Tchibo bekommt einen neuen Chef: Thomas Linemayr muss den Kaffeeröster auf Trab bringen

Tchibo bekommt einen neuen Chef: Thomas Linemayr muss den Kaffeeröster auf Trab bringen

von Henryk Hielscher

Aufruhr im Kaffeehaus: Thomas Linemayr wird neuer Chef von Tchibo. Der Schoko-Manager muss ein in die Jahre gekommenes Verkaufsmodell wieder auf Erfolgskurs bringen.


Ein Österreicher soll ab Anfang 2017 den Hamburger Kaffeeröster Tchibo dirigieren. Der Tchibo-Aufsichtsrat hat Thomas Linemayr zum Nachfolger des bisherigen Unternehmenschefs Markus Conrad berufen, teilte das Unternehmen mit. Conrad soll Mitglied des Aufsichtsrats der Beteiligungsgesellschaft Maxingvest werden, in der die Familie Herz ihre Anteile an Tchibo und dem Nivea-Hersteller Beiersdorf gebündelt hat.


Der Wechsel war von langer Hand vorbereitet. Entsprechend optimistisch kommentierte auch Tchibo-Eigentümer Michael Herz die Entscheidung: „Thomas Linemayr ist ein erfahrener Unternehmensführer und ausgewiesener Marketing- und Vertriebsexperte“, lobte Herz den Newcomer. Linemayr werde den Umbau des Tchibo-Geschäftsmodells und die Internationalisierung vorantreiben, so Herz.

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Tatsächlich verfügt Linemayr über reichlich internationale Erfahrung im Konsumgütergeschäft. In den vergangenen 17 Jahren leitete er den US-Ableger des Schweizer Schokoladenkonzerns Lindt & Sprüngli. Seine berufliche Laufbahn begann der Marketing- und Vertriebsspezialist bei Yves Rocher, anschließend wechselte er zu Johnson & Johnson. Nun soll Linemayr in der Hamburger Tchibo-Zentrale die belebende Wirkung eines doppelten Espressos entfalten und den Konzern wieder auf den Erfolgskurs früherer Jahre zurück bringen.

Tchibos Dilemma: Die Hanseaten ließen zunächst ohne viel Gegenwehr Kaffeeketten wie Starbucks den deutschen Markt erobern. Auch die Chancen neuer Kaffee-Kapsel-Systeme entdeckten die Tchibo-Manager zunächst nur zögerlich. Vor allem aber brach ihnen in den vergangenen Jahren das Geschäft mit Aktionsware weg, das zuvor hohe Umsätze und Erträge eingespielt hatte.

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Tchibo Quelle: dpa

So übernahmen zunächst Lebensmitteldiscounter wie Aldi und Lidl die Strategie, mit allwöchentlich wechselnden Gebrauchswaren wie Pfannen oder Fahrradhelmen neue Käufer in die Filialen zu locken. Zudem sind fast alle Aktionsartikel inzwischen online verfügbar. Der frühere Zwang und Impuls für Kunden schnell zuzugreifen, entfällt damit. „Der Markt ist gesättigt und das trifft alle, die darin agieren“, sagte Noch-Tchibo-Chef Conrad jüngst in der „Lebensmittelzeitung“. Er räumte ein: „Wir hätten früher handeln müssen“ und kündigte an, das „Geschäftsmodell grundlegend zu überarbeiten“.

Ab 2017 soll der Umfang der wöchentlichen Aktionsangebote von heute rund 50 auf dann 20 bis 30 Produkte reduziert werden. Dafür will Tchibo feste Warengruppen einführen. Dazu zählen zum Beispiel Wäsche-, Kinder- und Sportbekleidung sowie Küchenbedarf.

Conrads Nachfolger Linemayr wird das Programm nun umsetzen und will vor allem die Verzahnung von Filial- und Online-Angeboten vorantreiben und die Marke Tchibo stärken. Denn trotz aller Probleme des Unternehmens hat der Markenname Tchibo bei Verbrauchern nach wie vor einen guten Klang.

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