Traditionsfirma: Moulinex-Eigentümer kauft WMF

Traditionsfirma: Moulinex-Eigentümer kauft WMF

, aktualisiert 23. Mai 2016, 22:47 Uhr
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Eine Flagge weht am Stammsitz des Haushaltswarenherstellers WMF in Geislingen (Baden-Württemberg).

Quelle:Handelsblatt Online

WMF wird französisch. Die Verträge der schwäbischen Traditionsfirma mit dem Konzern SEB, Eigentümer von Moulinex und Krups, sind schon unter Dach und Fach. Nur die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Frankfurt/BrüsselDer schwäbische Besteck- und Kaffeemaschinenhersteller WMF wird für fast 1,6 Milliarden Euro an den französischen Eigentümer von Moulinex und Krups verkauft. Die Groupe SEB teilte am Montagabend mit, sie haben den Zuschlag für WMF erhalten.

Der US-Finanzinvestor KKR hatte das Unternehmen aus Geislingen an der Steige nach vier Jahren wieder zum Verkauf gestellt. Die Franzosen zahlen 1,02 Milliarden Euro in bar und übernehmen 565 Millionen Euro Schulden von WMF. Dazu kommen Pensionsverpflichtungen über 125 Millionen Euro.

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WMF hat den Umsatz im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gesteigert, der operative Gewinn (Ebitda) lag bereinigt um Sondereffekte bei 118 Millionen Euro. Das 1853 gegründete Traditionsunternehmen beschäftigt 5700 Mitarbeiter.

Zu den vielen Hausgeräte-Marken im Portfolio gehören Moulinex, Tefal, Rowenta sowie die deutsche Marke Krups.

Die SEB-Gruppe erreichte 2014 einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro. Sie hat ihren Umsatz seit dem Börsengang 1975 nach eigenen Angaben verzehnfacht und in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Wichtigster Markt ist heute China noch vor dem Heimatmarkt Frankreich. Schon über 46 Prozent ihres Umsatzes erzielt die SEB-Gruppe in Schwellenländern.

Als die US-Beteiligungsgesellschaft KKR im März den Verkaufsprozess für den schwäbischen Küchenspezialisten WMF startete, wurde insbesondere Investoren aus Fernost die besten Chancen eingeräumt. Der chinesische Konzern Haier sei in der "Poleposition", hieß es damals. Die Haier-Gruppe hatte zuletzt mit der Übernahme der Hausgerätesparte des US-Konzerns General Electric Schlagzeilen gemacht.

Aber damals war aus dem Kreis der Bieter zu hören, dass "die Preisvorstellungen ambitioniert" seien. Der Kaufpreis wurde auf 1,2 bis 1,8 Milliarden Euro taxiert (Zu den beratenden Geldhäusern zählen dem Vernehmen nach die Deutsche Bank und die US-Großbank Citi.) "Außerdem seien die Produkte hochpreisig, was bei unsicheren Konjunkturaussichten ein Problem werden kann".

Der US-Finanzinvestor KKR war 2012 mit dem österreichischen Investor Fiba bei WMF eingestiegen. Die Investoren zogen ein hartes Sparprogramm durch und dünnten die Produktsortiment aus. Sie nahmen die älteste Aktiengesellschaft Baden-Württembergs von der Börse und fanden die Aktionäre ab. Der Verkauf von WMF dürfte für KKR ein lukratives Geschäft werden. Als der Finanzinvestor einstieg wurde WMF mit rund 600 Millionen Euro bewertet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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