Streit ums Finanzkonzept: Praktiker stößt Großaktionär vor den Kopf

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Streit ums Finanzkonzept: Praktiker stößt Großaktionär vor den Kopf

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Kein Durchkommen: Vorstand und Aufsichtsrat hätten sich gegen das von der österreichischen Bank Semper Constantia vorgelegte Finanzpaket entschieden, teilte Praktiker mit.

Praktiker lässt im Streit um die Sanierung des Baumarktkonzerns seinen unzufriedenen Großaktionär abblitzen. Bankerin de Krassny und Investor Vedder kommen nicht zum Zuge. Der Vorstand hält an seinem Konzept fest.

Der Machtkampf bei der kriselnden Baumarkt-Kette Praktiker spitzt sich weiter zu. Vorstand und Aufsichtsrat lehnten ein Finanzierungsangebot ihres eigenen Großaktionärs ab, der Wiener Privatbank Semper Constantia. Es sei gegenwärtig nicht beabsichtigt, in Verhandlungen über den alternativen Finanzierungsvorschlag einzutreten, teilte Praktiker mit.

„Dem Vorschlag unseres Großaktionärs können wir uns nicht anschließen“, sagte Vorstandschef Kay Hafner. „Er ist vom Umfang her nicht ausreichend und bietet auch nicht die nötige Transaktionssicherheit.“

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Praktiker ist durch seine Rabattpolitik („20 Prozent auf alles - außer Tiernahrung“) zu einem Sanierungsfall geworden und sucht seit dem vergangenen Jahr einen Weg aus der Krise. Bei der Hauptversammlung Anfang Juli stimmten die Aktionäre einem Konzept des Vorstands zu, das neben einer Kapitalerhöhung auch einen Kredit des Hedgefonds Anchorage über 85 Millionen Euro zu einem Zinssatz von 16 bis 17 Prozent vorsieht.

De Krassny, die neben Semper Constantia auch die zyprische Investmentgesellschaft Maseltov und damit insgesamt rund 15 Prozent an Praktiker vertritt, hatte die Offerte von Anchorage für Wucher gehalten, ihr aber auf der Hauptversammlung letztlich zähneknirschend zugestimmt. Anchorage sitzt damit nun am längeren Hebel.

Geld für die Umflaggung auf Max Bahr

Praktiker braucht das Geld schnell, um zahlreiche Praktiker-Märkte auf die profitablere Konzernmarke Max Bahr umzuflaggen. Die Fondsmanagerin findet das aber zu teuer und hat deshalb ein eigenes Konzept vorgelegt.

Dabei fand sie in dem Investor Clemens Vedder einen Verbündeten, der allerdings relativ umstritten ist. Er will mit 30 Millionen Euro einsteigen, gegebenenfalls auch mehr. Vedder war an einer Reihe von Unternehmensdeals beteiligt, er wirft aber auch oft seinen Hut in den Ring, ohne dass es zu einem Abschluss kommt. Hafner erklärte, bei dem Angebot der Semper Constantia gebe es eine Finanzierungslücke von 60 Millionen Euro.

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Der Vorstand gibt den Finanzierungsbedarf für die operative Restrukturierung mit rund 210 Millionen Euro an. Wegen der Lücke sei der Erfolg der Sanierung und der Bestand des Unternehmens durch das Angebot aus Österreich nicht hinreichend wahrscheinlich. Verschiedene Einzelelemente seien nicht umsetzbar und wegen der erforderlichen Verhandlungen auch die rechtzeitige Umsetzung der Finanzierung nicht gewährleistet.

Deshalb setze der Vorstand weiter auf das Konzept, das bei der Hauptversammlung beschlossen worden sei.

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