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Starbucks : Vom Saftladen zum Teehaus

von Nils Rüdel Quelle: Handelsblatt Online

Erst Saft, dann Wein, jetzt Tee: Starbucks blickt weiter über den Kaffee-Tellerrand hinaus und will unter der Marke Tazo den ersten eigenen Tee-Laden eröffnen. Die Verkäufer sollen darin eine aktivere Rolle spielen.

Eine Starbucks-Filiale in Beachwood, Ohio: mehr als nur Kaffee. Quelle: ap
Eine Starbucks-Filiale in Beachwood, Ohio: mehr als nur Kaffee. Quelle: ap

WashingtonDie weltgrößte Kaffeehauskette Starbucks will im Oktober ihren ersten reinen Tee-Shop eröffnen. Der Laden soll statt eines Starbucks-Logos unter der Marke Tazo laufen und mehr als 80 verschiedene Teesorten anbieten. Kunden sollen darin ihre eigenen Getränke zusammenstellen, unterstützt und beraten von Mitarbeitern, die „Tea-Partner“ heißen. Außerdem sollen hochwertiges Gebäck und Süßigkeiten angeboten werden.

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Zunächst plant der Konzern nur einen einzelnen Test-Laden nahe der Zentrale in der US-Westküstenstadt Seattle. Man werde jedoch weitere Verkaufsstellen in Betracht ziehen, „wenn wir eine Gelegenheit sehen, wo der Standort gut passt“, sagte eine Sprecherin der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Die Marke Tazo sei 1,4 Milliarden Dollar wert, und die Firma wolle damit auf dem 95 Milliarden Dollar großen weltweiten Tee-Markt ähnlich stark wachsen wie mit Kaffee. „Wir sehen hier ein riesiges Potenzial“. Starbucks hatte Tazo im Jahr 1999 für 8,1 Millionen Dollar übernommen. Konzernchef Howard Schultz bezeichnete den Kauf im April als „Teil unserer Gesundheits- und Wellness-Initiative“. 

Die Tee-Offensive ist ein weiterer Schritt der Kaffeekette mit ihren 17.000 Verkaufsstellen, mit anderen Produkten unter anderen Marken über das traditionelle Geschäft hinaus zu wachsen. Erst im März hatte Starbucks die erste Filiale der neuen Kette „Evolution Fresh“ gegründet, bei der frisch gepresste Säfte verkauft werden.

Vor kurzem übernahm Starbucks zudem für 100 Millionen Dollar den Backwarenbetrieb Bay Bread, der in seiner Kaffeehauskette „La Boulange“ neben Kaffee gesunde Brötchen und Croissants anbietet. „Das ist eine Investition in unser Kerngeschäft“, hatte Schultz betont. „Nach über 40 Jahren können wir jetzt auch sagen, dass wir Bäcker sind.“


Starbucks wird zum Einzelhandelskonzern

Immer wieder hatte der Konzern zuletzt in einzelnen Filialen mit neuen Produkten außerhalb des Starbucks-Bildes experimentiert. So gab es an einem Standort in Seattle - „Roy Street Coffee And Tea“ – zeitweise Bier und Wein sowie regionale Backwaren. Auch in Manhattan entsteht nach einem Bericht des „New York Magazine“ inmitten des Kaufhauses Macy`s ein solcher „Tarn-Starbucks“.

Firmenchef Schultz hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Starbucks zu einem Einzelhandelskonzern mit mehreren Marken auszubauen. Ab Herbst will Starbucks auch eigene Kaffeemaschinen mit einem Kapsel-System für den Hausgebraucht zu vermarkten. Hersteller der Kapseln ist das deutsche Unternehmen Krüger aus Bergisch Gladbach. Bereits jetzt verkauft Starbucks in den USA die so genannten „K-Cups“.

Nach der schweren Umsatzkrise 2007 bis 2009 gab sich Schultz seither zufrieden mit der Geschäftsentwicklung. „Ich könnte nicht begeisterter oder optimistischer sein über die Zukunft unseres Unternehmens“, sagte er Ende April bei der Vorlage der Zahlen aus dem zweiten Quartal.

Der Umsatz war auch dank neuer Läden um 15 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar gestiegen, der Gewinn kletterte um 19 Prozent auf unterm Strich 310 Millionen Dollar. In einigen Regionen wie  Europa, Naher Osten und Russland verlor der Konzern zwar Geld. Dennoch will Starbucks in diesem Jahr bis zu 1000 neue Filialen gründen.

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