Verlag: Insolvenzverfahren für Suhrkamp eröffnet

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Verlag: Insolvenzverfahren für Suhrkamp eröffnet

, aktualisiert 07. August 2013, 13:33 Uhr
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Der Suhrkamp-Verlag geht in die Insolvenz.

Für den Suhrkamp-Verlag ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die zuständige Richterin vom Amtsgericht Berlin Charlottenburg bestätigte einen entsprechenden Bericht.

Für den traditionsreichen Suhrkamp-Verlag ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die zuständige Richterin Mechthild Wenzel vom Amtsgericht Berlin Charlottenburg bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung „Die Welt“. Sie habe das Verfahren über das Vermögen der Suhrkamp KG am Dienstagabend eröffnet, so Wenzel.

Der Suhrkamp-Verlag auf einen Blick

  • Peter Suhrkamp

    1950 gründete Peter Suhrkamp den gleichnamigen Verlag. Er hat mit seinen regenbogenfarbigen Bänden jahrzehntelang das intellektuelle Klima in Deutschland geprägt. Große Autoren wie Bertolt Brecht, Hermann Hesse, Martin Walser fanden dort ihre geistige Heimat. Heute gehören Namen wie Durs Grünbein, Sybille Lewitscharoff und Uwe Tellkamp zum Programm.

  • "Verlegen Autoren, nicht Bücher"

    Nach dem Tod des Verlagsgründers übernahm 1959 der frühere Lektor Siegfried Unseld das Haus und führte über Jahrzehnte die vielgerühmte „Suhrkamp-Kultur“ weiter. „Wir verlegen keine Bücher, sondern Autoren“, lautet der Leitsatz. Verlegerwitwe Ulla Unseld-Berkéwicz, seit 2003 an der Geschäftsspitze, hält an einem exquisiten Programm fest. Der Verlag zog auf Betreiben der Verlegerin Anfang 2010 von seinem Stammsitz in Frankfurt nach Berlin.

  • Portfolio und Töchter

    Mehr als 10 000 Titel hat das Haus in seinen verschiedenen Reihen herausgebracht. Zur Verlagsgruppe gehören neben dem Flaggschiff Suhrkamp auch der Inselverlag, der Deutsche Klassiker Verlag, der Jüdische Verlag und der von Berkéwicz neu gegründete Verlag der Weltreligionen.

Der Insolvenzplan sieht nach Angaben des Unternehmens die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft vor. Dieser Schritt sichere die Existenz und Handlungsfähigkeit des Verlags, teilte das Traditionshaus am Mittwoch in Berlin mit.

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Der Gesellschafterstreit werde das operative Geschäft nicht länger beeinträchtigen können, hieß es. Zukünftig soll ein Vorstand eigenverantwortlich handeln. Verlagschefin Ursula Unseld-Berkéwicz, die 61 Prozent am Unternehmen hält, ist mit dem Minderheitsgesellschafter Hans Barlach (39 Prozent) seit Jahren zerstritten. Am Dienstag hatte das Amtsgericht Charlottenburg das Insolvenzverfahren eröffnet.

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Ende Mai hatte der Verlag ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Danach haben die Beteiligten bis zu drei Monate Zeit, Sanierungsvorschläge zu unterbreiten.

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