Thomas Middelhoff: Ex-Manager muss erneut vor Gericht

Thomas Middelhoff: Ex-Manager muss erneut vor Gericht

, aktualisiert 27. Januar 2017, 16:55 Uhr
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Der Ex-Manager verbüßt derzeitig eine dreijährige Haftstrafe im offenen Vollzug.

Quelle:Handelsblatt Online

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Arcandor AG Thomas Middelhoff ist 2014 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nun muss er erneut vor Gericht. Ihm wird Anstiftung zur Untreue vorgeworfen.

EssenDer frühere Topmanager Thomas Middelhoff muss sich bald erneut vor dem Essener Landgericht verantworten. Diesmal gehe es um den Vorwurf der Anstiftung zur Untreue, berichtete ein Gerichtssprecher am Freitag. Mit ihm auf der Anklagebank Platz nehmen werden sechs ehemalige Aufsichtsratsmitglieder von Arcandor. Ihnen werde Untreue vorgeworfen, sagte der Gerichtssprecher. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (Freitag) hatte zuvor darüber berichtet.

Im Mittelpunkt der Anklage steht eine Bonuszahlung in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro an Middelhoff, die die Aufsichtsräte im November 2008 bewilligt hatten. Nur Monate später hatte der Konzern Insolvenz anmelden müssen.

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Middelhoff selbst werde zur Last gelegt, dass er auf den Aufsichtsrat eingewirkt habe, den Sonderbonus zu zahlen, sagte der Gerichtssprecher. Middelhoffs Anwalt Hartmut Fromm erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, der Vorwurf sei für ihn „nicht nachvollziehbar“. Ein Vorstand habe eigentlich keine Treuepflicht, wenn er mit dem Aufsichtsrat über seinen Bonus verhandele. Dies solle nun mit dem Vorwurf der Anstiftung ausgehebelt werden.

Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte ursprünglich sogar gegen 15 frühere Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder Anklage erheben wollen. Doch das Landgericht Essen lehnte in acht Fällen die Zulassung der Anklage ab.

Middelhoff war bereits im November 2014 vom Landegericht Essen unter anderem wegen Untreue zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. In seinem Urteil sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Manager den Arcandor-Konzern unter anderem zu Unrecht für eine ganze Reihe von Privatflügen mit Charterjets und Hubschraubern hatte zahlen lassen und beziffert den entstandenen Schaden auf rund 500.000 Euro.

Middelhoff war damals wegen Fluchtgefahr noch im Gerichtssaal verhaftet worden. Erst nach mehr als fünf Monaten wurde er gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Zur Zeit verbüßt der Ex-Manager seine Haftstrafe im offenen Vollzug und arbeitet als Freigänger in einer Behindertenwerkstatt in Bielefeld.

Quelle:  Handelsblatt Online
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