowie die Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl und Niki Lauda zum Bieterkreis. Die Lufthansa hatte als erstes ihr Konzept für einen Teilkauf der Mitte August insolvent gegangenen Air Berlin vorgelegt, was der Erzrivale Ryanair als abgekartetes Spiel mit der Bundesregierung kritisiert hatte.

Spohr nannte erstmals offiziell Details seiner Offerte: Priorität habe für die Lufthansa, sich die 38 Maschinen von Air Berlin zu sichern, die schon für die Lufthansa-Tochter Eurowings geleast wurden. Dazu sollten 20 bis 40 weitere Maschinen für Kurz- und Mittelstrecken kommen. „Wir glauben, durch die Entwicklung in Berlin voraussichtlich bis zu 3000 neue Mitarbeiter begrüßen zu dürfen“, sagte Spohr. Das sei angesichts der Belegschaft von derzeit rund 130.000 bei Lufthansa eine riesige Zahl.

Für die mittlerweile schon größtenteils stillstehenden Langstreckenmaschinen der Air Berlin habe er nicht geboten, ergänzte Spohr. Die Langstrecke bei Eurowings solle in Düsseldorf und Berlin aus eigener Kraft wachsen. In den vergangenen zwölf Monaten seien im Konzern bereits 40 neue Flugzeuge angeschafft worden. Auch in den kommenden Jahren solle fast jede Woche eine Neuanschaffung zum Ausbau oder Ersatz alter Maschinen hinzukommen.

Der Dax-Konzern hat sich Spohr zufolge sowohl auf ein Gelingen als auch auf ein Scheitern des Air-Berlin-Verkaufs vorbereitet. „Diese 20 bis 40 werden wir sowieso darstellen“, sagte Spohr. „Wir werden unseren Marktanteil erweitern.“ Der Lufthansa-Chef bekräftigte, dass es in der „am stärksten zersplitterten Branche“ eine Konsolidierung geben müsse. Dabei wolle die Lufthansa eine aktive Rolle spielen. Das Selbstbewusstsein des deutschen Marktführers ist nach zwei Jahren mit Rekordgewinnen gewachsen. Spohr ist auch für 2017 nach eigenen Worten zuversichtlich. An seiner guten Laune sei zu erkennen, „dass natürlich dieses Jahr noch deutlich besser läuft als schon die letzten beiden Rekordjahre.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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