Tipps für Mittelständler : Was Unternehmen beim Leasing beachten sollten

Tipps für Mittelständler : Was Unternehmen beim Leasing beachten sollten

, aktualisiert 31. Oktober 2011, 16:52 Uhr
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Genau nachrechnen sollten Unternehmen beim Leasing.

von Tanja KönemannQuelle:Handelsblatt Online

Beim Leasing legen sich Unternehmen meist über Jahre fest. Um während der Laufzeit keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten sie vor Vertragsabschluss einige Punkte bedenken .

Mieten statt Kaufen lautet das Motto vieler deutscher Unternehmen. Mit einem Neugeschäft von 43,6 Milliarden Euro im Jahr 2010 mit beweglichen Wirtschaftsgütern und einem Wachstum von zuletzt 13 Prozent, zählt Leasing zu den wichtigsten Fremdfinanzierungsformen. Nutzfahrzeuge, Produktionsmaschinen, Bürogeräte und IT, all dies sind beliebte Leasingobjekte.

Kein Wunder, denn Leasing bietet zahlreiche Vorteile. Kosten lassen sich sicher planen, denn die monatliche Leasingrate bleibt in der Regel konstant. Leasing schont die Liquidität der Unternehmen – die so genannten Leasingnehmer – und lässt ihre Kreditlinien unangetastet.

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Manche Unternehmen können sich so hochwertigere Apparate leisten, als würden sie bar zahlen oder mithilfe eines Kredits kaufen. Insbesondere für Anschaffungen, die binnen weniger Jahre veralten, kann sich Leasing lohnen, denn kurzfristige Verträge bieten die Möglichkeit, Laptops oder Smartphones regelmäßig auszutauchen.

Leasinggeschäfte erfolgen oft bilanzneutral – noch

Ein weiteres Plus: Ein geleastes Gut muss, stark vereinfacht beschrieben, bei demjenigen in der Bilanz auftauchen, der die Chancen und Risiken der Wertentwicklung trägt. In der Regel ist dies der Leasinggeber. Das hat den Vorteil, dass die Verbindlichkeiten des Leasingnehmers nicht steigen.

Meist wird ein so genanntes Operating-Leasing vereinbart, welches vorsieht, das geleaste Gut am Ende der Vertragslaufzeit wieder zurückzugeben – wirtschaftlicher Eigentümer ist somit die Leasinggesellschaft. Dieser Vorzug soll allerdings mit einer Änderung der internationalen Bilanzierungsstandards zum 1. Januar 2015 wegfallen.

Um alle Vorteile während der gesamten Laufzeit eines Leasingvertrages nutzen zu können, sollten Unternehmen insbesondere vor Vertragsabschluss mit der Leasinggesellschaft, dem so genannten Leasinggeber, und während dessen Laufzeit einige Punkte beachten.


Verschiedene Anbieter kontaktieren

Björn Stübiger, Leiter des Bereichs Corporate Finance beim Prüfungs- und Beratungsunternehmen Rödl & Partner empfiehlt, zunächst Angebote von verschiedenen potenziellen Leasinggebern einzuholen: „Unternehmen sollten Hersteller, Banken und unabhängige Leasinggesellschaften ansprechen“. So könne sichergestellt werden, dass Unternehmen auch wirklich zu den günstigsten Konditionen leasen.

Ebenso lohnt es sich für Unternehmen, etwas Zeit zu investieren – und vor Vertragsabschluss genau zu überlegen, wofür das geleaste Objekt genau verwendet werden soll. Teurer als gedacht kann Leasing ausfallen, wenn sich im Nachhinein etwas ändert.  Das kann zum Beispiel bei einem Auto relevant werden: Zum Beispiel, wenn die vereinbarte Kilometerpauschale des Firmenwagens nicht ausreicht.

In einem solchen Fall sollten sich Unternehmen frühzeitig an den Leasinggeber wenden und den Leasingvertrag an die geänderten Nutzungsbedingungen anzupassen. „Meist ist es günstiger, für die restliche Laufzeit eine höhere Leasingrate zu zahlen, als die zusätzlich gefahrenen Kilometer bei der Rückgabe des Fahrzeugs zu bezahlen“, sagt Stübiger.

Feste Vorgaben für Reparaturen

Bei Reparaturen sollten sich Unternehmen im Klaren darüber sein, dass der Leasinggeber die Bedingungen dafür vorgibt: Geleaste Industrieanlagen müssen vom Hersteller oder von Partnern aus dessen Fachhandelsnetz repariert werden, Firmenwagen bei der Vertragswerkstatt.

Kostensicherheit können Leasingnehmer erlangen, indem sie zusätzliche Leistungen in Anspruch nehmen. So kann es sich beispielsweise lohnen, zum geleasten Firmenwagen ein Servicepaket zu konstanten Raten hinzuzukaufen oder eine Versicherungspolice zu wählen, deren Prämien selbst dann gleich hoch bleiben, wenn der Leasingnehmer einen Unfall baut. Auch eine spezielle Versicherung, die verhindert, dass der Leasingnehmer bei Totalschaden oder Diebstahl draufzahlt, kann sinnvoll sein.

Änderungen an einem geleasten Gegenstand können zusätzliche Kosten verursachen. Sie sollten im Vorfeld unbedingt mit dem Leasing-Geber abgestimmt werden – sonst müssen etwa in die geleasten PCs eingebaute, größere Speicherkarten wieder entfernt werden, bevor die Hardware an die Leasinggesellschaft zurückgeht. Auf eigene Kosten, versteht sich.


Garantieleistungen bei indirektem Leasing beachten

Handelt es sich bei dem Leasingverhältnis um ein so genanntes indirektes Leasing, sollten Leasingnehmer unter anderem auf ihre Gewährleistungsrechte achten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Maschine eigens für ein Unternehmen hergestellt wird, aber von einer Leasinggesellschaft gekauft und an das Unternehmen vermietet wird.

„Dem Leasingnehmer werden die Gewährleistungsansprüche aus dem Kaufvertrag zwischen Leasinggesellschaft und Hersteller abgetreten. Wurde dort beispielsweise eine kürzere als die gesetzliche Gewährleistungsfrist von in der Regel zwei Jahren vereinbart, um der Leasinggesellschaft einen besonders günstigen Preis zu bieten, gilt die kürzere Frist auch für den Leasingnehmer“, sagt Rechtsanwalt Thomas Grünvogel von der Kanzlei CMS Hasche Sigle. Bei indirektem Leasing rät er Unternehmen deshalb dazu, den Vertrag mit dem Hersteller  selbst auszuhandeln und sich damit an die Leasinggesellschaft zu wenden.

Flexibel bleiben in der Krise

Wer least, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er sich auch wirklich für die Laufzeit des Leasingvertrages festlegen möchte. In der Regel ist es nur gegen hohe Abschlagszahlungen möglich, einen Leasingvertrag vorzeitig zu beenden. Deshalb können Leasingnehmer mitunter schwerer auf Auftragseinbrüche reagieren, als würden sie das geleaste Gut selbst besitzen.

„Die Schließung von Abteilungen oder Teilbetrieben entbindet Leasingnehmer nicht von den Pflichten ihres Vertrages“, sagt Rechtsanwalt Grünvogel. Wer zum Beispiel die Hälfte seiner Außendienstmitarbeiter entlassen muss, ist gezwungen eine außerordentliche Regelung mit dem Leasinggeber der Fahrzeuge zu finden. Und das kann teuer werden. Björn Stübiger empfiehlt daher lediglich den Fahrzeugstamm zu leasen und den restlichen Bedarf über Mietwagen abzudecken.

Auch beim Unternehmensverkauf kann der Leasingvertrag zum Hindernis werden. „Insbesondere Leasingverträge über Produktionsanlagen gestehen dem Leasinggeber oftmals für den Fall eines Inhaberwechsels ein Sonderkündigungsrecht zu“, sagt Rechtsanwalt Grünvogel. Ist etwa eine für die Produktion unentbehrliche Fertigungsstraße geleast, kann die so genannte Change of Control-Klausel die Veräußerung des Unternehmens erschweren oder schlimmstenfalls sogar verhindern. Der Anwalt rät daher, bereits beim Vertragsschluss darauf zu achten, dass die Zustimmung zumindest für einen finanziell akzeptablen Unternehmenskäufer erteilt werden muss.

Quelle:  Handelsblatt Online
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