Trigema-Chef : Planinsolvenz ist Riesensauerei

Trigema-Chef : Planinsolvenz ist Riesensauerei

von Reinhold Böhmer

Nicht marktwirtschaftlich, eine Sauerei, größenwahnsinnig - Trigema-Chef Wolfgang Grupp übt harte Kritik an Unternehmer Anton Schlecker.

"Ein Unternehmen zu Lasten der Mitarbeiter, der Lieferanten, vor allem aber auf Kosten des Staates zu sanieren, hat nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun", empört sich Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Grupp sitzt mit seiner 1200-Mitarbeiter-Firma wie Schlecker auf der Schwäbischen Alb und wettert seit Jahren gegen Unternehmer und Manager, wenn diese lange Zeit viel Geld einstreichen, für Management-Fehler aber dann nicht entsprechend zur Kasse gebeten werden. Das wirft er nun seinem Landsmann Schlecker vor. Dabei wettert Grupp besonders dagegen, dass die Drogeriekette dank der Plan-Insolvenz nun erst einmal drei Monate lang Lohnkosten sparen kann, indem die Bundesarbeitsagentur den Beschäftigten Insolvenzausfallgeld bezahlt, das in etwa dem Arbeitslosengeld entspricht.

Das Geld der Bundesarbeitsagentur verschafft dem Insolvenzverwalter Spielraum, Schlecker weiterzuführen, ohne sich diese ersparten Mittel etwa von Banken und möglichen Investoren besorgen zu müssen. Letztlich übernehmen damit aber die Beitragszahler der Arbeitlosenversicherung, also die übrigen Arbeitnehmer und Unternehmen in Deutschland sowie die Steuerzahler über den Bundeszuschuss, einen Teil der geplanten Sanierung von Schlecker.

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"Hier werden diejenigen belohnt, die dem Größenwahn und der Gier frönen, während die Anständigen die Dummen sind", sagt Grupp. Schlecker habe das Geld, das er Hilfe seiner Beschäftigten hier verdient habe, für sich behalten beziehungssweise in die Expansion gesteckt. "Und jetzt, nachdem er gescheitert ist, wirft er das Deutschland vor die Füße", so Grupp.

Weitere Links zu Schlecker

Eine Planinsolvenz inklusive Insolvenzausfallgeld ermöglicht Schlecker, sich schnell von riesigen Kostenblöcken wie Ladenmieten oder Gehaltsansprüchen zu trennen bzw. diese neu ausuhandeln. Das bisherige Management bleibt unter der Oberaufsicht des Insolvenzverwalters im Amt und stellt einen neuen Geschäftsplan auf, der dem Unternehmen eine Überlebensperspektive eröffnet und den Gläubigern die größte Aussicht bietet, möglichst viel ihrer Außenstände bezahlt zu bekommen. Nicht auszuschließen, dass der steinreiche Unternehmer Anton Schlecker, der das operative Geschäft an seine Kinder übergeben hat, am Ende sogar als Gewinner aus der Insolvenz gehört. Ihm werfen Kritiker vor, das Unternehmen in den vergangenen Jahren sukzessive durch Missmanagement und Skandale im Umgang mit den Beschäftigten heruntergewirtschaftet zu haben.

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