Tchibo
Über Jahrzehnte trugen die fünf Herz-Geschwister ihre Fehde öffentlich aus. Der Grund für den grotesken Streit reicht bis ins Jahr 1965 zurück: Nach seinem Tod hinterließ Tchibo-Gründer Max Herz die unklare Erbregelung, nach der zwei seiner "fähigsten Jungen" die Mehrheit halten sollten. Der älteste Sohn Günter gewann die Oberhand und übernahm die Führung. Sein geschäftlicher Erfolg weckte den Neid der Brüder. Vor allem Michael entwickelte eigene Ambitionen. Ende 2000 verdrängte er mit Hilfe seiner Brüder Joachim und Wolfgang den Ältesten vom Chefposten. Drei Jahre später verkauften Günter und Daniela Herz ihre Tchibo-Beteiligung für mehr als vier Milliarden Euro an die Geschwister. Es folgten erbitterte Kämpfe über den Kurs des Konzerns zwischen Joachim und seinen Brüdern Michael und Wolfgang. Sie endeten erst 2008 nach dem tragischen Unfalltod von Joachim Herz.