Sportartikel-Hersteller: Investoren wollen Adidas Reebok abkaufen

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Sportartikel-Hersteller: Investoren wollen Adidas Reebok abkaufen

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Reebok könnte bald wieder eigenständig sein.

Einst hatte Adidas Reebok für mehrere Milliarden übernommen, wurde aber nie glücklich mit der US-Tochter. Jetzt will offenbar eine Investorengruppe für die US-Tochter bieten – jedoch unter dem einstigen Kaufpreis.

Adidas könnte sein Sorgenkind loswerden: Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" will eine Investorengruppe die US-Tochter Reebok für 2,2 Milliarden Dollar abkaufen. Die Offerte stünde unmittelbar bevor.

Die Investorengruppe, zu der die in Hongkong ansässige Beteiligungsgesellschaft Jynwei Capital sowie Fonds mit Verbindungen zu der Regierung von Abu Dhabi gehören sollen, seien der Ansicht, dass Reebok allein besser aufgestellt sei, hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Insider. Ein Sprecher von Jynwei Capital sagte lediglich, die Firma halte ständig Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten. Adidas lehnte eine Stellungnahme ab.

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Größte Sportartikelhersteller der Welt

  • Nike

    25,14 Milliarden Euro

  • Adidas

    14,53 Milliarden Euro

  • VF Corp. (USA)

    11,12 Milliarden Euro

  • New Balance

    2,98 Milliarden Euro

  • Puma

    2,97 Milliarden Euro

  • Under Armour

    2,79 Milliarden Euro

  • Asics

    2,33 Milliarden Euro

  • Quellen

    Unternehmen, eigene Recherche

Für Adidas wäre der Verkauf zu diesem Preis ein Minusgeschäft: Die Franken hatten 2005 für Reebok noch 3,8 Milliarden Dollar gezahlt. Die US-Tochter war lange Zeit Sorgenkind des Herzogenauracher Konzerns, entwickelt sich nach einer Neuausrichtung auf den Fitnesssport aber wieder besser.

Adidas-Aktien stärkster Gewinner im Dax

Dennoch könnte sich der Verkauf lohnen, denn auch die Aktienhändler sehen Adidas ohne Reebok und Reebok ohne Adidas besser aufgestellt. Die Adidas-Aktien notierten in der Spitze rund sieben Prozent fester bei 58,57 Euro und waren der mit Abstand größte Dax-Gewinner.

Die Nachricht werde angesichts des möglichen Kaufpreises erst einmal positiv aufgenommen, erklärte ein Händler. Equinet-Analyst Ingbert Faust geht davon aus, dass die Aktien kurzfristig weiter steigen sollten, wenn das Kaufangebot tatsächlich lanciert und von Adidas auch angenommen werde. Allerdings sei noch unklar, wie eine solche Entscheidung die langfristige Strategie von Adidas in den USA beeinflussen würde.

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Die Aktien des Konzerns hatten zuletzt deutlich gelitten, seit Jahresbeginn kommen sie auf ein Minus von 41 Prozent. Vor allem eine Gewinnwarnung kurz nach der Fußball-Weltmeisterschaft hatte unter den Investoren für Enttäuschung gesorgt.

Nicht nur wegen der Gewinnwarnung hatte der langjährige Adidas-Chef Herbert Hainer zuletzt zunehmend Kummer mit seinen Aktionären. So gab es Spekulationen um einen Einstieg von Hedgefonds bei dem zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt nach Nike. Deren Pläne umfassten Medienberichten zufolge eine Ablösung Hainers und eine Abspaltung von Reebok.

Nach der Gewinnwarnung übten die Eigentümer verstärkt Druck auf die Herzogenauracher aus, die Aktionäre stärker am Vermögen des Traditionsunternehmens zu beteiligen. Erst Anfang Oktober gab Hainer nach und versöhnte Investoren mit der Ankündigung eines milliardenschweren Aktienrückkaufs.

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