Umsatzerosion: Weckruf für den stationären Handel

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Umsatzerosion: Weckruf für den stationären Handel

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55 Prozent der Internetnutzer in Deutschland können sich nicht vorstellen, dass sie künftig Waren nur noch im Internet kaufen. Dort der Trend geht klar zu Online-Angeboten.

von Henryk Hielscher

Das Online-Geschäft krempelt den Einzelhandel dramatisch um. Weil immer mehr Kunden ins Netz abwandern, droht stationären Händlern eine Umsatzerosion. Die Überkapazitäten sind gewaltig.

Tengelmann-Chef Karl Erivan Haub war pessimistisch: „Wir haben enorme Überkapazitäten: 25 bis 30 Prozent der Ladenfläche sind überflüssig“, sagte er Anfang Dezember der WirtschaftsWoche.  „Die Demografie und die Abwanderung der Kunden ins Internet werden die Situation weiter verschärfen.“

Nun stützt eine neue Studie Haubs These vom Wandel im Handel. Laut einer repräsentativen Studie, die die Online-Handelsplattform Ebay in Auftrag gegeben hat, können sich zwar 55 Prozent der Internetnutzer in Deutschland zwar nicht vorstellen, dass sie künftig Waren nur noch im Internet kaufen. 45 Prozent erwarteten allerdings einen sehr starken Trend hin zu Online-Angeboten. Große Unterschiede gibt es nach wie vor bei den verschiedenen Produktgruppen - nicht alles möchten die Kunden wirklich online kaufen.

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Die Folgen für den stationären Handel sind dramatisch: Es sei bereits seit einigen Jahren bemerkbar, dass die Zahl der Kunden im stationären Handel deutlich zurückgeht, sagt Gerrit Heinemann, Professor an der Hochschule Niederrhein. „In den letzten Jahren ist in den kleinen und mittleren Städten in Deutschland die Besucherzahl um rund 20 Prozent zurückgegangen, bis zu 25 Prozent der Läden steht dort teilweise leer“. Heinemanns Fazit: „Wenn der stationäre Handel nicht wach wird, wird er sich mittelfristig nicht halten können.“

Andere Untersuchungen vermitteln ein ähnliches Bild. Ihr Tenor: Im stationären Handel herrscht Handlungsbedarf. So hat Unternehmensberatung OC&C jüngst das Kaufverhalten der Verbraucher analysiert und dafür 25.000 Konsumenten aus acht Ländern befragt. Die Ergebnisse sind für den stationären Handel in Deutschland besorgniserregend: Deutsche Verbraucher kaufen demnach lieber im Online-Shop als im stationären Handel. Die Online-Anbieter verstehen die Kundenbedürfnisse oft besser und bieten aus Kundensicht ein überlegenes Leistungsversprechen.

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Das OC&C-Ranking der  überzeugendsten Händler führt denn auch der Online-Anbieter Amazon mit 90,2 Indexpunkten an. Auf Platz zwei folgt mit dm (85,5 Punkte), zwar ein stationäres. Unter den Top 20 befinden sich mittlerweile insgesamt aber schon fünf Online-Händler: Neben Amazon und Ebay konnten Dawanda, Notebooksbilliger und Zalando in die Spitzengruppe vorstoßen

Wie der stationäre Handel auf die Online-Drift der Kundschaft reagiert, dürfte die Branche noch über Jahre bewegen und zum dominierenden Thema der Zunft werden. Zwar dürften die Filialgeschäfte kaum aussterben, doch Anpassungen und Kombinationen von Online- und Offline-Geschäften werden schon seit längerem erwartet. Im Weihnachtsgeschäft hat eBay in Berlin einen Laden eröffnet, wo Kunden ausgewählte Geschenkartikel durchstöbern und mit dem Smartphone mobil einkaufen können. Dafür scannen sie den dazugestellten QR-Code, ein dem Barcode ähnlicher Zeichen-Code, der direkt auf eine Internet-Seite verlinkt. Überhaupt sprechen Experten dem Smartphone eine wesentliche Rolle bei der Veränderung des Einkaufens zu.

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