Umtauschparadies Deutschland: Warum Händler großzügiger werden

Umtauschparadies Deutschland: Warum Händler großzügiger werden

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Eine Kassiererin vergleicht in einem Kaufhaus eine Retouren-Quittung mit der dazugehörigen Ware.

Zwei Wochen, zwei Monate, ein Leben lang - Umtauschfristen werden in Deutschland länger. Das ist nicht zuletzt dem Druck des Online-Handels zu verdanken. Doch machen Männer und Frauen davon unterschiedlich Gebrauch.

Deutschland entwickelt sich zum Umtauschparadies. Unter dem Druck der Internet-Konkurrenten räumen immer mehr Textilhändler, Möbelläden und Lebensmittelgeschäfte ihren Kunden für Einkäufe Rückgabefristen von vier Wochen oder mehr ein.

Retourenquote nach Zahlungsweise

  • Kleidung und Accessoires

    Rücksendequoten für Mode-Artikeln

    Rechnung: 55,65 Prozent

    E-Payment: 44,10 Prozent

    Vorkasse: 30,15 Prozent

  • Elektronik und Technik

    Rücksendequoten für Unterhaltungselektronik

    Rechnung: 18,60 Prozent

    E-Payment: 13,68 Prozent

    Vorkasse: 8,59 Prozent

    Quelle: Forschungsgruppe Retourenmanagement, Universität Bamberg

  • Bücher und Medien

    Rücksendequoten für Bücher und Medien

    Rechnung: 11,45 Prozent

    E-Payment: 8,08 Prozent

    Vorkasse: 4,46 Prozent

Sogar unbefristete Umtauschangebote sind inzwischen zu finden. Dabei gilt beim Shoppen im Laden eigentlich der Rechtsgrundsatz: Gekauft ist gekauft.

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„Die Händler in Deutschland waren schon immer recht kulant beim Umtausch. Aber durch den Online-Handel ist der Druck, in diesem Bereich kundenfreundlich zu agieren, noch einmal deutlich gewachsen“, erklärt der Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU.

Schließlich ist im Online-Handel eine Umtauschfrist von 14 Tagen aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bei den meisten Produkten selbstverständlich. Daran habe sich der Kunde gewöhnt, heißt es beim Handelsverband Deutschland (HDE). In der Praxis werde eine solche Umtauschmöglichkeit inzwischen „häufig selbstverständlich vorausgesetzt und zum Teil selbstbewusst eingefordert“.

Retouren Deutschland im Rücksendewahn

Erst kommt der Shopping-Rausch, dann der Retourenwahn: In diesen Tagen schicken tausende Deutsche mögliche Weihnachtsoutfits und Geschenke zurück. Die Kunden werden immer dreister - doch die Onlinehändler nehmen das hin.

Versandhandel: Die Deutschen sind Retouren-Meister. Quelle: Getty Images, Montage

Viele Händler bemühen sich inzwischen deshalb, diese Vorgabe noch zu übertreffen. So geben etwa H&M, Primark und KiK ihren Kunden vier Wochen Zeit, sich den Kauf noch einmal zu überlegen. Andere gehen noch einen Schritt weiter. Aldi Nord etwa nimmt Lebensmittel „zeitlich unbegrenzt und ohne Vorlage des Kassenbons“ zurück. Auch Aldi Süd ist „jederzeit“ dazu bereit. Lidl tut das Gleiche.

Der schwedische Möbelgigant Ikea bot seinen Kunden seit August 2014 unter dem Motto „Wir wollen, dass Du glücklich bist“ ein unbefristetes Rückgaberecht. Am Mittwoch ruderte Ikea allerdings zurück und kündigte an, die Umtauschfrist ab dem 1. September 2016 wieder zu verkürzen: auf immer noch recht großzügige zwölf Monate.

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