Sportartikel: Adidas tritt auf der Stelle

ThemaSport

Sportartikel: Adidas tritt auf der Stelle

Bild vergrößern

Adidas muss zusehen, wie Konkurrent Nike davonzieht.

von Peter Steinkirchner

Europas größter Sportkonzern setzt voll auf die Fußball-WM und hofft auf einen starken Endspurt im vierten Quartal, um den US-Konkurrenten Nike nicht noch weiter davonziehen zu lassen.

Ein wenig ist das wie bei dem 100-Meter-Sprinter, der gut trainiert hat und heiß ist auf das Rennen, bei dem sich aber beim Knall der Startpistole der Schnürsenkel am Startblock verheddert: Ausgerechnet im Wachstumsmarkt Russland rennt Adidas dem größeren Konkurrenten Nike hinterher. Der Grund: Es hakt in einem Distributionszentrum im Örtchen Tschechow, 80 Kilometer südlich von Moskau.

Der Stau im Lager hat Folgen für Europas größten Sportkonzern. Statt die nach eigenen Angaben vorhandene Nachfrage im Riesenreich nach Sportschuhen und Trikots, Sneakern und Kapuzenpullis komplett bedienen zu können, muss Adidas zusehen, wie Konkurrent Nike davonzieht und seinerseits Boden gut macht in Russland, dem hinter China und den USA drittgrößten Sportartikelmarkt der Welt. Bitter für Adidas-Chef Herbert Hainer und einer der drei Gründe für die jüngste Gewinnwarnung des lange Erfolg gewohnten Dax-Konzerns und den Umsatzrückgang im gerade abgeschlossenen dritten Quartal. In den ersten neun Monaten des Jahres sank damit der Umsatz des Sportartikel-Riesen um vier Prozent auf etwas mehr als elf Milliarden Euro. Das gaben die Franken heute bekannt.

Anzeige

Dazu trugen negative Währungseffekte ihren Teil bei – Rubel, Yen, Brasiliens Real, Argentiniens Peso sowie die türkische Lira und der australisch Dollar werteten im August und September gegenüber dem Euro ab – gleichzeitig schlug die Schwäche des lange Zeit erfolgsverwöhnten Golfmarktes bei den Herzogenaurachern ins Kontor.

Beim US-Konkurrenten Nike, der unter anderem weniger stark mit dem Währungsthema zu kämpfen hat und bei weitem nicht so stark im Golfgeschäft engagiert ist wie die Herzogenauracher, sehen die aktuellen Zahlen dagegen um vieles besser aus. Um satte 38 Prozent stieg der Überschuss im jüngsten Geschäftsquartal des Konzerns aus Oregon auf 780 Millionen Dollar, umgerechnet fast 580 Millionen Euro; er übertraf damit die Erwartungen der Experten. Das dürfte sich fortsetzen, denn der Häkchen-Konzern meldet zudem zehn Prozent höhere Bestellungen als vor einem Jahr.

Vor allem im Heimatmarkt legten die Amerikaner um neun Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu, aber auch im krisengebeutelten Europa stieg der Umsatz um acht Prozent. Im deutschen Handel etwa heißt es, das Nike insbesondere mit seinem flexiblen Laufschuh Nike Free, der im Laden ab 110 Euro kostet, den Nerv der Konsumenten präzise getroffen hat: „Der Schuh verkauft sich wie geschnitten Brot“, sagte ein Händler. Dennoch, heißt es im Handel, behaupte Adidas seine Marktführerschaft in Deutschland wie auch in Europa. Dennoch schmerzt die Panne in Russland, wo Konkurrent Nike zweistellig wuchs.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%