Stellenabbau: Keine Rasenmäher-Methoden bei Karstadt

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Stellenabbau: Keine Rasenmäher-Methoden bei Karstadt

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Karstadt-Personalchef Kai-Uwe Weitz will den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich durchführen, betriebsbedingte Kündigungen kann er jedoch nicht ausschließen

von Henryk Hielscher

Der Karstadt-Personalchef Kai-Uwe Weitz wehrt sich gegen Kritik am geplanten Abbau von 2000 Stellen bei der Handelskette.

WirtschaftsWoche: Herr Weitz, trauen Sie sich derzeit noch in die Karstadt-Kantine in der Hauptverwaltung in Essen?

Weitz: Selbstverständlich, warum auch nicht?

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In der vergangenen Woche hat Karstadt angekündigt 2000 Stellen zu streichen. Als Personalchef sind Sie dafür mitverantwortlich.

Ich kann Sie beruhigen: Wir haben eine gute Stimmung im Haus. Wir haben ja nicht nur über den beabsichtigten Stellenabbau gesprochen, sondern auch über die Rückkehr zum normalen Tarif. Es ist sehr positiv, dass die Gehälter um acht Prozent steigen, dass der Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld endet.

Die Arbeitnehmervertreter sind weniger begeistert und kritisierten ihre Streichungspläne als „völlig falsches Signal sowohl an die Beschäftigten als auch an die Kunden“.

So einfach ist es nicht. Und diese Aussage stammt außerdem auch nicht von unseren Betriebsräten.

Auch die Karstadt-Betriebsräte dürften kaum darüber jubeln, dass rund zehn Prozent der Stellen wegfallen.

Natürlich nicht. Aber mit den Betriebsräten gehen wir in eine normale Diskussion, sie kennen die Betriebswirklichkeit und haben verstanden, dass wir nicht 2000 Leute von heute auf morgen auf die Straße setzen.

Was sonst?

Zunächst: Wir haben keine Pläne, irgendeinen Standort zu schließen. Wir streben die passende Größe für Karstadt mit der Strategie 'Karstadt 2015' an. Wir werden keine Rasenmäher-Methoden anwenden. Stattdessen wollen wir uns gemeinsam mit den Betriebsräten Filiale für Filiale ansehen, die Hauptverwaltung unter die Lupe nehmen und dann entscheiden: Wo gibt es beispielsweise Chancen, dass Leute früher in Rente gehen. Wo gibt es Möglichkeiten für Fortbildungen und welche natürliche Fluktuation haben wir jeweils.

Und was, wenn die sanften Mittel nicht reichen, um 2000 Stellen zu streichen?

Unser klarer Fokus ist ein sozialverträglicher Stellenabbau. Wenn es sein müsste, würden wir aber beispielsweise auch an Transfergesellschaften denken. Und wie gesagt, es wird keine Rasenmäher-Methoden geben. Wir gehen davon aus, das im ersten Jahr 1000 Stellen und im zweiten Jahr nochmals 1000 Stellen betroffen sind.

Schließen Sie betriebsbedingte Kündigungen aus?

Wir werden alles unternehmen, um den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich durchzuführen, aber ich kann selbstverständlich nichts ausschließen.

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