Trotz Amazon & Co.: Läden in Toplagen weiter stark gefragt

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exklusivTrotz Amazon & Co.: Läden in Toplagen weiter stark gefragt

von Harald Schumacher

Trotz des boomenden Online-Handels sind Ladenlokale in den Innenstadtlagen weiterhin begehrt.

Nach einer Erhebung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn, die der Wirtschaftswoche exklusiv vorliegt, werden vor allem gute Citylagen stark nachgefragt. In der aktuellen Erhebung des halbjährlichen Expertenpanels des Bundesinstituts erwarten 43 Prozent der befragten Immobilienprofis in den kommenden Monaten eine weiter steigende Nachfrage nach Ladenflächen in 1a-Citylagen. Bei schlechteren Lagen sank der Anteil der Optimisten hingegen auf zwei bis elf Prozent. Eine Zunahme der Leerstände erwarten für 1a-Citylagen nur zwei Prozent der Befragten, für zweitklassige Nebenlagen aber bis zu 50 Prozent.

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Für die wachsende Nachfrage in Toplagen sprechen die Ankündigungen großer Ketten und mittelständischer Händler, ihren stationären Handel auszubauen. Dazu gehören die schwedische H&M, die in Deutschland neue Modekette Pull&Bear des spanischen Modehändlers Inditex (Zara) sowie der italienische Wäsche- und Strumpf-Konzern Calzedonia, der sein Filialnetz von 30 auf 200 Geschäfte ausbauen will. Und die deutschen Maklerbüros des US-Immobiliendienstleisters CBRE haben den Exklusivauftrag, die türkische Kosmetikkette Flormar von hierzulande zehn Geschäften bis 2016 auf rund 100 zu vergrößern.

Hinzu kommen deutsche Modeketten wie Hallhuber, Brax und Hugo Boss sowie die Drogeriemärkte von dm und Rossmann, die ebenfalls expandieren. Sogar der Wuppertaler Staubsauger- und Küchengerätehersteller Vorwerk, der bislang ausschließlich auf Direktvertrieb setzte, will bis 2016 in Deutschland zusätzlich 120 Geschäfte eröffnen.

Der Kampf zwischen Internet und klassischen Läden ist noch nicht entschieden. „Vom Tod des stationären Handels zu sprechen, wäre eine Übertreibung“, sagte Josef Ming, für Handel zuständiger Partner bei der Beratung Bain in Zürich, der Wirtschaftswoche. Bis 2020 wird sich nach Mings Prognose der Online-Anteil über alle Branchen hinweg verdoppeln bis verdreifachen, sich also irgendwo zwischen 15 und 20 Prozent einpendeln.

Professor Gerrit Heinemann, Handelsexperte der Hochschule Niederrhein, geht von ähnlichen Größenordnungen aus. Er prognostiziert, dass der Umsatzanteil des Online-Handels bis 2020 von jetzt knapp sieben auf voraussichtlich 15 Prozent steigen werde.

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