Umsatzboom: Fairer Handel auf dem Vormarsch

Umsatzboom: Fairer Handel auf dem Vormarsch

von Inga Methling

Nicht mehr der Preis, sondern hohe Qualität und Herkunft der Lebensmittel sind den Deutschen beim Einkauf wichtig. Der Fair-Trade-Umsatz hat sich hierzulande auf eine halbe Milliarde Euro gesteigert.

Billigprodukte vom Discounter sind out – Bio ist in: Das zeigt auch das rasante Wachstum des Fair-Trade-Marktes, also der Handel mit ökosozialen Gütern. Lag der Umsatz mit Fair-Trade-Produkten in

Deutschland 2005 noch bei 72 Millionen Euro, waren es 2012 bereits 533 Millionen. Inzwischen kennen 87 Prozent der deutschen Verbraucher Produkte aus fairem Handel, so das Ergebnis einer Umfrage. 42 Prozent der über 16-Jährigen kaufen gelegentlich Fair-Trade-Produkte, jeder Achte (zwölf Prozent) kauft sogar regelmäßig oder so oft es geht fair gehandelte Waren.

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Auch weltweit lässt sich ein konstantes Wachstum des Fair-Trade-Marktes beobachten. 2011 konnte der Umsatz auf knapp fünf Milliarden Euro gesteigert werden, das entspricht einer Wachstumsrate von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Fair Trade heißt, dass die Erzeuger aus Entwicklungsländern einen festen Preis bekommen, der über dem Weltmarktpreis liegt. Damit soll den Produzenten ein höheres und verlässlicheres Einkommen ermöglicht werden. Dazu wird außerdem versucht, langfristige „partnerschaftliche“ Beziehungen zwischen Händlern und Erzeugern aufzubauen.

Galt Deutschland lange als Heimatland der Discounter, zeichnet sich nun offenbar eine Trendwende ab. Den Deutschen vergeht die Lust auf Aldi, Lidl und Co. Erstmals seit mehreren Jahren verringerte sich die Zahl der Billig-Märkte. Wie das EHI Retail Institut, eine Forschungseinrichtung des Handels, mitteilte, schmälerte sich die Zahl der Discounter leicht um 69 Märkte auf 16.393. Zugleich stieg im vergangenen Jahr die Zahl der klassischen Supermärkte deutlich stärker als in den Vorjahren, um mehr als 300 auf 10.505. Seit 2008 ist deren Zahl damit um 840 Märkte gewachsen. „Neben dem Preis setzt der Kunde zunehmend auf Präsentation, Erlebnis und Nachhaltigkeit“, sagt Marco Atzberger, Geschäftsleitung von EHI.

Der niedrige Preis steht beim Einkauf nicht mehr an erster Stelle. Für 85 Prozent der Deutschen ist einer Umfrage des Zukunftsinstituts zufolge hohe Qualität entscheidend, das Preis-Leistungsverhältnis folgt erst auf Platz zwei. Der gesundheitliche Mehrwert, die Herkunft und eine authentische und ehrliche Kommunikation der Marke folgen auf den weiteren Rängen. 50 Prozent der Verbraucher sind sogar dazu bereit, zehn Prozent mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben.

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Zahlreiche Gütesiegel helfen dem Käufer dabei,  ökosoziale Produkte von herkömmlichen zu unterscheiden. In Deutschland sind die bekanntesten Labels im Bereich Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Sozialverträglichkeit das Deutsche Bio-Siegel, das Logo des World Wide Fund for Nature WWF und das Umweltzeichen für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen „Der Blaue Engel“. Fair Trade, das einzige Sozial-Siegel, liegt beim Bekanntheitsgrad auf Platz sechs. 

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