Tarifverhandlungen: Verdi ruft erstmals zu zweitägigem Streik bei Amazon auf

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Tarifverhandlungen: Verdi ruft erstmals zu zweitägigem Streik bei Amazon auf

Die Fronten zwischen Amazon und Verdi sind verhärtet. Die Zeichen stehen deshalb wieder auf Streik - erstmals zwei Tage am Stück. Betroffen sind die Lager in Leipzig und Bad Hersfeld.

Bei Amazon wird wieder gestreikt: Verdi rechnete für das größte deutsche Versandlager in Bad Hersfeld nach Angaben eines Sprechers mit einer Beteiligung von 400 bis 1000 Mitarbeitern. In Leipzig sei mit 250 Mitarbeitern etwa die Hälfte der Frühschicht vor den Werkstoren geblieben, sagte Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago am Morgen. In Bad Hersfeld arbeiten mehr als 3300 Menschen, in Leipzig sind es rund 2000. Insgesamt beschäftigt Amazon an acht deutschen Standorten etwa 9000 Mitarbeiter.
Am Nachmittag wird der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske in Leipzig erwartet, um die Streikenden zu unterstützen. Verdi fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen lehnt dies ab und orientiert sich nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche und lehnt die Forderungen ab. Die Gewerkschaft versucht deshalb seit Mitte April, mit Arbeitsniederlegungen den Druck auf Amazon zu erhöhen.

Streiks bei Amazon Verdi hat den Wandel verschlafen

Zum dritten Mal seit Mitte Mai protestieren die Angestellten bei Amazon. Der Krach beim weltweit größten Versandhändler überdeckt dabei die Schwächen der Gewerkschaft Verdi.

Amazon ist für Verdi ein gefundenes Fressen. Die Gewerkschaft verliert im stationären Handel an Boden und hat im Online-Handel noch nicht Fuß gefasst. Quelle: dpa

„Jetzt wird es endlich Zeit, dass Amazon einlenkt und zur Aufnahme von Verhandlungen bereit ist“, sagte Bernhard Schiederig von Verdi Hessen laut Mitteilung. „Wir wollen Tarifverhandlungen führen, an deren Ende ganz klar ein Anerkennungstarifvertrag stehen muss.“ Bislang sieht Verdi keine Bewegung in dem festgefahrenen Tarifkonflikt. Der Internet-Versandriese hatte immer wieder betont, dass für Verhandlungen die Gemeinsamkeiten fehlten.

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Zuletzt hatten Anfang Juni die Beschäftigten in Bad Hersfeld und Leipzig gestreikt. Nach Gewerkschaftsangaben waren es zusammen 1000 Teilnehmer, laut Amazon weniger als 850. In Sachsen und Hessen hatten sich die Verdi-Mitglieder von Amazon in Urabstimmungen für den Arbeitskampf entschieden. Auswirkungen für Kundenbestellungen wegen der Streiks hatte Amazon stets bestritten.

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