Sporthandelskette: Intersport profitiert von weiblichen Fans

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Sporthandelskette: Intersport profitiert von weiblichen Fans

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Frauen treiben die Umsätze von Intersport nach oben - unter anderem weil auch die Damen bei Spielen heute immer häufiger Trikots tragen.

von Matthias Kamp

Während Konzerne wie Siemens und Infineon ihre Prognosen nach unten korrigieren, wächst der Handel mit Sportartikeln ungebremst. Sportbegeisterte Damen leisten dazu einen großen Beitrag.

Franz Julen lehnt sich entspannt zurück. „Um drei bis fünf Prozent wird unser Umsatz in diesem Jahr steigen“, sagt der Chef der Intersport International Corp. (IIC), der Dachgesellschaft der weltweit 5400 Intersport-Händler. Damit hätte die Sport-Handelskette die Zehn-Milliarden-Euro-Schallmauer durchbrochen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz von Intersport bei 9,9 Milliarden Euro. Überall sparten die Menschen in Krisenzeiten, sagt Julen, „beim Sport allerdings zuletzt.“

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Franz Julen Quelle: Pressebild

Franz Julen, Chef von Intersport

Bild: Pressebild

Vor allem der Fußball treibt das Wachstum. Etwa 900 Millionen Euro, sagt Julen, werde Intersport im kommenden Jahr mit Fußballartikeln umsetzen. Ein Jahr später dürfte die Eine-Milliarde-Euro-Grenze durchstoßen werden. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz mit Fußballartikeln bei 850 Millionen Euro.

Sowohl Adidas als auch Nike beliefern Intersport mit Fußballschuhen in eigens für die Sporthandelskette entwickelten Farben. Weltweit spielen inzwischen 80 Fußballstars in Adidas-Tretern mit Intersport-Farbgebung, unter ihnen auch Bayern-Star Arjen Robben.

Die Fußball EM in Polen und der Ukraine wertet Julen, der die Intersport-Gruppe von Bern aus führt, als vollen Erfolg. Die Verkäufe von Sportartikeln wie Trikots und T-Shirts in den EM-Stadien lagen um 46 Prozent über denen von 2008. „Das lag auch daran, dass große Mannschaften wie Spanien, Italien und Deutschland bis zum Schluss dabei waren. Während einer EM liegt der Intersport-Umsatz üblicherweise um fünf bis 15 Prozent über den Umsätzen zu normalen Zeiten.

Etwa ein Drittel seines Umsatzes erwirtschaftet Intersport in Deutschland. Die Sport-Handelskette hat einen exklusiven Vertrag mit der Uefa. Das Abkommen, das noch bis 2018 läuft, sichert Intersport unter anderem Verkaufsflächen in Stadien bei EM- und Champions-League-Spielen. Doch Julen denkt schon weiter. Derzeit verhandelt der Schweizer mit der Fifa, um künftig auch bei Fußballweltmeisterschaften dabei sein zu können.

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Etwa 80 Prozent des Geschäftes bei Intersport entfällt derzeit auf Westeuropa. Doch der Anteil dürfte in den nächsten Jahren schrumpfen. Die Handelskette wächst vor allem in Osteuropa, dem Nahen Osten und Asien. Neun Läden betreibt Intersport inzwischen in Südkorea. Auch in China eröffnet der Händlerverbund Geschäfte. „Bis 2020 wollen wir in Asien 500 Läden haben“, sagt Julen. Der Umsatzanteil, den Westeuropa beisteuert, dürfte bis dahin auf 75 Prozent geschrumpft sein.

Ein weiterer Faktor, der die Umsätze treibt, sind die Verkäufe bei Frauen. „Frauen haben heute mehr Geld als früher und sind unabhängiger“, hat Julen beobachtet. Außerdem trügen weibliche Fans bei Spielen heute immer häufiger Trikots. Daher gibt es die Jerseys inzwischen auch mit Frauen-Schnitt. Auch gingen Frauen heute öfter ins Stadion als früher, so Julen. „Vermutlich auch, weil die modernen Stadien sicherer und sauberer sind.“

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