Tütenschleppen ist passé : Wenn Emmas Enkel den Einkauf erledigen

Tütenschleppen ist passé : Wenn Emmas Enkel den Einkauf erledigen

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Emmas Enkel-Gründer Benjamin Brüser und Sebastian Diehl. Kunden können vor Ort an der Theke oder per Ipad ihre Produkte bestellen.

von Nele Hansen

Experten räumen dem Online-Handel von Lebensmitteln in Deutschland keine großen Chancen ein. Warum eigentlich? Ein Selbsttest zeigt: Einkaufen im Netz funktioniert prima. Bis auf die Erdbeeren.


Freitagabend 20 Uhr. Tatort Supermarkt. Anzugträger hetzen durch die Gänge, endlose Schlangen an den Kassen. Bezahlen. Fluchend durch den Feierabendstau. Endlich in die rettende Tiefgarage. Die letzte Etappe: Vier Tüten in den vierten Stock schleppen, ohne Eier und Kirschtomaten zu zerquetschen. Der Wocheneinkauf auf den letzten Drücker hat in Deutschland Tradition. Spaß macht er keinen. Dabei könnte es so einfach sein. Unsere Nachbarn in der Schweiz und in Großbritannien kaufen ihre Lebensmittel immer öfter online ein. Gemütlich von der Couch aus - das Geschäft mit den im Netz bestellten Lebensmitteln boomt. Mehr als drei Prozent des Umsatzes werden in Großbritannien Online gemacht. Und zwischen 2010 und 2015 soll er sich noch einmal verdoppeln, prognostiziert das britische Marktforschungsinstitut IGD.

Doch obwohl die Deutschen wie wild Schuhe und Bücher online bestellen, fristet der Lebensmittelversand immer noch ein Nischendasein. Nur etwa 0,3 Prozent des 200 Milliarden Euro schweren Lebensmittelgeschäfts werden online erzielt.

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Werbesprech Der E-Commerce und seine Kollateral-Schäden

Der Online-Handel boomt wie nie zuvor. Doch der Wettbewerb um den Preis führt zum endgültigen Ende der Servicequalität. Für den Drahtseilakt zwischen „Gut“ und „Günstig“ kann aber es nur eine Lösung geben.

Quelle: dpa

Den Markt teilen sich bislang Start-ups wie Mymuesli, Emmas Enkel und Allyouneed, Nischenanbieter und Lebensmittelhändler wie Rewe Online und Kaiser’s Tengelmann, die Pilotprojekte in Metropolregionen gestartet haben.

Auswahl von Anbietern und ihre Konditionen:

Anbieter

Mindest-bestellwert

Lieferzeitraum

Liefergebühr

Region

Rewe Online

40 Euro

Frei wählbar zwischen 8 und 22 Uhr

3-7 Euro  (ab 150 Euro Bestellwert 2 Euro)

Metropolregionen

Bringmeister (Kaiser’s Tengelmann)

15 Euro

Frei wählbar zwischen 9 und 23 Uhr

Meist 4 Euro

München, Berlin, Düsseldorf

Allyouneed.com

-

Frei wählbar in Köln und im Ruhrgebiet

4,90 (frei ab 20 Euro Bestellwert)

deutschlandweit

Edeka24.de*

9,98 Euro

Nicht wählbar

3,95

deutschlandweit

Emmas Enkel

-

Frei wählbar zwischen 10 und 22 Uhr

4 Euro (ab 40 Euro umsonst), 6 Euro bei DHL-Lieferung

Essen und Düsseldorf, Teile des Sortiments deutschlandweit

Mytime.de

-

Frei wählbar zwischen 7 und 22 Uhr

4,99 Euro (ab 65 Euro versand-kostenfrei)

deutschlandweit

*Edeka24.de liefert keine frischen Produkte; alle anderen Anbieter liefern Vollsortiment

Der Grund für die Zurückhaltung beim Kauf von Obst und Gemüse übers Internet: Die Margen sind zu gering und die deutschen Kunden - im Gegensatz zu den Briten - nicht bereit, zusätzlich etwas für den Lieferservice zu zahlen. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren des HandelsMonitor 2012/2013. „E-Commerce wird sich in immer mehr Branchen durchsetzen – aber in Deutschland nicht im Lebensmittelhandel“, sagt Bernhard Swoboda, Handelsexperte der Universität Trier, voraus.

Trotzdem kündigte die Deutsche Post vergangene Woche an, in den Lebensmittelversand einzusteigen. „Unser Ziel ist es, dem Lebensmittel-Versand in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen“ sagte Andrey Busch, Leiter des Paketgeschäfts von DHL dem Nachrichtenportal Der Westen.

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