Streit um Media-Saturn: Kellerhals klagt gegen Metro-Aufspaltung

Streit um Media-Saturn: Kellerhals klagt gegen Metro-Aufspaltung

, aktualisiert 08. März 2017, 17:56 Uhr
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Der Mitgründer von Media Markt verfügt in vielen Fragen über weitgehende Vetorechte.

von Florian KolfQuelle:Handelsblatt Online

Der Streit der Metro mit Erich Kellerhals eskaliert weiter: Der Minderheitsaktionär von Media-Saturn hat eine Anfechtungsklage gegen die Teilung des MDax-Konzerns eingereicht. Doch noch gibt es Hoffnung auf Einigung.

DüsseldorfGegen die Pläne der Metro, das Unternehmen aufzuspalten, formiert sich juristischer Widerstand. Wie das Handelsblatt von Insidern erfuhr, hat Erich Kellerhals, Minderheitsaktionär der Metro-Tochter Media-Saturn-Holding, vor Gericht eine Anfechtungsklage eingereicht. Ein Sprecher von Convergenta, der Investmentgesellschaft von Kellerhals, wollte sich auf Nachfrage dazu nicht äußern. Auch die Metro gab dazu keinen Kommentar ab.

Kellerhals, der rund 21 Prozent an Media-Saturn hält, streitet seit vielen Jahren mit Mehrheitseigner Metro um die Macht bei dem Elektronikhändler. Seit klar ist, dass sich die Metro aufspalten will, gibt es Mediationsgespräche mit dem Ziel einer möglichen Trennung und Abfindung von Kellerhals.

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Eine erste Mediationsrunde unter der Vermittlung des Investors Clemens Vedder war Ende Januar kurz vor der entscheidenden Hauptversammlung der Metro ergebnislos abgebrochen worden. Die Parteien hatten sich nach Angaben von Insidern jedoch darauf verständigt, die Gespräche wieder aufzunehmen.

Die Hauptversammlung der Metro hatte am 6. Februar mit großer Mehrheit der geplanten Aufspaltung des Konzerns zugestimmt. Das Geschäft mit dem Großhandel und die Supermärkte unter der Marke Real sollen abgespalten werden in einer neuen Gesellschaft, die dann wieder Metro heißen soll. Der Elektronikhandel rund um Media Markt und Saturn verbleibt in einer Holding unter dem Namen Ceconomy. Beide Unternehmen sollen künftig im MDax notiert sein.

Aktionäre hatten ab dieser Entscheidung die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen eine Anfechtungsklage einzureichen. Diese Frist ist am Montag dieser Woche abgelaufen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll Kellerhals nicht der einzige Anteilseigner sein, der eine Anfechtungsklage eingereicht hat.


Metro offen für Aufteilung von Media-Saturn

Ein Metro-Sprecher bekräftigte am Mittwoch auf Anfrage des Handelsblatts: „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Spaltung Mitte 2017 wirksam wird.“ Metro-Chef Olaf Koch hatte bereits auf der Hauptversammlung betont, dass der Machtkampf mit Kellerhals keine Hürde für die geplante Teilung sei. „Wir kontrollieren dieses Unternehmen“, hatte er vor den Aktionären gesagt. Ob die Anfechtungsklagen, die Aufspaltung wirklich verzögern können, ist noch nicht klar.

Zugleich hatte Koch aber auch angedeutet, dass das Unternehmen offen für konstruktive Gespräche mit dem Minderheitsaktionär sei. Selbst eine Aufteilung von Media-Saturn sei diskutiert worden, zu einer Einigung sei es aber nicht gekommen.

Ob und wann die Gespräche weitergehen, ist noch offen. Clemens Vedder stehe als Mediator weiter zur Verfügung, heißt es. Auch Kellerhals scheint weiter gesprächsbereit zu sein, wollte aber offenbar seine Rechtsposition nicht schwächen, indem er die Frist einer möglichen Klage verstreichen lässt. Zugleich ist die Einreichung der Anfechtungsklage jedoch auch eine Belastung für weitere Gespräche, war aus Verhandlungskreisen zu hören.

Kellerhals, einer der Mitgründer von Media Markt, hält zwar nur einen Minderheitsanteil an der Media-Saturn-Holding, verfügt aber in vielen Fragen über weitgehende Vetorechte. Er ist bereits gegen zahlreiche Unternehmensentscheidungen vor Gericht gezogen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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