Strenesse: Verkauf ist gescheitert

Streit um Übernahme: Verkauf von Strenesse ist gescheitert

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Filiale von Strenesse.

von Peter Steinkirchner

Vor einem Monat gab das Amsterdamer Unternehmen MAEG Holding die Übernahme des Mode-Labels Strenesse bekannt. Die ist nun vom Tisch. Die Niederländer machen Strenesse schwere Vorwürfe.

Paukenschlag in der Modeszene: Es ist gerade einen Monat her, da hatte das Amsterdamer Unternehmen MAEG Holding die Übernahme des deutschen Mode-Labels Strenesse bekannt gegeben. Die MAEG Holding, hinter der eine polnische Unternehmerfamilie steht, hatte einen neuen Geschäftsführer im Schlepptau und angekündigt, Strenesse wieder zu einer Nummer im internationalen Mode-Business zu machen.

Das ist jetzt offenbar alles Schnee von gestern. Am frühen Freitagnachmittag verschickten kurz nacheinander sowohl MAEG als auch Strenesse selbst zwei Mitteilungen zum selben Thema, die allerdings nur eines gemeinsam haben: Unter dem Strich ist die Übernahme des Unternehmens abgeblasen.

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Völlig konträr sind jedoch die Darstellungen, woran der Verkauf nun gescheitert ist.

Insolvenzverwalter und GÖRG-Partner Dr. Jörg Nerlich Quelle: Presse

Insolvenzverwalter und GÖRG-Partner Dr. Jörg Nerlich

Bild: Presse

Version A: Nach Darstellung der Strenesse AG, die vom vor wenigen Tagen bestellten Insolvenzverwalter Jörg Nerlich, dem vormaligen Sachwalter, geführt wird, hat es ein massives Problem mit dem Kaufpreis gegeben. Demnach habe der Investor die Kaufpreiszahlung „nicht fristgerecht erbracht“. Daher sei der Insolvenzverwalter vom Unternehmenskaufvertrag mit der extra von MAEG für die Transaktion gegründeten Strenesse GmbH zurückgetreten und habe erneut die Geschäfte übernommen.

Version B: Im Gegensatz dazu steht die Stellungnahme der MAEG Holding. Demnach sieht sich die niederländische Investment-Gesellschaft „von der Eigenverwaltung der Strenesse AG über die wahre wirtschaftliche Situation des Modeunternehmens getäuscht“.

Nach Angaben der MAEG Holding habe sich herausgestellt, dass die während des Investorenprozesses vorgelegten Angaben über die wirtschaftliche Situation von Strenesse falsch gewesen seien. Der wahre Investitionsbedarf zur Neuaufstellung von Strenesse, argumentiert die Gesellschaft, sei „deshalb um ein Vielfaches höher, als auf Grundlage der vorgelegten Zahlen kalkuliert werden konnte“.

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Filiale von Strenesse. Quelle: dpa

„Auf dieser Grundlage ist die erforderliche Neupositionierung und ein wirtschaftlicher Betrieb von Strenesse nicht möglich“, sagte MAEG-Geschäftsführer Mateusz Kucharczyk. Zudem sei „die Vertrauensbasis zu unserem Vertragspartner Strenesse AG nachhaltig beschädigt.“

Insolvenzverwalter Nerlich wiederum hält der MAEG vor, die Frist für die Zahlung des Kaufpreises nicht eingehalte zu haben. Der Investor sei nach dem Unternehmenskaufvertrag verpflichtet gewesen, bis zum 31. August den Kaufpreis für die Vermögensgegenstände der Strenesse AG zu zahlen. Diese Frist sei mit Zustimmung des Gläubigerausschusses bis Freitag, 9. September, 12 Uhr verlängert worden, „ohne dass der Kaufpreis bezahlt wurde“. Der Insolvenzverwalter habe deshalb „zum Schutze der Strenesse AG und seiner Gläubiger keine andere Wahl als von dem Kaufvertrag zurückzutreten“.

Kunden und Lieferanten, die angesichts der neuen Entwicklung beunruhigt sein dürften, versucht Nerlich zu beruhigen und bei der Stange zu halten: „Die Geschäfte laufen planmäßig weiter, alle Lieferanten und Kundenbeziehungen werden aufrechterhalten.“

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