Sponsoring wird zum Verhängnis: Neue Anklage gegen Thomas Middelhoff

Sponsoring wird zum Verhängnis: Neue Anklage gegen Thomas Middelhoff

, aktualisiert 14. Januar 2015, 13:42 Uhr
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Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Arcandor, Thomas Middelhoff, wird erneut angeklagt

Thomas Middelhoff soll vor kurz seinem Abtritt als Chef von Arcandor ein Sponsoring an die Universität Oxford veranlasst haben. Der angeschlagene Konzern hat dafür keine Gegenleistung erhalten.

Neuer Ärger für Thomas Middelhoff: Die Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität hat gegen den früheren Topmanager vor dem Essener Landgericht eine weitere Anklage erhoben.

Im Raum steht erneut der Vorwurf der Untreue zulasten des ehemaligen Karstadt Mutterkonzerns Arcandor, wie Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek am Mittwoch sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ, Mittwochausgabe).

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Die besten Zitate von und über Thomas Middelhoff

  • Hintergrund

    Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff musste sich einem knappes halbes Jahr vor dem Essener Landgericht wegen des Vorwurfs der Untreue verantworten. Eine Übersicht von Zitaten rund um die Ereignisse der vergangenen Monate.

  • Die Katze auf dem heißen Blechdach

    „Ich bin wie die Katze übers Dach. Ich musste drei Meter tief auf eine Garage springen und dann noch einmal drei Meter auf die Straße.“
    (Middelhoff über seine filmreife Flucht vor Fotografen nach einem Termin bei einem Gerichtsvollzieher in Essen Ende Juli, bei dem er seine Vermögensverhältnisse hatte offenlegen müssen)

  • Apocalypse Now

    „Das ist wie ein apokalyptischer Traum.“
    (Middelhoff zu Pfändungsversuchen von Gläubigern am Rande seines Untreue-Prozesses vor dem Essener Landgericht)

  • Arbeit, Arbeit, Arbeit

    „Er hat eigentlich immer gearbeitet, immer, immer.“
    (Middelhoffs Gattin Cornelie Middelhoff als Zeugin vor Gericht zur Arbeitsbelastung ihres Mannes)

  • Das fliegende Büro

    „Das war ein fliegendes Büro für ihn.“
    (Ein früherer Mitarbeiter Middelhoffs als Zeuge vor Gericht zu den umstrittenen Charterflügen seines Ex-Chefs)

  • Stau

    „Stau war das Schlimmste für ihn.“
    (Der langjährige Fahrer des Managers als Zeuge vor Gericht)

  • Der Schaden des Thomas M.

    „Mir und meiner unternehmerischen Tätigkeit ist großer Schaden zugefügt worden.“
    (Middelhoff zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn, die er als „uferlos“ und „unverhältnismäßig“ empfindet)

  • Von Gott gegeben

    „Ich habe mich nie als Controllerin meines Chefs gesehen.“
    (Eine ehemalige Sekretärin des Managers, die sagte, sie habe Middelhoffs Entscheidungen als „gottgegeben“ hingenommen.)

Die Ermittlungsbehörde wirft dem seit zwei Monaten in Untersuchungshaft sitzenden 61-Jährigen vor, die Verantwortung dafür zu tragen, dass der finanziell ohnehin angeschlagene Konzern noch im Februar 2009 - also unmittelbar vor Middelhoffs Ausscheiden aus dem Unternehmen - insgesamt 800.000 Euro als Sponsoring an die britische Universität Oxford überwies. Bienioßek sagte, es bestehe der Verdacht, dass der Zahlung kein entsprechender Gegenwert für das Unternehmen gegenüber gestanden habe.

Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller wollte zu der neuen Anklage keine Stellung nehmen. Middelhoff selbst hatte das Sponsoring in der Vergangenheit damit gerechtfertigt, dass „talentierte, englischsprachige Führungsnachwuchskräfte für den Konzern gewonnen werden“ sollten.

In einem Zivilprozess hatte das Landgericht Essen im September 2013 Middelhoff bereits dazu verurteilt, dem Insolvenzverwalter des Arcandor-Konzerns Schadenersatz für den Sponsoring-Vertrag zu leisten, da die Zahlung vom Konzernvorstand nicht ordnungsgemäß gebilligt worden sei. Middelhoff hat allerdings Berufung gegen das Urteil eingelegt.

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In dem Zivilverfahren war er dazu verurteilt worden, dem Insolvenzverwalter des Konzerns insgesamt rund 3,4 Millionen Euro zu zahlen. In dieser Summe sind neben dem Oxford-Sponsoring auch Flugkosten und hohe Bonuszahlungen enthalten, die der Manager nach Auffassung des Gerichts zu Unrecht erhielt. Der Fall wird zurzeit in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht Hamm verhandelt. Ein Urteil steht noch aus.

Middelhoff sitzt zurzeit in Untersuchungshaft. Der Manager war im November 2014 vom Essener Landgericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er nach Auffassung des Gerichts private Flüge und eine Festschrift zu Unrecht vom Konzern bezahlen ließ. Noch im Gerichtssaal war er wegen Fluchtgefahr verhaftet worden. Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig, da Middelhoffs Anwälte Revision eingelegt haben. Middelhoff hat die Vorwürfe stets bestritten.

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