Sturmflug nach Puerto Rico: Wie die Piloten einer Delta-Maschine dem Hurrikan Irma trotzten

Sturmflug nach Puerto Rico: Wie die Piloten einer Delta-Maschine dem Hurrikan Irma trotzten

, aktualisiert 07. September 2017, 13:52 Uhr
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Zwei Delta-Piloten trotzten dem Hurrikan Irma.

von Alexandra HildebrandQuelle:Handelsblatt Online

Es war ein waghalsiges Flugmanöver: Eine Delta-Maschine landete am Mittwoch in Puerto Rico – obwohl auf der Insel Hurrikan Irma wütete. Beim Rückflug vollbrachten die Piloten ein fliegerisches Meisterstück.

DüsseldorfNew York, am Mittwoch, 8 Uhr Ortszeit: Flug DL431 bereitet sich auf den Start vor. Das Ziel ist der Maschine von Delta Airlines ist San Juan auf der Karibik-Insel Puerto Rico. Doch nicht nur der Passagierflieger will die Insel in vier Stunden erreichen, auch Hurrikan Irma ist auf direktem Weg dorthin.

Die Boeing 737-900 hat 173 Passagiere an Bord, als sie in Richtung San Juan abhebt. Wie Flugzeuge der Airlines JetBlue und AmericanAir auch tritt die Delta-Maschine trotz Sturmwarnung die Reise an. Was dann passierte, hat der Flugzeug-Blogger Jason Rabinowitz in einer Serie von Twitter-Nachrichten nachgezeichnet, die am Donnerstag in dem Sozialen Netzwerk tausendfach geteilt wurden. Satellitenbilder auf der Plattform Flightradar zeigen, mit welcher Präzision die Delta-Piloten dem Hurrikan trotzten.

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Die Maschinen von JetBlue und American Airlines entschieden sich schon über dem Nordatlantik für eine Umkehr. Megasturm Irma näherte sich unaufhaltsam dem angesteuerten Flughafen, sodass die Gefahr, im Hurrikan die Kontrolle über die Maschine zu verlieren, immer größer wurde.

Über Funk erhielt auch die Crew von DL431 die Nachricht, dass alle anderen Piloten den Heimweg angetreten hatten. Das brachte sie allerdings nicht von ihrer Flugroute ab – als einzige Maschine steuerte die Boeing den Flughafen San Juan an.

Eine Entscheidung, die die Crew nur treffen konnte, weil sie zu jeder Zeit in engem Kontakt mit Meteorologen stand. Diese lieferten die nötigen Informationen über die Windverhältnisse und insbesondere -geschwindigkeiten, die mit Werten rund um 58 km/h für eine Boeing dieser Größe als sicher zu fliegen galten.

Solange der Flieger nicht in den Kern des Hurrikans geriet, war die Maschine sicher. Irma trieb allerdings anderthalb Stunden vor Ankunft in Puerto Rico bereits ihr Unwesen auf den nur 200 Kilometer entfernten Jungferninseln. Die Zeit war knapp.

Nach knapp vier Stunden Flugzeit erreichte die Maschine den Flughafen von San Juan. Doch für ein erleichtertes Durchatmen war es noch zu früh. Schließlich musste die Maschine wieder zurück – und zwar bevor das Zentrum des Sturms die Gegend um den Flughafen erreicht. Innerhalb kürzester Zeit mussten die Passagiere das Flugzeug verlassen, neue einsteigen, das Flugzeug getankt und auf Flugtauglichkeit überprüft werden.

Alle Beteiligten vollbrachten eine Höchstleistung, sodass der Flieger nach 40 Minuten wieder auf der Startbahn war. Geschickt musste der Pilot nun zwischen den äußeren Ausläufern des Sturms durchmanövrieren, bevor er um 16:22 Uhr Ortszeit sicher wieder in New York landete. 

Viele Twitter-Nutzer feierten die Piloten der Delta-Maschine als Helden. Manche kritisierten das waghalsige Manöver auch als unverantwortlich.

Quelle:  Handelsblatt Online
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