TV-Kritik „Markencheck extra“: Wer hat die meisten Milchaufschäumer?

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TV-Kritik „Markencheck extra“: Wer hat die meisten Milchaufschäumer?

Quelle:Handelsblatt Online

Beim „Markencheck extra“ lässt der WDR Handelsketten in einem inszenierten Wettstreit gegen kleine Fachhändler antreten. Der Elektronikmarkt Saturn war zuerst dran. Das Ergebnis ist ebenso uninspiriert wie vorhersehbar.

Die schärfsten Schwerter öffentlich-rechtlicher Service-Berichterstattung sind die Fußgängerzonenumfrage und der Versteckte-Kamera-Handwerkertest. Das ist nicht nur ein sehr, sehr trauriger Satz, der den gebührenfinanzierten Verbraucherjournalismus in Deutschland beschreibt. Sondern auch Inhalt der neusten WDR-Erfindung, für die ein Redakteur den genialen Einfall hatte, beide Elemente in ein- und derselben Sendung zusammenzuführen.

„Markencheck extra“ heißt die Reihe, die an das bekannte „Erfolgsformat“ anknüpfen soll, das sich seit 2011 der Aufklärung von Werbeversprechen der deutschen Wirtschaft verpflichtet sieht. Und dann meistens doch bloß mit erstaunlichem Aufwand Oberflächlichkeiten abprüft.

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Auf die Beschwerde der Handelskette Rewe über die Art der Berichterstattung kritisierte im vergangenen Jahr selbst der WDR-Rundfunkrat „nicht immer nachvollziehbare Maßstäbe, fragwürdige Vergleiche und Ungenauigkeiten“. Weil es sich beim „Markencheck“ aber „nicht um eine Nachrichtensendung“ handelt, blieb die Kritik ohne direkte Konsequenz.

Neuer Vorstand Metro bekennt sich zu Media-Saturn

Media-Saturn ist Sorgenkind des Handelsriesen Metro. Mit einem neuen Vorstandsposten sollen die Probleme rasch gelöst werden. Das Media- Saturn dadurch aber einen Fachmann verliert, sorgt für neuen Streit.

huGO-BildID: 26869923 ARCHIV -Eine Leuchtreklame mit der Aufschrift "Metro" und "Media Markt" steht am12.01.2005 vor der Zentrale des Handelskonzerns Metro in Düsseldorf. Seit mehr als einem Jahr tobt um Media Markt und Saturn ein Machtkampf. Der Handelskonzern und Mehrheitseigner Metro kann wegen Vetorechten der Gründer nicht durchregieren. Und das Management sitzt zwischen den Fronten. Foto: Rolf Vennenbernd dpa/lby +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Jetzt hat die Redaktion ihre Sendung geringfügig verändert und lässt die Industrie-Goliaths in einer Art Wettstreit gegen diverse Davids antreten. Am Montagabend durften sich Foto- und Fernsehfachhändler aus Düren mit ihren Leistungen am Elektronikgroßmarkt Saturn messen. Nach Punktvergaben in den Kategorien „Auswahl“, „Preis“, „Service“ und - nun ja - „Regiofaktor“ stand fest: Saturn hat mehr Milchaufschäumer und Kopfhörer im Sortiment, dafür kann man im Elektronik-Fachhandel ganz gut Fotoalben und Bilderrahmen kaufen.

Die Beratung ist mal so, mal so. 78 Prozent der Dürener Fußgängerzonenbenutzer finden den kleinen Fachhändler sympathischer, kaufen nachher aber doch bei der Metro-Kette Saturn. Und wenn man die Zahl der Beschäftigten auf den Gesamtumsatz runterrechnet, dann beschäftigt Saturn zwar mehr Leute, aber der Fachhandel sorgt für mehr Jobs. Oder so.

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