Studie: McKinsey erwartet starkes Wachstum des Lebensmittelhandels per Internet

exklusivStudie: McKinsey erwartet starkes Wachstum des Lebensmittelhandels per Internet

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Internetseite des Rewe-Online-Shops

von Nele Hansen und Henryk Hielscher

Der Einkauf von Lebensmitteln im Internet wird boomen: Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung McKinsey.

Nachdem sich vor allem die Logistikketten in den Ballungsräumen verbessert haben, rechnen die Berater damit, dass nach unverderblichen Waren wie Wein und teuren Delikatessen zunehmend auch Lebensmittel des täglichen Bedarfs online verkauft werden. „Ich glaube, dass sich der Lebensmittel-Online-Handel durchsetzen wird. Wir gehen von einem Anteil von fünf Prozent bis zum Jahr 2020 aus“, sagte Thomas Netzer, Partner und Logistikexperte bei McKinsey. Das wäre ein Umsatz von rund zehn Milliarden Euro.

Derzeit werden Lebensmittel im Wert von etwa 500 Millionen Euro online eingekauft. Das ist bei einem Gesamtumsatz von rund 200 Milliarden Euro nur ein Anteil zwischen 0,2 und 0,3 Prozent. „Jetzt kauft man noch italienische Trüffel übers Internet, am Ende aber wird sich Alltagsbedarf wie Nudeln und Toilettenpapier durchsetzen“, so Netzer. Dabei werden nicht nur die Online-Händler, sondern auch die Logistiker wie die Deutsche Post von dem neuen Geschäftsfeld profitieren. „Wenn man annimmt, dass der Lebensmittel-Online-Markt auf zehn Milliarden Euro wächst, und einen durchschnittlichen Einkauf von 50 Euro zugrunde legt, wären das 200 Millionen zusätzliche Pakete – und damit 10 bis 15 Prozent des heutigen Paketmarkts“, kalkuliert McKinsey-Experte Netzer.

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Der Experte erwartet, dass die Lieferkosten auch im Online-Handel mit Lebensmitteln rasch sinken werden. „Die Kosten könnten bald bei rund zehn Euro liegen, rund sieben Euro für die Zusammenstellung und drei Euro für die Zustellung.“ Bei entsprechender Effizienz könnten die Logistikkosten dann nur noch 10 bis 15 Prozent über denen beim Laden-Einkauf liegen. Das könne sich lohnen, weil online tendenziell höhere Warenkörbe umgesetzt werden.

Derzeit sind Lebensmitteleinkäufe über das Internet bei einigen Anbietern noch sehr teurer. Für einen Warenkorb mit 52 Produkten, der bei einem konventionellen Wochenendeinkauf rund 63 Euro kostet, zahlt der Kunde bei einigen Online-Märkten fast doppelt so viel, ergab ein Testkauf der WirtschaftsWoche.

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1 Kommentar zu Studie: McKinsey erwartet starkes Wachstum des Lebensmittelhandels per Internet

  • Das ist doch totaler Quatsch. Es erinnert an Fehlprognosen anderer Berater wie Roland Berger (Expo2000).
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    Warum gibt es denn wohl kaum Lebensmittelkäue im Internet? Weil die Kunden noch daran gedacht haben? Weil die Anbieter pennen? Nein, es wurde ja mit Millionenaufwand versucht. Supermarkt.de ging schon 1999 pleite und in 2012 ebenso wie Froodster das zweite mal.

    Die Kommissionerkosten sind exorbitant, da hilft es auch gar nichts, dass die Warenkörbe (angeblich) größer sind. Statt eines Kleides für 150 €, kaufen die Leute 20 Lebensmittel für 50 €. Die Retouren sind zwar geringer, fallen aber auch an, dazu kommen Verderben, Zerbrechen & MHD-Probleme. Das Hauptproblem sind die Mehrkosten im Vergleich zum Laden von ca 15% bis 20%. Läden (LEH) haben aber nur 17% bis 20% Marge. D.h. der Online-Handel muss(!) deutlich teurer anbieten. Da ist kein Spielraum.

    Und wenn der Preis das Problem ist, dann wird es nicht dadurch besser, dass man parallele Logistikkonzepte erfindet, die noch teurer sind!

    Der LEH hat ganz klare "Alleinstellungsnachteile":
    - teurer!!
    - langsamer!
    - weniger frisch!

    Der Einstundenversand verbessert zwar die langsamere Warenverfügbarkeit, aber nur um den Preis, dass der Preisnachteil noch gravierender wird. In D haben wir den höchsten Wettbewerb im LEH weltweit, weil die Mehrheit der Verbraucher nicht bereit ist für Lebensmittel Geld auszugeben.

    Natürlich gibt es Menschen, die zur Vermeidung von Ladenbesuchen bereit sind jeden Preis zu zahlen. Das dürften aber unter 1% der Bevölkerung aber 80% der McKinsey-Berater sein. Und da sind wir dann bei der Ursache warum der McKinsey Berater zu dieser Fehlprognose kommt: Man soll nicht von sich auf andere schließen.

    Vermutlich haben ähliche Quatsch-Prognosen DHL dazu verleitet Allyouneed.com zu kaufen. Abgesehen davon, dass die homöopatischen Mengen, die DHL damit vertreibt, irrelevant sind, macht sich DHL damit auch nochbei den eigenen Versandkunden unbliebt: Konkurenz durch DHL wird nicht akzeptiert.

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