Übernahme der Kette: Benko geht bei Kaufhof in die Offensive

Übernahme der Kette: Benko geht bei Kaufhof in die Offensive

, aktualisiert 27. November 2011, 14:57 Uhr
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Großinvestor René Benko.

Quelle:Handelsblatt Online

Kampf der Investoren: René Benko und Nicolas Berggruen haben Konzepte für Kaufhof vorgelegt. Nun liegt der Ball bei Metro. Bis Jahresende soll eine Entscheidung her - die könnte von Stellenstreichungen abhängig sein.

Berlin/DüsseldorfMit öffentlichen Zusagen über millionenschwere Investitionen kämpft der Österreicher René Benko um den Zuschlag für die Warenhauskette Kaufhof. Gebe der Handelskonzern Metro seine Tochter an Benkos Aktiengesellschaft Signa Prime, würde er in den nächsten zwei bis drei Jahren rund 800 Millionen Euro „zusätzlich zu dem, was Kaufhof ohnehin Jahr für Jahr investiert“, in die Warenhauskette stecken, sagte Benko dem „Tagesspiegel“.

Die Finanzierung sieht Benko dabei als gesichert an. Das Investment könne mit bis zu 50 Prozent Eigenkapital unterlegt werden, sagte er dem Magazin „Wirtschaftswoche“. „Das haben wir gegenüber dem Metro-Management auch durch Bankbestätigungen untermauert.“

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An Signa Prime ist neben Benko unter anderem auch der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking mit 3,6 Prozent beteiligt. Bisher war Benko allerdings lediglich als Immobilien-Investor aufgetreten. Er besitzt unter anderem einige Häuser des Kaufhof-Konkurrenten Karstadt.

Sollte der Kaufhof-Coup gelingen, will Benko „massiv in die Filialen investieren“ und neue Standorte erschließen. „Es gibt immer noch den einen oder anderen weißen Fleck in Deutschland, vor allem interessiert uns aber auch die Expansion ins Ausland.“ Deshalb sei auch ein Stellenabbau „überhaupt kein Thema“, sagte Benko weiter.

Bei seinem Werben um Kaufhof hat Benko mit dem Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen einen profilierten Konkurrenten. Er hat ebenfalls Interesse an Kaufhof und könnte beide Ketten verschmelzen. Jüngst bekannt gewordene Planspiele aus dem Berggruen-Umfeld sehen dabei jedoch den Wegfall von bis zu 6.000 Arbeitsplätzen vor. Mit dem „Projekt Zeus“ ließen sich demnach pro Jahr 150 bis 250 Millionen Euro an zusätzlichen Gewinnen realisieren.


Wettbieten schließt Berggruen aus

In einem Brief an Berggruen soll die Metro-Spitze Klärungsbedarf zu möglichen Schließungen und Plänen für den Jobabbau angemeldet haben, meldete die „Wirtschaftswoche“ aus dem Konzernumfeld. Ein Sprecher Berggruens habe erklärt, dass es sich bei „Projekt Zeus“ aber nur um Überlegungen eines externen Beraters gehandelt habe. Das Papier sei „nicht Gegenstand konkreter Planungen“ gewesen.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sieht eine mögliche Fusion von Karstadt und Kaufhof derweil gelassen. „Die Frage wäre, ob eine Fusion von Karstadt und Kaufhof die Gewichte wirklich verschieben würde“, sagte Mundt dem „Tagesspiegel“.

Auf ein Wettbieten mit Berggruen will sich Benko auf jeden Fall nicht einlassen. „Wir wollen Kaufhof mit Sicherheit nicht um jeden Preis. Wir haben klare Preisvorstellungen“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Wenn Metro die akzeptiere, sei er bereit, auch kurzfristig den Kaufvertrag zu unterschreiben. Eine Entscheidung über den Kaufhof-Zuschlag soll noch vor Jahresende fallen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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