Streiks fast bis Weihnachten: Amazon verspricht pünktliche Lieferung

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Streiks fast bis Weihnachten: Amazon verspricht pünktliche Lieferung

Der Streik im Weihnachtsgeschäft ist für Amazon eine Belastungsprobe. Doch der Online-Versandhändler wiederholt mantraartig: Es gibt keine Auswirkungen für die Kunden, geliefert wird pünktlich. Ein Handelsexperte bezweifelt das.

Trotz der Streiks an zwei Standorten in Deutschland sieht der Online-Versandhändler Amazon keine Lieferprobleme im Weihnachtsgeschäft. „Amazon liefert nach wie vor pünktlich zum Fest. Was wir dem Kunden zugesichert haben, halten wir auch ein“, sagte der Deutschland-Chef des Unternehmens, Ralf Kleber, am Dienstag. Es stimme nicht, dass Bestellungen länger brauchten. Währenddessen legten Beschäftigte am größten deutschen Standort Bad Hersfeld und in Leipzig ihre Arbeit erneut nieder.

Handelsexperte Thomas Roeb zweifelt an den Angaben des US-Branchenriesen: „Dass die Streiks überhaupt keine Wirkung zeigen, wie von Amazon behauptet, kann ich mir nicht vorstellen. Die Streiks sind für Amazon sehr bedrohlich.“ Für Amazon sei es wichtig, den Eindruck zu erwecken, dass der Streik keine Auswirkung habe. „Diese Außenwirkung ist von Bedeutung. Sonst kaufen und bestellen die Kunden noch vorsichtshalber woanders. Und dann hat Amazon ein Problem“, sagte der Professor für Handel und Marketing an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

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Seit dem Beginn der Streiks im Sommer wiederholt Amazon immer wieder, dass die von der Gewerkschaft Verdi initiierten Aktionen erfolglos seien. Der Großteil der Beschäftigten arbeite, negative Folgen für die Kundenbestellungen blieben aus. Obwohl in Bad Hersfeld vorerst noch bis einschließlich Mittwoch und in Leipzig bis einschließlich Freitag gestreikt werden soll, sicherte Kleber zu, dass eine Anpassung der Liefertermine nicht nötig sei. Kunden könnten bis Freitagabend um Mitternacht bestellen und erhielten die Ware pünktlich vor Heiligabend. Mit Express-Sendungen kämen auch erst am 24. Dezember bestellte Waren noch rechtzeitig zur Bescherung.

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„Im Weihnachtsgeschäft kommt es auf Pünktlichkeit an“, sagte Roeb. Liefere Amazon nicht pünktlich, liefen die Kunden weg. Der Versandhändler leiste gegenwärtig auch keine „Gegen-PR“. Das Unternehmen verfahre nach der Devise: „Ducken und den Konflikt vorübergehen lassen“ sagte Roeb.

Ziel des Ausstands ist ein Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt dies kategorisch ab und orientiert sich an den günstigeren Konditionen der Logistikbranche. Für Entlastung in Bad Hersfeld und Leipzig können andere Versandlager sorgen. Bei Amazon arbeiten bundesweit rund 9000 Mitarbeiter in acht Versandzentren, unterstützt werden sie von 14 000 saisonalen Aushilfen. Am Dienstag streikten wieder einige Hundert Beschäftigte.

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