Sportartikel: Der große Sneaker-Hype

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Sportartikel: Der große Sneaker-Hype

von Jana Reiblein

Der limitierte "Nike Air Yeezy II" schrieb Geschichte in Sachen Turnschuh-Verrücktheit. Rund um den Globus campten Fans vor den Läden, um ein Paar zu ergattern. Unter Sammlern sind die Sneaker Tausende Euro wert. Doch was bringt der Hype eigentlich Herstellern und Händlern?

Der Sneaker, der vom US-Rapper Kanye West entworfen wurde, entfachte einen unvergleichlichen Hype: Schon Tage, bevor der "Nike Air Yeezy II" am 9. Juni, einem Samstag, verkauft werden durfte, campten die Sneaker-Jünger vor ausgewählten Läden rund um den Globus, sei es nun Köln, New York oder Stockholm, die eine begrenzte Stückzahl des limitierten Treters verkaufen durften. Ausgesucht werden sie zum Beispiel, weil sie sich in der Sneaker-Szene einen Namen gemacht haben und schon jahrelang mit den Herstellern zusammenarbeiten.

Auch auf dem Asphalt vor dem Kölner Szene-Schuhladen "The Good Will out" finden sich bereits am Montag, fünf Tage vor Verkaufsstart, die ersten Camper ein, erinnert sich Geschäftsführer Alex Imiela. Richtig voll wird es dann ab Mittwoch. Auf dem Bürgersteig ist kein Durchkommen mehr. Manche der Schuh-Liebhaber haben Zelte aufgebaut, andere schlafen in Campingstühlen oder ausrangierten Bürosesseln. Nur, um ein Paar Turnschuhe zu ergattern.

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Der Laden nutzt den Hype natürlich, um sich ins Gespräch zu bringen. Auf der Geschäftsseite im sozialen Netzwerk Facebook gibt es zahlreiche Fotos von der Camping-Aktion. Sogar das Fernsehen kommt und berichtet über das Event, das zu einem regelrechten kleinen Festival wird. Auch umliegende Läden lassen sich mitreißen, spendieren den Campern Pizza und feiern mit ihnen.

In Köln bleibt alles vorbildlich friedlich

Damit die Aktion nicht aus dem Ruder läuft, gibt es eine Liste, in die die Kaufwütigen sich eintragen können; jeder wird nur ein Paar der 103 Exemplare bekommen, die dem Kölner Laden geliefert wurden. Die Liste ist unumgänglich, so Imiela, es müsse schließlich geordnet und gerecht abgehen, wenn der Laden seine Türen öffnet. Nur so ließe sich verhindern, dass die Massen nicht nach dem Motto "der Schwächere verliert" den Laden stürmen. Wer vorne auf der Liste steht, hat natürlich auch bessere Chancen, noch ein Modell in der richtigen Größe zu ergattern.

Schon einen Tag vor Verkaufsstart ist die Liste voll. Am Samstag drängen sich rund 140 Menschen vor dem Laden, vorrangig junge Männer. Darunter sind natürlich Schaulustige, aber eben auch ein paar Hoffnungsvolle, die darauf warten, dass jemand von der Liste doch nicht mehr da ist und sie nachrücken können. Als es endlich losgeht und der Laden öffnet, bleibt trotzdem alles friedlich.

Leider ist das keine Selbstverständlichkeit: So eskalierte der Markenwahn etwa beim Verkaufsstart des Nike Air Jordan Concord in den USA im Dezember 2011 gewaltsam. Turnschuh-Verrückte prügelten sich in mehreren Einkaufszentren. In New Jersey wurde ein 20-Jähriger niedergestochen, in Kalifornien fielen sogar Schüsse.

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