Bastei Lübbe rutscht in die roten Zahlen

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Verlag: Bastei Lübbe rutscht in die roten Zahlen

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Romanhefte des Verlages Bastei Lübbe

von Georg Buschmann

Der Kölner Verlag Bastei Lübbe musste nach einem WirtschaftsWoche-Bericht seine Abschlüsse korrigieren. Statt eines dicken Gewinns steht nun für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Minus.

Bastei Lübbe präsentierte am Mittwoch die korrigierten Zahlen für die beiden abgelaufenen Geschäftsjahre. Das börsennotierte Unternehmen musste die Konzernabschlüsse wegen windiger Geschäfte mit einer mutmaßlichen Briefkastenfirma in London neu aufstellen. Die WirtschaftsWoche hatte im Juli exklusiv darüber berichtet.

Zwei Verkäufe von Unternehmensanteilen an die Londoner Firma Blue Sky Tech Ventures hatten Bastei in beiden Jahren dicke Gewinne eingebracht. Doch die Recherchen der WirtschaftsWoche nährten Zweifel an den Deals - offenbar auch beim Wirtschaftsprüfer KPMG. Er drohte Bastei Lübbe nach der Veröffentlichung, dem Konzernabschluss das Testat zu entziehen und bestand darauf, dass die beiden Geschäfte rückabgewickelt werden.

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Minus statt Milliardenertrag

Bastei beugte sich diesem Druck und stellte die Konzernbilanzen neu auf. Schon vor der Präsentation der Zahlen am Mittwoch war klar, dass die Rückabwicklung Bastei Lübbe Gewinn kosten würde. Tatsächlich waren die Zahlen, die Bastei-Chef Thomas Schierack vorstellte, noch etwas schlechter als ursprünglich vom Unternehmen befürchtet. Für 2014/2015 fällt der Gewinn von gut zehn auf drei Millionen Euro. Und das im März abgelaufene Geschäftsjahr 2015/2016 beendet Bastei Lübbe statt mit acht Millionen Euro Ertrag sogar mit 0,3 Millionen Euro Verlust.

PremiumBastei Lübbe Fragwürdige Geschäfte schönen die Zahlen des Verlags

Ein großer Teil der Gewinne von Bastei Lübbe entsteht aus fragwürdigen Deals und kreativer Bilanzierung. Vielen Aktionären blieb das verborgen.

Romanhefte des Verlages Bastei Lübbe Quelle: dpa

Besonders pikant: Nicht nur die beiden von der WirtschaftsWoche kritisierten Geschäfte mussten die Kölner rückabwickeln. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Verlag kurz vor dem Bilanzstichtag des abgelaufenen Geschäftsjahrs einen weiteren Deal mit der mutmaßlichen Briefkastenfirma abgeschlossen. So steht es im neu aufgelegten Geschäftsbericht auf Seite 96.

Demnach hat eine Blue-Sky-Tochter am 30. März für zwei Millionen Euro Lizenzen von Bastei gekauft. Die zwei Millionen Euro Umsatz und der Gewinn, die durch diesen Deal in die Bücher gezaubert wurden, sind nun wieder futsch. Auch in die Bilanz des Kölner Verlags schlugen die Korrekturen eine gewaltige Schneise. Das Eigenkapital, also das Reinvermögen des Unternehmens, sank um gut zwölf Millionen Euro auf knapp 50 Millionen. Die Eigenkapitalquote fiel von 53 auf 44 Prozent.

"Die Konzernfinanzierung ist gesichert"

Immerhin die Gläubiger der 30 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe konnte Schierack beruhigen. Sie werde wie geplant am kommenden Mittwoch zurückgezahlt. Zur Refinanzierung hat Bastei Lübbe bei einem Bankenkonsortium einen Kredit von mehr als 50 Millionen Euro aufgenommen. Doch der Vertrag beruhte auf den alten Konzernabschlüssen, die Banken hätten ihn wegen der Unregelmäßigkeiten kippen können. Schierack sagt jedoch, dass Bastei sich mit den Instituten darauf verständigt habe, dass sie von ihrem Kündigungsrecht keinen Gebrauch machen. Der Betrag sei bereits an Bastei Lübbe überwiesen. „Die Konzernfinanzierung ist gesichert“, so Schierack.

Bastei Lübbe Nur zwei statt acht Millionen Euro Gewinn?

Das Kölner Verlagshaus muss seinen Gewinn für die vergangenen beiden Geschäftsjahre massiv nach unten korrigieren. Dahinter stecken dubiose Geschäfte, die von der WirtschaftsWoche aufgedeckt worden waren.

Bücher des Kölner Verlages Bastei Lübbe. Quelle: dpa

Mehr noch: Bastei Lübbe wird sogar den Dividendenvorschlag für das abgelaufene Geschäftsjahr aufrechterhalten – trotz 0,3 Millionen Euro Verlust. Zehn Cent je Aktie, also insgesamt rund 1,3 Millionen Euro, sollen die Anteilseigner im November überwiesen bekommen. Gespart wird dafür an anderer Stelle. Wie es aus Unternehmenskreisen heißt, werden die Vorstände und Führungskräfte bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse nicht mehr, wie sonst jahrelang üblich, im noblen Hotel „Frankfurter Hof“ untergebracht, sondern müssen mit günstigeren Etablissements Vorlieb nehmen.

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