Tourismus: Ägypten-Wahl elektrisiert die Reisebranche

Tourismus: Ägypten-Wahl elektrisiert die Reisebranche

, aktualisiert 28. November 2011, 15:29 Uhr
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Touristen am Roten Meer in Scharm el Scheich. Der Arabische Frühling hat viele Urlauber abgeschreckt.

von Gero BrandenburgQuelle:Handelsblatt Online

Welche Auswirkungen haben die Parlamentswahlen in Ägypten? Für den Tourismus ist politische Stabilität wichtiger denn je. Zehn Monate nach Mubaraks Sturz kämpft das Land immer noch um die Gunst der Urlauber.

DüsseldorfÄgypten wählt - und Deutschlands Reiseveranstalter schauen ganz genau hin. 50 Millionen Ägypter können abstimmen und sich zwischen mehr als 6000 Kandidaten und über 400 Parteilisten entscheiden. Für die Tourismusbranche aber ist nur eine Frage entscheidend: Folgt den Parlamentswahlen endlich die erhoffte politische Stabilität? 2010 wollten noch 1,3 Millionen deutsche Touristen nach Kairo, ans Rote Meer und zu den Pyramiden von Gizeh. Diese Marke dürfte im laufenden Jahr deutlich unterschritten werden. „Wir gehen nicht davon aus, dass diese Zahlen 2011 erreicht werden können“, bestätigt Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV) gegenüber Handelsblatt Online.

Der Arabische Frühling, der vor knapp einem Jahr seinen Anfang in Tunesien nahm, und schließlich ganz Nordafrika erfasste, hat einerseits den Demokratieprozess entscheidend vorangebracht, auf der anderen Seite aber auch den Tourismus schwer gebeutelt.

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Angesichts der gewalttätigen Proteste auf den Tahrir-Platz in Kairo gab das Auswärtige Amt im Januar eine Reisewarnung heraus, Reiseveranstalter stornierten etliche Flüge, Touristenführer strichen die Liste ihrer Ausflugziele zusammen. Nur in den Hotelanlagen am Roten Meer schien die Sicherheit der zahlenden Gäste noch gewährleistet. Nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak beruhigte sich die Lage zwar relativ schnell wieder, doch die Vorsicht der Touristen blieb. Verglichen mit dem Vorjahr ging die Zahl der deutschen Urlauber trotz zahlreicher Rabattangebote in den ersten acht Monaten 2011 um 33 Prozent zurück. Selbst ein starkes Weihnachtsgeschäft dürfte die Gesamtverluste nicht ausgleichen.

Für das Land der Pharaonen ist das ein herber Schlag. Der Tourismus ist die tragende Säule der ägyptischen Wirtschaft. Gut 14 Millionen internationale Besucher brachten dem Land im Jahr 2010 8,6 Milliarden Euro. Millionen Ägypter und ihre Familien sind direkt vom Wohlwollen der Urlauber abhängig. Schon im März versammelten sich deshalb ägyptische Reiseleiter für eine große PR-Aktion vor den Pyramiden und versprachen: „Ägypten ist sicher!“

Doch der Erfolg stellt sich nur schleppend ein. „Ägypten hat sich generell nur langsam erholt, auch weil das Land durch die immer wieder aufflammenden Demonstrationen nicht zur Ruhe gekommen ist“, sagt Tui-Sprecherin Anja Braun gegenüber Handelsblatt Online. Dem Ausgang der Wahlen sieht man in Reihen des Konzerns gespannt entgegen und wappnet sich für alle Eventualitäten. Braun sagt: „Eine Prognose, wie es nach den Wahlen weitergeht, ist äußerst schwierig. Wir planen unsere Kapazitäten umsichtig und passen sie flexibel der tatsächlichen Nachfrage an.“

Auch die Urlaubsorte am Roten Meer mit ihrer komfortablen touristischen Infrastruktur bekommen die instabile politische Situation weiterhin zu spüren, wie Tui-Sprecherin Anja Braun sagt: „Urlaub in den Baderegionen ist uneingeschränkt möglich. Dennoch zeigen die Urlauber durch die Unruhen in Kairo für alle Regionen eine deutliche Buchungszurückhaltung.“

Ob Ägypten sein früheres Image als Urlaubsparadies zurückgewinnt, hängt auch vom Ergebnis der Wahl ab. Sibylle Zeuch vom DRV sagt: „Entscheidend wird der Demokratieprozess sein, mit dem viele Urlauber sympathisieren. Vor allem aber brauchen die Reiseveranstalterstabile politische Verhältnisse.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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