Süßwarenmesse: Bitterer Beigeschmack

Süßwarenmesse: Bitterer Beigeschmack

von Mario Brück

Auf der ISM, der internationalen Süßwarenmesse in Köln, beherrschen die Themen Rohstoffkosten und Preiserhöhungen die Gespräche zwischen Herstellern und Händlern. Die neue Süße Stevia wird bislang noch eher zurückhaltend beurteilt.

Die Neuheiten der Internationalen Süßwarenmesse 2012

Die Süßwarenbranche steht vor gewaltigen Herausforderungen. Allen voran die Unsicherheit über Preise und Verfügbarkeiten von Rohstoffen und die Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise. Insbesondere der Zuckerpreis bereitet vielen Produzenten von Schokolade, Gummibärchen oder Keksen Kopfzerbrechen. Aber auch andere Rohstoffpreise wie von Kakao, Nüssen, Weizen oder Früchten sowie die Energiekosten machen Sprünge und belasten die Erträge der Hersteller.

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Viele Anbieter kündigen daher Preiserhöhungen für die kommenden Monate an, wenngleich bislang im geringeren Umfang als sich die Kosten entwickeln. Ein neues Kapitel in der Süßwarenbranche könnte mit dem neuen, kalorienfreien Süßstoff Stevia geschrieben werden. Laut KölnMesse würden bereits viele Hersteller vor allem aus Südamerika und Asien mit dem Süßungsmittel arbeiten.

Die ISM ist mit 1400 Anbietern aus 65 Ländern die weltweit größte und wichtigste Messe für den Handel mit Süßwaren und Knabberartikeln. Zucker, einer der wichtigsten Rohstoffe der Branche wurde im vergangenen Jahr knapp und damit teuer. Schuld daran sei das umstrittende Quotensystem der Europäischen Union, heißt es beim Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie.

Hoffnung ruht auf den Auslandsmärkten

Mit einer preislichen Entspannung auf den Rohstoff-Märkten rechnet kaum ein Aussteller auf der ISM. Auch die Eurokrise und ihre bislang nicht kalkulierbaren Auswirkungen auf viele Auslandsmärkte beschäftigen die stark exportorientierte Branche. Denn die Hoffnungen auf profitables Wachstum ruhen auf den Auslandsmärkten.

Wie etwa bei Halloren aus dem ostdeutschen Halle. Der börsennotierte Schokoladenhersteller meldet einen Rekordumsatz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011. Der vorläufige Konzernnettoumsatz stieg im Berichtzeitraum gegenüber dem Vorjahr von 60 auf knapp 70 Millionen Euro. Der Export stieg gegenüber dem Vorjahr erneut um 15 Prozent. Zwischenzeitlich exportiert das Unternehmen rund ein Viertel des Gesamtumsatzes vorwiegend ins europäische Ausland und nach Nordamerika.

Die sehr gute Umsatzentwicklung werde laut Vorstandsvorsitzendem Klaus Lellè von der gesamten Sortimentsbreite und von allen Geschäftsbereichen getragen. Gleichzeitig habe man auf die Kostenentwicklung reagiert und die Kostenschraube in allen Bereichen massiv angezogen. Deutschlands älteste Schokoladen-Fabrik präsentiert sich in Köln auch mit einem überarbeiteten Logo und einem neuen Produkt: den Playboy-Pralinen, eine Lizenzproduktion für das bekannte Männermagazin.

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