Übernahme: Advent legt Angebot für Douglas vor

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Übernahme: Advent legt Angebot für Douglas vor

von Rebecca Eisert

Der US-Finanzinvestor Advent hat für Douglas ein Übernahmeangebot in Höhe von 38 Euro pro Aktie vorgelegt. Von der Börse nehmen will Advent den Handelskonzern aber nicht.

Nach monatelangem Ringen hat der US-Investor Advent nun ein Übernahmeangebot für den Parfüm-, Schmuck- und Buchhandelskonzern Douglas vorgelegt. Mit 38 Euro je Aktie liegt das Angebot des Konzerns drei Euro über dem Kurs der Aktie in der zweiten Oktober-Woche. Damit bewertet der Investor den Ende der 40er Jahre gegründeten Handelskonzern mit 1,5 Milliarden Euro. Es wäre die zweitgrößte Übernahme durch einen Finanzinvestor in Deutschland in diesem Jahr. Advent hat unter anderem schon mit der Beteiligung am Modehaus Takko Erfahrungen im deutschen Einzelhandel gesammelt.

Douglas soll börsennotiert bleiben

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Nun muss noch der Douglas-Aufsichtsrat von Jörn Kreke bei einer an diesem Montag stattfindenden Sitzung zustimmen. Zumindest irritierend ist die Ansage des Investors, Douglas nicht von der Börse nehmen zu wollen. Denn genau mit dieser Zahl hatte sich Douglas auf Investorensuche begeben. Der Frankfurter Advent-Geschäftsführer Ranjan Sen sagte jedoch: "Gegenstand unseres Angebots und unseres Bestrebens ist kein Delisting der Aktie." Vielmehr sei die Übernahme von mindestens 75 Prozent der Anteile das Ziel. Advent strebe an, die wesentlichen Konditionen des Angebots bis Ende dieses Jahres zu erreichen. Dazu gehöre neben der Übernahmenschwelle von 75 Prozent die Freigabe durch die Kartellbehörde. "Wenn das schneller gehen sollte, würde es uns freuen," betonte Sen.

Advent hatte in den vergangenen Wochen um die Aktienpakete der beiden Großaktionäre - der Oetker-Gruppe und dem schwäbischen Drogerieunternehmen Erwin Müller geworben. Die Gründerfamilie Kreke wie auch die Großaktionäre Oetker und der Drogeriekettenbetreiber Müller hätten vertraglich zugesichert, so Advent, die Offerte zu dem avisierten Preis anzunehmen. Oetker und Müller halten derzeit zusammen etwa 37 Prozent an Douglas, die Familie Kreke kommt auf mehr als zwölf Prozent. Letztgenannte soll am Ende der Transaktion 20 Prozent an der neuen Douglas-Eigentümerholding halten, Advent die restlichen 80 Prozent.

Douglas leidet seit einigen Jahren unter seinen schwächelnden Buchhandelstochter Thalia. Sie kann sich gegen die starke Konkurrenz der Online-Händler wie Amazon nicht behaupten. Die Umsätze sinken kontinuierlich, Douglas musste bereits knapp 130 Millionen Euro auf Thalia abschreiben. Die Sanierung dürfte Jahre in Anspruch nehmen. Zu Douglas zählen neben den Douglas-Parfümerien auch die Juwelier-Geschäfte Christ, die Süßwarenkette Hussel und das Modehaus Appelrath-Cüpper.

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Die Beteiligung des Douglas-Clans im Überblick (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Zuletzt setzte der börsennotierte Handelskonzerns knapp 3,4 Milliarden Euro um. Die Zügel hält die Familie Kreke in der Hand. Henning Kreke ist Vorstandsvorsitzender der Douglas-Holding, Vater Jörn ist Chefaufseher und Schwiegersohn Michael Hinderer sitzt ebenfalls im Kontrollgremium.

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Es war Henning Kreke, der schließlich in die Offensive ging. Im Frühjahr verkündete der Douglas-Chef, er wolle einen Finanzinvestor an Bord holen, einen „Weggefährten auf Zeit“, um Douglas von der Börse zu nehmen und Thalia in Ruhe neu auszurichten. Das Interesse war verhalten, lediglich die Advent-Gruppe scheint Potenzial zu sehen.

Die Parteien ließen am Montag die wie in solchen Fällen üblichen, optimistischen Aussagen verkünden: Aufsichtsratschef Jörn Kreke zeigte sich "überzeugt, mit Advent International den richtigen Partner an unserer Seite zu haben, um die Douglas-Gruppe strategisch neu auszurichten und im Interesse der gesamten Firmengruppe und ihrer engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu weiterem erfolgreichem Wachstum zu verhelfen". Advent-Geschäftsführer Ralf Huep sagte, gemeinsam mit der Familie Kreke "werden wir den Vorstand und die Mitarbeiter unterstützen, den Wachstumskurs der Douglas-Gruppe erfolgreich fortzusetzen und die Chancen des strukturellen Wandels in der Einzelhandelsbranche aktiv zu nutzen". In einigen Monaten wird sich zeigen, was von derlei hoffnungsvollem Geplänkel übrigbleibt.

Mit Material von dpa/reuters

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