Überraschender Einstieg: Paragon soll Weltbild in die Zukunft führen

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Überraschender Einstieg: Paragon soll Weltbild in die Zukunft führen

, aktualisiert 12. Mai 2014, 17:13 Uhr
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Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Paragon will die Mehrheit des insolventen Weltbild-Verlags übernehmen.

Diesen Namen hatte niemand auf dem Zettel: Finanzinvestor Paragon eilt dem insolventen Weltbild-Verlag zu Hilfe. Für die Beschäftigten ist das eine gute Nachricht: Mehr als 2000 Jobs sollen dauerhaft gesichert werden.

Monatelang war über den künftigen Eigentümer des insolventen Medienhändlers Weltbild spekuliert worden. Reihenweise wurden große Namen in der Gerüchteküche gehandelt, einige Interessenten brachten sich selbst ins Gespräch, und vom Insolvenzverwalter gab es regelmäßig keinen Kommentar dazu. Nun ist raus, wer den bisherigen Kirchenkonzern in eine bessere Zukunft führen soll: Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Paragon wird voraussichtlich den Augsburger Konzern mit mehr als 2000 Mitarbeitern übernehmen.

Diesen Namen hatte niemand auf dem Zettel. Paragon hat mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bereits einen Vorvertrag geschlossen. Details müssen zwar noch ausgehandelt werden, doch für die Beschäftigten hat Geiwitz bereits gute Nachrichten parat: Die Verlags- und Handelsgruppe soll insgesamt erhalten bleiben, eine Zerschlagung ist nicht geplant und mehr als 2000 Jobs sollen dauerhaft gesichert werden.

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Paragon kümmert sich seit 2004 um die Übernahme und Sanierung von kriselnden mittelständischen Betrieben. So hat die Gesellschaft das Nachhilfe-Franchiseunternehmen Schülerhilfe 2009 übernommen und nach vier Jahren weiterverkauft. Auch im Handel ist Paragon bislang schon aktiv, doch dabei geht es um Beteiligungen an Spezialhändlern wie der Motorradzubehör-Kette Polo und dem Lkw-Ersatzteile-Distributor Europart.

Der Buchhandel, der auf die große Masse an Konsumenten zielt, ist insofern ein neues Feld. Die Investoren wollen nun „insbesondere Wachstumschancen im Onlinegeschäft“ nutzen. Das Digitalgeschäft ist genau der Bereich, in dem die katholischen Eigner in der Vergangenheit am Platzhirschen Amazon gescheitert sind. Doch in der deutschen Verlagsbranche hoffen viele darauf, dass es auch künftig einen mächtigen heimischen Gegenspieler zu dem US-amerikanischen Giganten gibt - das ist eine der Chancen von Paragon.

Vor fast drei Jahren begann der Abstieg von Weltbild mit Negativschlagzeilen über schlüpfrige Bücher beim katholischen Buchhändler. Dass die Kirche ausgerechnet an Porno-Literatur wie „Schlampen-Internat“ oder „Das neue Kamasutra“ mitverdient, war schwer zu vermitteln - und auch etliche Bischöfe wendeten sich von ihrem eigenen Unternehmen ab. Danach wurden die roten Zahlen immer länger, zuletzt soll Weltbild ein Minus von etwa 100 Millionen Euro im Jahr verbucht haben.

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Als die Kirche zum Jahresanfang 2014 den Geldhahn zudrehte, endete der bereits begonnene Sanierungskurs für die Manager mit dem Gang zum Insolvenzgericht. Nun ist die Kirche erleichtert: „Mit dem Einstieg des Finanzinvestors Paragon wird der vorläufige Endpunkt der Sanierung der Verlagsgruppe Weltbild GmbH erreicht, die die kirchlichen Gesellschafter unter anderem durch ein Massedarlehen mit ermöglicht haben“, sagte der Weltbild-Aufsichtsratsvorsitzende, der Münchner Generalvikar Peter Beer, am Montag.

Auch für Insolvenzverwalter Geiwitz ist es eine Erfolgsgeschichte. Denn anders als bei Weltbild musste er vor zwei Jahren als Krisenmanager von Schlecker das Ende eines deutschen Traditionsunternehmens verkünden. Von der Abwicklung eines bundesweit präsenten Konzerns bleibt Geiwitz in Augsburg nun voraussichtlich verschont.

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