Textildiscounter: Takko ließ über Subunternehmen im Knast produzieren

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Textildiscounter: Takko ließ über Subunternehmen im Knast produzieren

Erst kürzlich musste Takko Shorts zurückrufen: Bei der Produktion in Asien waren giftige Stoffe verwendet worden. Jetzt hat das Unternehmen Ärger mit chinesischen Subunternehmen, die in Gefängnissen produziert haben lassen.

Die Bekleidungsfirma Takko aus Telgte in Nordrhein-Westfalen musste Anfang Oktober bundesweit Damenshorts aus der Kollektion Flame zurückrufen. Nach Mitteilung des Unternehmens wurde im Tascheninnenfutter des Produktes "Orange" eine zu hohe Konzentration eines sogenannten Azofarbstoffs festgestellt. Von der Farbe gehe ein deutliches gesundheitliches Risiko aus, schrieb die Firma.In zu hoher Konzentration sei der Farbstoff krebserregend. "Bei der Produktion in Asien ist der Stoff ohne unser Wissen und illegal verwendet worden", sagte eine Sprecherin.

Nicht einmal einen Monat später bekommt das Unternehmen, das zum Investmentunternehmen Apax Partners gehört, erneut Probleme mit Subunternehmern aus Asien: Laut Angaben des Magazins Spiegel ließ einer der chinesischen Subunternehmer Takkos rund 50.000 Jacken und Oberteile in Gefängnissen produzieren. Das verstößt gegen die Statuten der Fair Wear Foundation, bei der Takko seit Herbst 2011 Mitglied ist und die Zwangsarbeit sowie die Produktion in Justizvollzugsanstalten für ihre Mitarbeiter verbietet. Takko ließ verlauten, dass es davon nichts gewusst habe. Allerdings habe man die Zusammenarbeit mit dem betreffenden Hersteller bereits im Sommer beendet, weil die Leistungen ungenügend gewesen seien.

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Quelle: Probal Rashid für WirtschaftsWoche

Immer wieder geraten Modeunternehmen, die im asiatischen Raum produzieren lassen, in die Kritik: miserable Arbeitsbedingungen, minderwertige Materialien oder sogar Kinderarbeit bedrohen das Image der Modekonzerne. Das Problem: Im weitverzweigten Netz der Subunternehmen ist es nahezu unmöglich für die europäischen Unternehmen, die Produktionsbedingungen zu kontrollieren. Der einzig mögliche Ausweg wäre, vollständig auf asiatische Zulieferer zu verzichten. Das würde jedoch die Textilien, die Takko, H&M und Co anbieten, deutlich teurer machen.

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Allerdings nehmen die Modeunternehmen ihre Verantwortung offenbar mittlerweile ernster als noch vor ein paar Jahren. So zahlte beispielsweise der Textil-Discounter Kik den Opfern eines Brandes in einer pakistanischen Textilfirma, die für das Unternehmen produziert, insgesamt 500.000 Dollar. Das entspricht einer Summe von 1.930 Dollar pro Opfer.

Bei dem Unglück Mitte September waren 259 Arbeiter verbrannt. Die Verantwortlichen des KiK-Zulieferes Ali Enterprises waren zunächst festgenommen worden, da deren Fabrik wegen verschlossener Notausgänge, vergitterter Fenster und versperrter Treppenhäuser zur Todesfalle wurde.

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