Unternehmerdynastie: Haniel sucht den Weg aus der Krise

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Unternehmerdynastie: Haniel sucht den Weg aus der Krise

Schulden, Verluste und eine komplizierte Gesellschafterstruktur: Seit einem Jahr lenkt Stephan Gemkow den Mischkonzern Haniel. Er hat alle Hände voll zu tun, um das Unternehmen auf Kurs zu bringen.

Es ist keine leichte Zeit für Haniel. Die auf eine mehr als 250-jährige Geschichte zurückblickende Duisburger Unternehmerdynastie musste zuletzt Milliardenverluste verkraften. Die Geschäfte bei den wichtigsten Investments - dem Handelsriesen Metro und dem Pharmahändler Celesio - laufen schlecht. Außerdem lastet ein hoher Schuldenberg auf dem Unternehmen.

Doch seit gut einem Jahr versucht der neue Konzernchef Stephan Gemkow, das angeschlagene Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Die Vorlage des Halbjahresfinanzberichts am Freitag (30.8.) bietet ihm deshalb Gelegenheit für eine Zwischenbilanz seiner Arbeit.

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Gemkow, der vor seinem Wechsel zu Haniel als Finanzvorstand der Lufthansa das Geld bei Deutschlands größter Airline zusammenhielt, hatte im August 2012 die Führung des Familienunternehmens übernommen. Eine Aufgabe, die sowohl Durchsetzungsvermögen als auch Fingerspitzengefühl verlangt. Fingerspitzengefühl bewies der 53-Jährige dabei nicht zuletzt im Umgang mit den über 650 Gesellschaftern aus der Haniel-Familie, denen er in diesem Jahr einen Verzicht auf die Dividende zumuten musste.

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Sein Durchsetzungsvermögen zeigte sich in den tiefen Einschnitten, die er dem Unternehmen verordnete, um wieder Bewegungsfreiheit zu gewinnen. Das größte Aufsehen errege dabei wohl die abrupte Trennung von Celesio-Chef Markus Pinger, die offiziell mit unterschiedlichen Auffassungen zur Führung des Unternehmens begründet wurde. Außerdem machte sich der Finanzexperte daran, den drückenden Schuldenberg des Konzerns zu reduzieren und verkaufte dafür Aktienpakete der Metro, von Celesio sowie des Spezialversandhändlers für Geschäftsausstattung Takkt.

Nach einem Jahr an der Konzernspitze sieht der Manager erste Erfolge seiner Arbeit. Zwar lasten noch immer Schulden in Höhe von 1,8 Milliarden Euro auf Haniel, doch gewinne das Unternehmen allmählich wieder an Spielraum. Es könne „sozusagen vom Feuerlösch- auf den Wachstumsmodus umschalten“, meinte Gemkow kürzlich in einem Interview.

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Zusätzlichen Spielraum könnte dem Unternehmen ein weiterer Verkauf von Tafelsilber geben. Gemkow denkt immerhin über einen Komplettverkauf der Mehrheitsbeteiligung an Celesio nach. Der Pharmagroßhändler ist an der Börse mit rund 2,7 Milliarden Euro bewertet. Der Verkauf der gut 50-Prozent-Beteiligung könnte also eine Milliardensumme in die Firmenkasse spülen und der Befreiungsschlag sein.

„Wir stehen vor großen Veränderungen“, betonte Gemkow in der jüngsten Ausgabe des Firmenmagazins „enkelfähig“ mit Blick auf das Unternehmen. Doch sei er zuversichtlich. Schließlich habe sich der Konzern im vergangenen Vierteljahrtausend schon oft neu erfunden: „Veränderungen liegen in der DNA von Haniel.“

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