Technologiekonzern: Apple punktet bei den Chinesen

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Technologiekonzern: Apple punktet bei den Chinesen

von Matthias Hohensee und Philipp Mattheis

Die kalifornische Kultmarke ist auch bei jungen Chinesen beliebt, muss aber sensibler auftreten, um sich künftig gegen die Konkurrenz im Land zu behaupten.

Schlangen von mehreren Hundert Meter Länge, Rempeleien und Schlägereien: Immer wenn Apple neue iPhones oder iPads auf den Markt brachte, kam es den vergangenen Jahren regelmäßig zu tumultartigen Szenen. Immer wieder schleusten gar Spekulanten Helfer unter die Schar der Apple-Jünger, die die ersten Geräte aufkauften und zu Mondpreisen übers Internet feilboten. Um diese Auswüchse zu beenden, bot Apple bei der Markteinführung der iPhone-Modelle 5s und 5c in China vergangenen September interessierten Käufer die Möglichkeit, über ihr Apple-Konto ein Gerät reservieren zu lassen und es später im Geschäft abzuholen.

Während Apple in Nordamerika und Westeuropa unter Druck kommt, Wachstumssprünge allenfalls über Preissenkungen möglich sind, boomt das Geschäft dort, wo Apples Produkte gefertigt werden: „China wird in naher Zukunft unser größter und wichtigster Markt“, sagt Konzernchef Tim Cook. Im Geschäftsjahr 2012 generierte das China-Geschäft inklusive Hongkong und Taiwan bereits 15 Prozent des weltweiten Umsatzes. „Wie sich Apples Börsenwert weiter entwickelt, hängt vor allem davon ab wie sie das Geschäft in China meistern“, sagt Finanzexperte JP Scandalios von der Fondsgesellschaft Franklin Templeton.

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Zwei neue Modelle Apple plant offenbar ein Phablet als iPhone 6

Es dürfte noch eine Weile dauern bis Apple ein mögliches iPhone 6 auf den Markt bringt, aber schon jetzt gibt es Gerüchte über zwei neue Modelle - mit Überraschung.

huGO-BildID: 34422774 epa04001490 A shop clerk displays Apple Inc's iPhones at an Apple flagship store in Taipei, Taiwan, 26 December 2013. On 25 December 2013, Taiwan's Fair Trade Commission (FTC) fined Apple Asia 20 million Taiwan dollars (666,838 USD) for dictating retail prices of iPhone 5S and 5C, violating Taiwan's fair trade law. FTC sought Apple's immediate remedy, or Apple will face larger fines. Taiwan press said the European Union and France are also probing Apple's controlling iPhone service contract prices, but Taiwan is the first country to slap fines. EPA/DAVID CHANG +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Kein einfaches Unterfangen angesichts starker Konkurrenten wie Lenovo und Huawei aus China oder Samsung aus Korea, die mit Kampfpreisen, innovativen Funktionen und guter Bedienerführung auftrumpfen. Die Jahre des ungebremsten Wachstums für Apple in China sind zwar vorbei, die Marktanteile sinken unter dem Druck der Konkurrenz sogar. Doch das Potenzial der Marke ist noch immer groß: Obwohl iPhone, iPad und Mac-Computer teurer sind als Produkte der Konkurrenz, gilt Apple hier als erschwingliche Luxusmarke, die auch für die aufstrebende Mittelschicht bezahlbar ist. Im Gegensatz zu einem Neuwagen können sich sogar Berufsanfänger den Luxus von Apple-Produkten leisten. Chinesen, die ihren wirtschaftlichen Erfolg, ihren Geschmack und ihr High-Tech-Verständnis demonstrieren wollen, tun dies mit ihren iPhones und iPads. Auch weil sie immer öfter Wert darauf legen, ein Originalprodukt zu besitzen.

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Öffentlicher Kotau

Wie schmal der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg in China sein und ein Markenimage angekratzt werden kann, zeigte neben der Selbstmordserie unter Mitarbeitern bei Apples größtem Fertiger Foxconn der „Welttag der Konsumentenrechte“ Mitte März 2013: Damals wurde Apple im Staatsfernsehen CCTV vorgeworfen, Chinesen als „Konsumenten zweiter Klasse“ zu behandeln: Die Garantielaufzeiten seien dort geringer als in anderen Ländern, beim Austausch beschädigter Geräte müssten die Kunden anders als in anderen Ländern zuzahlen. Kurz darauf beschuldigte auch die „Volkszeitung“ den Konzern, sich „unvergleichlich arrogant“ zu verhalten. Die Vorwürfe auszusitzen – wie Apple es so oft in der Vergangenheit tat – fruchtete nichts. Am Ende tat Cook, was in China in solchen Fällen unvermeidbar ist: Er bat öffentlich um Entschuldigung.

Gut möglich, dass der Kotau des Chefs Apple die Tür geöffnet hat für den gerade ­geschlossenen Vertrag mit China Mobile. Regelmäßig war Cook zuletzt nach China gereist, um den Deal mit der größten Mobiltelefongesellschaft der Welt voranzutreiben. Auch sonst zeigt der Nachfolger von Steve Jobs im Reich der Mitte mehr Präsenz. Seit Oktober sitzt der Apple-Konzernchef im Beirat der renommierten Tsinghua-Universität in Peking. Das dürfte ihm noch mehr Einblicke in die Welt der aufstrebenden chinesischen Elite geben.

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