Verbraucherindex 2015: Die Deutschen wollen Geld ausgeben

Verbraucherindex 2015: Die Deutschen wollen Geld ausgeben

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Models sitzen auf der Möbelmesse IMM-Cologne.

von Niklas Dummer

Die Deutschen sind in Kauflaune. Vor allem die jungen – allerdings fehlt ihnen oft das Geld. Was ganz oben auf der Einkaufsliste der Deutschen steht.

Trotz Euro-Krise, drohendem Grexit und dem Konflikt im Nahen Osten – die Deutschen sind konsumfreudig. Sieben von zehn Bürgern hierzulande würden gerne Geld für Neuanschaffungen ausgeben. Das zeigt der aktuelle Verbraucherindex der CreditPlus Bank, für den 2000 Deutsche befragt wurden.

Ganz oben auf der Einkaufsliste: Möbel. Die Wohnung soll Wärme und Gemütlichkeit vermitteln – das findet jeder neunte Deutsche, wie eine Befragung von TNS-Infratest im Auftrag des Versandhändlers Otto ergab. Folgerichtig gaben vier von zehn Befragten an, in den nächsten drei Monaten ein neues Möbelstück kaufen zu wollen. Besonders gefragt sind Wohnzimmer- und Schlafzimmermöbel.

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Welche Möbel die Deutschen wollen

  • Rang 7

    Wenig gefragt sind hierzulande Esszimmermöbel. Nur 13 Prozent gaben an, in den nächsten Monaten neue anschaffen zu wollen.

    Befragt wurden 810 Deutsche – Mehrfachnennung war möglich.

  • Rang 6

    Auch die meisten Kinder gehen leer aus. Ebenfalls nur 13 Prozent wollen neue Kinderzimmermöbel kaufen.

  • Rang 5

    16 Prozent haben keine genauen Pläne, was den Möbelkauf betrifft, wollen aber zulangen.

  • Rang 4

    Wichtiger ist den Deutschen in diesem Jahr das Bad. Jeder Fünfte will hierfür neue Möbel erstehen.

  • Rang 3

    Vier von zehn Deutschen wollen in den nächsten Monaten Möbel für ihre Küche kaufen.

  • Rang 2

    36 Prozent planen neue Schlafzimmermöbel anzuschaffen.

  • Rang 1

    Mehr als jeder zweite Deutsche will sein Wohnzimmer neu einrichten. 53 Prozent der Befragten gab an, neue Wohnzimmermöbel kaufen zu wollen.

Zwei Drittel wollen für die neuen Möbel allerdings maximal 1250 Euro ausgeben, jeder Fünfte will zwischen 1250 und 2500 Euro ausgeben. Damit ist das Ausgabenpotenzial für die Möbelhändler eher gering.

Bessere Aussichten haben Autohändler. 15 Prozent der Deutschen planen, sich in diesem Jahr einen Wagen zuzulegen – zwei Drittel von ihnen wollen einen Neuwagen. Zwar ist die Zahl im Vergleich zu denen, die Möbel kaufen wollen vergleichsweise gering - dafür ist die Ausgabenbereitschaft umso höher. Knapp 60 Prozent der Befragten wollen mehr als 12.500 Euro ausgeben; zehn Prozent sogar mehr 37.500 Euro.  

Auch Reisen sind im Trend. Jeder Dritte ist bereit, dafür mehr als 2500 Euro auszugeben – jeder Zweite will zwischen 1250 und 2500 Euro für den Urlaub investieren.

Ob sich die Deutschen alles leisten können, was sie zu kaufen planen, ist allerdings fraglich. Denn nicht jeder hat die Möglichkeit dazu: 55 Prozent der Befragten würden gerne mehr Geld ausgeben, haben aber nicht die Möglichkeiten dazu. Besonders bei den unter 35-Jährigen ist das der Fall.

Ein Kredit für das neue Auto

Nichtsdestotrotz sind gerade sie optimistisch, was die Zukunft betrifft. 85 Prozent der unter 35-Jährigen rechnen mit einem höheren Einkommen und einem höheren Lebensstandard in den nächsten Monaten.

Umso mehr sind sie bereit,  für ein neues Möbelstück oder ein neues Fahrzeug einen Kredit aufzunehmen. Während das in dieser Altersgruppe jeder Zweite angab, war es bei den Rentnern nur jeder Dritte.

Was den Deutschen beim Möbelkauf wichtig ist

  • Zur Studie

    Die Wohnstudie wurde 2015 vom Marktforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführt – im Auftrag des Versandhändlers Otto. Im Rahmen einer repräsentativen Online-Panel-Befragung wurden 1336 Deutsche ab 18 Jahren befragt. Zudem wurden mit 15 Verbrauchern ausführliche Interviews geführt.

  • Rang 10

    36 Prozent der Befragten sagten, ihnen seien moderne Farben und Formen wichtig. Wobei sich ältere Paare, Singles und Familien weniger dafür interessieren.

  • Rang 9

    Ob Produkte nachhaltig hergestellt worden oder nicht ist vor allem für die älteren Semester wichtig. Insgesamt 44 Prozent der Befragten sagte, sie legten Wert auf eine nachhaltige Herstellung.

  • Rang 8

    46 Prozent gaben an, dass ihnen Individualität wichtig sei. Besonders ältere Paare, sogenannte Empty Nester, also Eltern, deren Kinder mittlerweile alleine wohnen, interessieren sich dafür. Bei älteren Singles ist der Anteil dagegen eher gering.

  • Rang 7

    Dass die Möbel flexibel für verschiedene Nutzungsvarianten einsetzbar sind, interessiert nicht etwa jüngere Singles und Paare, sondern vor allem ältere Familien. Insgesamt gaben 48 Prozent an, dass ihnen die flexible Nutzungsweise ihrer Möbel wichtig ist.

  • Rang 6

    Der Preis ist Altersgruppen übergreifend jedem zweiten wichtig. Für junge Paare hat einzig und allein die Optik einen noch höheren Wert.

  • Rang 5

    Vor allem Familien mit Kindern legen Wert auf schadstofffreie Möbel. Insgesamt gaben 61 Prozent an, dass ihnen das wichtig ist – allerdings interessierten sich beispielsweise nur jedes vierte jüngere Paare ohne Kinder für die Schadstofffreiheit, während es bei den jungen Familien 64 Prozent waren.

  • Rang 4

    Vor allem ältere Familien und Empty Nester legen Wert darauf, dass die Möbelstücke leicht zu reinigen sind. Von allen Befragten gaben 70 Prozent an, dass ihnen die einfache Reinigung wichtig ist.

  • Rang 3

    Für Familien ist die Langlebigkeit eines Möbelstücks genau so wichtig wie seine Optik. Jüngere Paare und Singles legen darauf dagegen weniger Wert. Insgesamt ist sie 72 Prozent aller Befragten wichtig.

  • Rang 2

    Die Funktionalität ist für 74 Prozent der Deutschen wichtig. Familien geben sogar an, dass die Funktionalität eines Möbelstücks wichtiger als seine Optik ist.

  • Rang 1

    Insgesamt gaben drei Viertel aller Befragten an, dass ihnen eine ansprechende Optik wichtig sei. Vor allem junge Singles, junge Paare und Empty Nester legen Wert darauf. Für ältere Singles ist die Optik deutlich weniger relevant (38 Prozent).

Der Optimismus hat allerdings nicht alle Bürger erreicht. Jeder dritte Bundesbürger hält Käufe aktuell zurück, weil er mit einer Deflation rechnet.

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Ein besonderes Problem sind die Rentner. Viele von ihnen haben große finanzielle Spielräume, nutzen diese aber nicht. Jeder Vierte von ihnen hätte das notwendige Geld für größere Neuanschaffungen, spart sich diese aber – dagegen ist nur jeder zehnte Rentner, der das notwendige Geld hat, auch bereit dieses auszugeben.

Sie sparen das Geld lieber für unerwartete Ausgaben – damit gehören sie zu einer kleinen Gruppe. Ein Viertel der Deutschen hat weniger als 625 Euro für solche Ausgaben zurückgelegt hat, jeder Zehnte sogar nichts.

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