Unternehmen sieht keine Gefahr: Weltbild droht Insolvenz

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Unternehmen sieht keine Gefahr: Weltbild droht Insolvenz

Neuer Wirbel um den Weltbild-Verlag. Nach Informationen der „F.A.Z.“ ist das Unternehmen, hinter dem die katholischen Kirche steht, akut gefährdet. Die Geschäftsführung widerspricht vehement.

Der von der katholischen Kirche getragenen Verlagsgruppe Weltbild droht nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ die Insolvenz. Nach „F.A.Z.“-Informationen ist die Zukunft des Unternehmens mit 6800 Beschäftigten akut bedroht. Die Weltbild-Geschäftsführung in Augsburg dementierte das. „Aus Sicht der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Weltbild ist der Fortbestand des Unternehmens in keiner Weise gefährdet“, erklärte die Geschäftsführung am Montag.

Die größten Publikumsverlage der Welt

  • Random House

    Random House (Deutschland/USA) - Penguin (Großbritannien)

    Umsatz 2011: 3 Milliarden Euro
    Verlage: u.a. Goldmann, Heyne, C. Bertelsmann, Siedler, Manesse, Dorling Kindersley, Viking, Rough Guides
    Neuerscheinungen: 15.000 pro Jahr
    Mitarbeiter: 11.000

  • Hachette Book

    Stammsitz: Fankreich

    Umsatz 2011: 2,04 Milliarden Euro

  • Grupo Planeta

    Stammsitz: Spanien

    Umsatz 2011: 1,77 Milliarden Euro

  • Holtzbrinck/Macmillan

    Stammsitze: Deutschland/USA

    Umsatz 2011: 1,5 Milliarden Euro

  • Scholastic

    Stammsitz: USA

    Umsatz 2011: 1,47 Milliarden Euro

Wie die Zeitung in ihrer Dienstagausgabe schreibt, „verhalten sich die Geschäftsbanken einschließlich der kirchlichen Banken Liga und Pax so, dass die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens nicht ausgeschlossen ist“. Hintergrund sei ein Grundsatzstreit über die Zukunft von Weltbild, über die die Gesellschafter im Clinch lägen.
Wegen Erotik- und Esoterikangeboten des Verlages will sich die katholische Kirche von dem Unternehmen trennen. Im vergangenen Jahr fiel daher der Entschluss, die Anteile der Gesellschafter in eine Stiftung zu überführen. Dieses Vorhaben wurde bis heute jedoch nicht verwirklicht.

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Weltbild-Chef Verkauf des Verlags nur als Ganzes sinnvoll

Der Chef der kircheneigenen Verlagsgruppe Weltbild Carel Halff wehrt sich gegen eine Zerschlagung des größten deutschen Buchhändlers, dem Weltbild-Verlag.

Carel Halff, Chef der Augsburger Verlagsgruppe Weltbild. Quelle: Bernd Auers für WirtschaftsWoche

Die im „F.A.Z.“-Bericht angesprochenen Fragen „betreffen im Wesentlichen unsere Gesellschafter“, teilte Weltbild mit. Darum wolle sich die Geschäftsführung dazu nicht äußern. Ein Sprecher des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD), der gemeinsam mit zwölf Diözesen und der Soldatenseelsorge Berlin Weltbild-Gesellschaft ist, wollte dazu am Montag aber ebenfalls nichts sagen und verwies seinerseits auf die Weltbild-Geschäftsführung. Die Gewerkschaft Verdi hatte von einer möglicherweise drohenden Insolvenz nach Angaben eines Sprechers am Montag noch nichts gehört.
Die Verlagsgruppe Weltbild beschäftigt nach eigenen Angaben 6800 Mitarbeiter, davon etwa 3500 an ihrem Stammsitz Augsburg. Der Umsatz belief sich nach den letzten veröffentlichten Zahlen auf annähernd 1,6 Milliarden Euro. Zuletzt hatte Weltbild nach eigenen Angaben „vorübergehend“ Verluste eingefahren. Grund seien Kosten für den „Umbau zu einem Online- und Digitalgeschäft“.

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