Thomas Middelhoff: Anwälte fordern Haftprüfung

Thomas Middelhoff: Anwälte fordern Haftprüfung

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Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff im Juni 2014 im Gerichtssaal in Essen.

Nachdem seine Anwälte Alarm schlugen, wurde Thomas Middelhoff aus der Untersuchungshaft in eine Klinik verlegt. Jetzt beantragen sie sofortige Haftprüfung: Middelhoff sei wegen seiner Erkrankung haftunfähig.

Der Gesundheitszustand des seit fast fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzenden früheren Topmanagers Thomas Middelhoff hat sich nach Angaben seiner Verteidiger weiter verschlechtert. Der 61-jährige Manager befinde sich seit Dienstag erneut zur Behandlung im Universitätsklinikum Essen, teilten die Rechtsanwälte mit. Die behandelnden Ärzte gingen von einer seltenen Autoimmunkrankheit aus. Die Verteidiger beantragten sofortige Haftprüfung. Aus Sicht der Verteidigung besteht bei Middelhoff Haftunfähigkeit.

Scharfe Kritik übten Middelhoffs Rechtsanwälte erneut an den Haftbedingungen ihres Mandanten und der zunächst unzulänglichen Behandlung der Erkrankung. Dass Middelhoff in den ersten Haftwochen mindestens alle 15 Minuten kontrolliert worden sei, bezeichneten sie als „unter keinem denkbaren Gesichtspunkt gerechtfertigten Schlafentzug“.

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Ex-Arcandor-Chef Middelhoff schlaflos in der U-Haft

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff soll in der U-Haft wegen ständiger Kontrollen seit 28 Tagen nicht geschlafen haben, berichten seine Anwälte - also insgesamt 672 Stunden. Wegen des Entzugs soll er schwer krank sein.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Arcandor, Thomas Middelhoff, vorm Landgericht in Essen. Quelle: dpa

Die Essener Vollzugsanstalt wollte nach eigenen Angaben durch die regelmäßigen Sichtkontrollen einen Suizid verhindern. Der Anstaltsleiter Alfred Doliwa sagte der „Bild am Sonntag“: „Das Leben des Gefangenen hat Vorrang. Was wäre denn passiert, wenn sich Herr Middelhoff was angetan hätte.“

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Der frühere Chef des inzwischen pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor war am 14. November vom Essener Landgericht wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und noch im Gerichtssaal verhaftet worden. Der Bundesgerichtshof wird wohl erst in einigen Monaten über seine Revision entscheiden.

Mehrere Versuche von Middelhoffs Rechtsanwälten, den 61-Jährigen auf freien Fuß zu bekommen, scheiterten. Der Grund: Die Richter am Landgericht Essen und am Oberlandesgericht Hamm sahen Fluchtgefahr. Selbst als enge Freunde und Familienmitglieder Middelhoffs eine Kaution von fast 900.000 Euro anboten, blieben die Richter hart.

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