Verdi-Tarifkommission: Karstadt vor harten Verhandlungen

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Verdi-Tarifkommission: Karstadt vor harten Verhandlungen

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Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hofft auf das Verständnis der Gewerkschaft. Die will die Warenhauskette zurück zur Tarifbindung bewegen.

Kehrt Karstadt zum Tarif zurück? Die Chancen für die Angestellten stehen schlecht. Zu groß sind die Probleme, die die Warenhauskette vor sich herschiebt.


Am Mittwoch beginnen in Hannover die Gespräche zwischen Karstadt und Verdi. Zwei Tage werden die Karstadt-Geschäftsführung und die Arbeitnehmervertreter darüber verhandeln, ob und falls ja, in welcher Form Karstadt zur Tarifbindung zurückkehrt. Die Warenhauskette hatte im Mai 2013 einen bis 2015 befristeten Ausstieg aus der Tarifbindung verkündet. Der kriselnde Konzern will sich so Lohnerhöhungen sparen.

Bei der Gewerkschaft Verdi hatte dieser Schritt erbitterte Proteste ausgelöst. Das Ziel der Tarifkommission lautet daher klar: Rückkehr in die Tarifbindung des Flächentarifs des Einzelhandels. "Die Beschäftigten brauchen endlich Klarheit über ihre Zukunft", heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes kritisiert: "Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten für Managementfehler und fragwürdige Zukunftsstrategien büßen und noch länger Verzicht üben müssen. Wir verhandeln nicht über Filialschließungen. " Im Fokus stünden Standort- und Beschäftigungssicherung. Derzeit sind mehr als 20.000 Menschen bei Karstadt beschäftigt. Die Warenhäuser setzten im Geschäftsjahr 2012/2013 rund 3,1 Milliarden Euro um.

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Interne Zahlen Karstadt nimmt Umsatzprognosen zurück

Die Umsätze von Karstadt entwickeln sich schlechter als geplant. Nach einer vertraulichen Mittelfristplanung, die der WirtschaftsWoche vorliegt, rechnet der Warenhauskonzern 2013 mit 232 Millionen Euro Umsatz weniger.

Karstadt-Filiale in Essen Quelle: dpa

Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hatte Verdi zuletzt um Unterstützung bei der Sanierung gebeten. "Eigentlich müssten wir bei Karstadt sagen: Der Feind sitzt nicht drinnen, sondern da draußen - die Konkurrenz, das Internet. Stattdessen haben wir einen internen Konflikt", sagte Berggruen der "Süddeutschen Zeitung". Mitten in der Restrukturierung des angeschlagenen Warenhauskonzerns helfe das nicht. Im Zuge des Programms "Karstadt 2015" sollen die Häuser modernisiert und die Kollektionen für die Kunden attraktiver werden - mit bisher überschaubarem Erfolg. Egal, ob Marken- oder Online-Offensive, Filialmodernisierungen oder Imagewandel – Noch-Karstadt-Chef Andrews Jennings und Bergguens Wirken scheint von den meisten Kunden kaum registriert, geschweige denn honoriert zu werden.

Der einst als Retter gefeierte Milliardär Berggruen hatte Karstadt 2010 aus der Insolvenz heraus übernommen. Mittlerweile kontrolliert er nur noch das kriselnde Kerngeschäft mit den verbliebenen 83 klassischen Warenhäusern. Die Mehrheit an den Luxus-Kaufhäusern um das Berliner KaDeWe und den Sport-Geschäften hat im vorigen Jahr der österreichische Investor Rene Benko übernommen. Ob Benko bald auch noch die Warenhäuser übernimmt ist offen. Auf die Frage, ob er sie verkaufen wolle, antwortet Beggruen ausweichend: „Wesentlich ist doch: Karstadt muss den Turnaround schaffen.“ Arbeitnehmervertreter hatten mehrfach die Sorge geäußert, Karstadt könne zerschlagen oder mit der Metro -Tochter Kaufhof zusammengelegt werden. Für Klarheit sorgte der US-Investor einmal mehr nicht.

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