Streik bei Amazon: Wer bis Montag bestellt, bekommt sein Paket bis Weihnachten

Streik bei Amazon: Wer bis Montag bestellt, bekommt sein Paket bis Weihnachten

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Amazon will pünktlich zu Heiligabend liefern.

Der Arbeitskampf bei Amazon geht weiter. Die Gewerkschaft Verdi möchte noch mehr Mitarbeiter mobilisieren. Wie es weitergeht, soll kurzfristig entschieden werden. Doch Amazon beruhigt: Die Geschenke kommen pünktlich.

Die Beschäftigten des Onlinehändlers Amazon wollen ihren Arbeitgeber weiter unter Druck setzen. Sie streiken seit Montag an mittlerweile sechs von insgesamt neun Logistik-Standorten in Deutschland für einen Einzelhandels- Tarifvertrag. Für Mittwoch hat Verdi zur Teilnahme an einer Kundgebung in Koblenz aufgerufen.

Nach 2300 Teilnehmern am Montag und mehr als 2500 am Dienstag erwartete die Gewerkschaft eine weiter steigende Streikbereitschaft in den sechs Logistikzentren in Bad Hersfeld (Hessen), Koblenz (Rheinland-Pfalz), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern), Rheinberg und Werne (beide NRW). Laut Amazon beteiligten sich am Montag 2100 und am Dienstag 2300 Beschäftigte an den Ausständen.

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Online-Boom und Weihnachtsgeschäft für Paketzusteller Quelle: dpa Picture-Alliance

Am frühen Mittwochmorgen versammelten sich vor Beginn der Frühschicht etwa 20 Mitarbeiter an den Werkstoren am größten Standort im osthessischen Bad Hersfeld. Nach Angaben der Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke soll es dort um 9 Uhr eine Abstimmung darüber geben, ob auch am Donnerstag weiter gestreikt werden soll.

Die Paketzustellung der Zukunft

  • Paketzustellung innerhalb eines Wunschzeitraumes

    Bei der Auslieferung der Paketsendungen legen die Kunden vor allem Wert darauf, dass sie zu ihren Alltagsgewohnheiten passt: 37 Prozent der Befragten haben bereits Erfahrungen, ihre Pakete zum Wunschtermin (auch nach Feierabend) nach Hause liefern zu lassen, weitere 40 Prozent würden diese Option gerne nutzen. Die Lieferung zum Wunschtermin ist damit aktuell die erste Wahl der Verbraucher. Viele Versandhändler haben sich diesem Bedürfnis bereits angepasst.


    Quelle: PricewaterhouseCoopers AG (PwC): Die Paketzustellung der Zukunft, November 2014

  • Abholung bei Paketstationen

    Laut PwC nutzt jeder vierte Deutsche heute gelegentlich bis häufig Paketstationen oder Paket-Shops verschiedener Logistikdienstleister als Zustellmöglichkeit. Rund die Hälfte der Deutschen steht dieser Lösung jedoch noch kritisch gegenüber und hat sie bisher nicht genutzt.
    Als wichtigste Eigenschaften einer Paketstation gab eine klare Mehrheit der der Befragten (87 Prozent) an, dass eine Paketstation möglichst einfach und selbsterklärend zu bedienen sein muss. Ein weiterer kritischer Aspekt ist die Erreichbarkeit: 72 Prozent legen Wert darauf, dass die Station mit dem Auto gut erreichbar ist, 67 Prozent zu Fuß. Außerdem sollen Pakete in allen Größen und von verschiedenen Paketdienstleistern dort gelagert werden können (83 bzw. 80 Prozent der Befragten).

  • Lieferung an den Arbeitsplatz

    Die Lieferung an den Arbeitsplatz ist für viele Arbeitnehmer eine attraktive, da zeitsparende und praktische Option, sasgt die Studie: Knapp jeder zweite Berufstätige (49 Prozent) würde diesen Service gerne nutzen. Bislang lässt sich nur eine kleine Minderheit der Berufstätigen (5 Prozent) Pakete direkt ins Büro liefern. Einen Aufpreis für diesen Service würden aber nur 7 Prozent in Kauf nehmen.

  • Taggleiche Lieferung

    Rund ein Drittel der Deutschen wäre unter bestimmten Voraussetzungen bereit, für eine Lieferung am gleichen Tag (Same Day Delivery) einen Aufpreis von bis zu 12 Euro zu zahlen. Die taggleiche Lieferung kommt für die meisten jedoch nur für bestimmte Anlässe und in Ausnahmefällen in Frage, beispielsweise für Weihnachts- und Geburtstaggeschenke in letzter Minute. Rund zwei Drittel geben an, den Service der Lieferung am selben Tag generell nicht nutzen zu wollen; entweder aus grundsätzlichen Überlegungen oder weil sie eine Gebühr von rund 12 Euro als zu hoch empfinden.

Wer bis Montag bestellt, bekommt seine Weihnachtsgeschenke pünktlich

Unterdessen reagiert Amazon nach einem Bericht mit verlängerten Bestellfristen auf den Streik. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf die Geschäftsführung schreibt, will das Unternehmen eine pünktliche Lieferung bis Heiligabend für Ware garantieren, die bis zum kommenden Montag um 12 Uhr per Standardversand geordert wird. Bislang galt das demnach nur für Bestellungen bis Sonntagabend.

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Die Streikenden wollen kurzfristig entscheiden, ob sie am Donnerstag wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Es werde aber auch dann weiter Druck auf Amazon ausgeübt, sagte ein Sprecher von Verdi in Werne.

Die Gewerkschaft will bei Amazon einen Tarifvertrag zu den Konditionen des Einzelhandels durchsetzen. Amazon lehnt das strikt ab. Der US-Konzern sieht sich selbst als Logistiker. Die Bezahlung der Mitarbeiter in den neun deutschen Versandlagern liege am oberen Ende dessen, was in der Logistik-Branche üblich sei. Eine Einigung ist nicht in Sicht - Verdi ruft schon seit 2013 immer wieder zu Ausständen auf.

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