Quelle: dpaDie besten Tweets zur Schlecker-Pleite
Mit neuem Claim ("For You. Vor Ort"), neuem Management und einer überarbeiteten Corporate Identity wollte sich der skandalumwitterte Drogeriekonzern Schlecker neu aufstellen. Beim Verbraucher kam die neue Strategie nicht gut an. Jetzt muss das Unternehmen Insolvenz anmelden. Aus der Netzgemeinschaft gibt es für Schlecker, das derzeit bundesweit Hunderte von Filialen schließt, nur blanken Hohn. Die besten Tweets zum Thema kurz nach der Verkündung der Insolvenz...
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Die besten Tweets zur Schlecker-Pleite
Mit neuem Claim ("For You. Vor Ort"), neuem Management und einer überarbeiteten Corporate Identity wollte sich der skandalumwitterte Drogeriekonzern Schlecker neu aufstellen. Beim Verbraucher kam die neue Strategie nicht gut an. Jetzt muss das Unternehmen Insolvenz anmelden. Aus der Netzgemeinschaft gibt es für Schlecker, das derzeit bundesweit Hunderte von Filialen schließt, nur blanken Hohn. Die besten Tweets zum Thema kurz nach der Verkündung der Insolvenz...
"Ein Unternehmen zu Lasten der Mitarbeiter, der Lieferanten, vor allem aber auf Kosten des Staates zu sanieren, hat nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun", empört sich Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Grupp sitzt mit seiner 1200-Mitarbeiter-Firma wie Schlecker auf der Schwäbischen Alb und wettert seit Jahren gegen Unternehmer und Manager, wenn diese lange Zeit viel Geld einstreichen, für Management-Fehler aber dann nicht entsprechend zur Kasse gebeten werden. Das wirft er nun seinem Landsmann Schlecker vor. Dabei wettert Grupp besonders dagegen, dass die Drogeriekette dank der Plan-Insolvenz nun erst einmal drei Monate lang Lohnkosten sparen kann, indem die Bundesarbeitsagentur den Beschäftigten Insolvenzausfallgeld bezahlt, das in etwa dem Arbeitslosengeld entspricht.
Das Geld der Bundesarbeitsagentur verschafft dem Insolvenzverwalter Spielraum, Schlecker weiterzuführen, ohne sich diese ersparten Mittel etwa von Banken und möglichen Investoren besorgen zu müssen. Letztlich übernehmen damit aber die Beitragszahler der Arbeitlosenversicherung, also die übrigen Arbeitnehmer und Unternehmen in Deutschland sowie die Steuerzahler über den Bundeszuschuss, einen Teil der geplanten Sanierung von Schlecker.
Quelle: dapdPleiten im Einzelhandel
Schlecker
Ende Februar meldete der Branchenprimus der Drogeriemärkte Insolvenz an. Das Unternehmen stand schon eine Weile vor dem Aus: Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz von Schlecker um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Auch 2011 wurden sinkende Erlöse erwartet, Zahlen zum Gewinn oder Verlust nennt Schlecker traditionell nicht. Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2011 bei über 30.000 in Deutschland und weiteren rund 17.000 im Ausland. Kürzlich mussten etwa 10.000 Schlecker-Frauen gehen.
Quelle: dpaPleiten im Einzelhandel
Die Drogeriekette IhrPlatz ist ein Tochterunternehmen von Schlecker und stark von Schlecker abhängig. Da ist es wenig verwunderlich, dass jetzt auch IhrPlatz die Segel streicht. Betroffen von der Pleite sind rund 650 Filialen und 5800 Mitarbeiter. Die Kette soll nun Teil zusammen mit Schlecker restrukturiert werden. Seit 2007 gehört IhrPlatz zu Schlecker. Davor waren die Märkte schon einmal insolvent - und konnten sich erfolgreich sanieren. Ursprünglich sollte IhrPlatz die Schlecker-Premiummarke werden. Nun ist sie der Sanierungspartner.
Quelle: dpaQuelle
Im Juni 2009 reicht die Quelle GmbH Deutschland Insolvenz ein. Die Suche nach einem Investor endet ohne Erfolg.
Rückblick: Das Unternehmen Quelle wurde 1927 von Gustav Schickedanz in Fürth gegründet. Der legendäre Quelle-Katalog erscheint 1954 zum ersten Mal mit 1200 Produkten. Bis in die 1990 Jahre steht Quelle als Synonym für den deutschen Versandhandel.
1998/99 fusioniert das ehemalige Familienunternehmen als Quelle Schickedanz AG & Co mit dem Warenhauskonzern Karstadt zur KarstadtQuelle AG. Zum 1. Januar 2006 wird aus der Quelle AG die Quelle GmbH. Sie gehört neben zahlreichen Spezialversendern zu Primondo – der Versandhandelssparte der Arcandor AG.
Seit August 2011 werden unter der Webadresse www.quelle.de und dem früheren Logo, Waren einer Tochter des Hamburger Otto-Versandes angeboten. Otto hält die Markenrechte an Quelle.
Quelle: REUTERSKarstadt
Rudolph Karstadt gründete 1881 das erste Karstadt-Warenhaus in Wismar. 1929 wurde in Berlin eines der damals größten Warenhäusern der Welt eröffnet. 1977 erwarb Karstadt eine Mehrheitsbeteiligung am Neckermann-Versandhandel und wurde mit mehr als 10 Milliarden DM Jahresumsatz zum größten Handelsunternehmen in der Bundesrepublik.
1999 fusionierten die Karstadt AG und der Quelle-Versand zur KarstadtQuelle AG. Im Oktober 2004 wird klar, dass sich die Karstadt Warenhaus AG wie auch der gesamte KarstadtQuelle-Konzern in dramatischen finanziellen Schwierigkeiten befindet. Arcandor stellt im Juni 2009 den Insolvenzantrag. Im Juni 2010 erhält die Berggruen-Holding, hinter der sich der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen verbirgt, den Zuschlag für die Karstadt-Häuser.
Nach Pläne für Karstadt vom Dezember 2011, die der WirtschaftsWoche vorliegen, soll bis 2016 der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rund 272 Millionen Euro betragen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 lag der Umsatz bei 3,228 Milliarden Euro. Karstadt schrieb einen ansehnlichen operativen Gewinn (Ebitda) von 103 Millionen Euro. Für Berggruen, der Karstadt inklusive Markenrechten für fünf Millionen Euro gekauft hatte, dürfte sich das Investment damit längst ausgezahlt haben.
Quelle: dpaHertie
Im Jahr 1882 gründete Oscar Tietz sein erstes Kaufhaus. Für die Firma nutzte er das Kapital seines Onkels Hermann Tietz, der später auch Namensgeber für die Kaufhauskette „Hertie“ war, weil der jüdische Name Tietz im Dritten Reich nicht mehr geführt werden durfte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg expandierte das Unternehmen weiter, 1952 übernahm Hertie die Mehrheit an der Wertheim AG. Mitte der 80er Jahre gingen die Umsätze in den Hertie-Filialen stetig zurück. Zahlreiche Standorte müssen geschlossen werden. Das Unternehmen versuchte sich daraufhin auf Spezialgebieten, wie beispielsweise mit dem Musikhandel mit World of Music (WOM) und im Bekleidungsbereich mit Wehmeyer.
1994 wurde Hertie von Karstadt übernommen, die kleineren Warenhäuser wurden 2005 verkauft. Doch auch die neue Eigentümerstruktur brachte keinen Erfolg. Die letzten Hertie-Kaufhäuser werden 2009 geschlossen.
Quelle: dpaWoolworth
Der Kaufhauskonzern Woolworth meldete im April 2009 Insolvenz an. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen 11.000 Mitarbeiter und unterhielt 330 Filialen in Deutschland und Österreich. Das 1926 gegründete Unternehmen gehörte seit 2007 der britischen Investment- und Beratungsgesellschaft Argyll Partners.
Bereits im November 2008 hatte das britische Traditionskaufhaus Woolworths Zahlungsunfähigkeit gemeldet. Die US-Mutter hatte ihre Kaufhäuser in den USA bereits 1997 geschlossen. Der amerikanische Woolworth-Konzern benannte sich erst in Venator um, seit 2001 heißt das Unternehmen Foot Locker und verkauft in erste Linie Sportartikel.
Woolworth Deutschland gehört seit Mitte 2010 der HH Holding und der Tengelmann-Gruppe.
Quelle: ScreenshotIhr Platz
Ihr Platz geht auf die 1895 gegründete Osnabrücker Seifenfabrik Frömbling, zurück. 1958 wurde der Firmenname in „der seifen-platz” geändert. Erst 1973 erhielt das Unternehmen den heutigen Firmennamen „Ihr Platz“. Zum Beginn des Jahres 2000 wurden rund 250 drospa Drogeriemärkte, die bis dahin zur Douglas Holding gehörten, von der Unternehmensgruppe Ihr Platz übernommen. Dies hatte den größten Umsatzschub der Firmengeschichte, kurz darauf ging es jedoch Berg ab.
2005 blieb Ihr Platz nur der Weg in die Insolvenz. Zwei Finanzinvestoren stiegen ein, ließen die Filialen umbauen und verkauften die Kette weiter. 2007 übernahm Schlecker Ihr Platz. Im Februar 2011 kündigte Schlecker ein neues Konzept an – das Markenwirrwarr sollte verschwinden, Ihr Platz sollte zur Premium-Markte aufgerüstet werden. Wie es im Zuge der Planinsolvenz von Schlecker mit den Ihr-Platz-Filialen weitergeht ist noch unklar.
Quelle: PressebildMäc-Geiz
Der Non-Food-Discounter mit Sitz in Landsberg verkaufte Haushaltsartikel. Im Gegensatz zu anderen Discountermärkten sind die Waren in den Mäc-Geiz-Filialen nicht nach Warengruppen geordnet, sondern nach Preisgruppen gestaffelt. 2002 erhielt Mäc-Geiz den Unternehmerpreis der ostdeutschen Sparkassen für sein Marketingkonzept. Am 18. Mai 2010 meldete Mäc Geiz Insolvenz an. Mäc-Geiz gibt einen Großteil der Filialen ab. Der Textildiscounter NKD führt einen Großteil der Standorte in NRW weiter. Die österreichische MTH Handels-Holding GmbH übernimmt den Geschäftsbetrieb inkl. Einkauf und Logistik unter der Geschäftsführung von Johannes Riedl & Christoph Pfeiffer. Derzeit gibt es 180 Filialen, Mäc Geiz beschäftigt 1300 Mitarbeiter.
Pleiten im Einzelhandel
Schlecker
Ende Februar meldete der Branchenprimus der Drogeriemärkte Insolvenz an. Das Unternehmen stand schon eine Weile vor dem Aus: Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz von Schlecker um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Auch 2011 wurden sinkende Erlöse erwartet, Zahlen zum Gewinn oder Verlust nennt Schlecker traditionell nicht. Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2011 bei über 30.000 in Deutschland und weiteren rund 17.000 im Ausland. Kürzlich mussten etwa 10.000 Schlecker-Frauen gehen.
"Hier werden diejenigen belohnt, die dem Größenwahn und der Gier frönen, während die Anständigen die Dummen sind", sagt Grupp. Schlecker habe das Geld, das er Hilfe seiner Beschäftigten hier verdient habe, für sich behalten beziehungssweise in die Expansion gesteckt. "Und jetzt, nachdem er gescheitert ist, wirft er das Deutschland vor die Füße", so Grupp.
Eine Planinsolvenz inklusive Insolvenzausfallgeld ermöglicht Schlecker, sich schnell von riesigen Kostenblöcken wie Ladenmieten oder Gehaltsansprüchen zu trennen bzw. diese neu ausuhandeln. Das bisherige Management bleibt unter der Oberaufsicht des Insolvenzverwalters im Amt und stellt einen neuen Geschäftsplan auf, der dem Unternehmen eine Überlebensperspektive eröffnet und den Gläubigern die größte Aussicht bietet, möglichst viel ihrer Außenstände bezahlt zu bekommen. Nicht auszuschließen, dass der steinreiche Unternehmer Anton Schlecker, der das operative Geschäft an seine Kinder übergeben hat, am Ende sogar als Gewinner aus der Insolvenz gehört. Ihm werfen Kritiker vor, das Unternehmen in den vergangenen Jahren sukzessive durch Missmanagement und Skandale im Umgang mit den Beschäftigten heruntergewirtschaftet zu haben.













