Verlag: Niedrigere Boni für den Bastei-Chef Schierack

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Verlag: Bastei Lübbe rutscht in die roten Zahlen

Niedrigere Boni für den Bastei-Chef Schierack

Der Konzern könnte auch beim Chef höchstpersönlich noch Geld herausholen: Schierack bekam für das abgelaufene Geschäftsjahr ausweislich des ursprünglichen Geschäftsberichts eine erfolgsabhängige variable Vergütung von mehr als einer halben Million Euro – bei einem Grundgehalt von 400.000 Euro.

Weil dieser Wert auch aufgrund des aufgehübschten Gewinns zustande kam, könnte die Gesellschaft einen Teil davon zurückbekommen. In der am Mittwoch veröffentlichten neuen Version des Geschäftsberichts wird die variable Vergütung von Schierack für 2015/2016 nur noch mit 408.000 Euro angegeben. Der Chef selbst erklärt dazu, die Tantiemen würden noch neu berechnet. Ob und wann es zu einer Rückzahlung käme, könne er aber nicht sagen. Dies sei Sache des Aufsichtsrats.

Bastei Lübbe Aufsichtsrat tritt geschlossen zurück

Das dreiköpfige Kontrollgremium des börsennotierten Verlags Bastei Lübbe wird seine Ämter im kommenden Monat niederlegen. Ins Rollen gebracht hat die Personalrochade eine Geschichte der WirtschaftsWoche.

Bücher des Verlages Bastei Lübbe Quelle: dpa

Bastei-Lübbe bestreitet Verkauf an Briefkastenfirma

Auch zu den fragwürdigen Geschäften an sich hatte Schierack am Mittwoch wenig Erhellendes beizutragen. Er hält daran fest, dass die britische Firma Blue Sky Tech Ventures keine Briefkastenfirma sei. Die WirtschaftsWoche hatte bei ihren Recherchen im Juli keine operative Tätigkeit und am angegebenen Sitz keine Büros des Unternehmens gefunden. Auch die Eigentümerstruktur deutet auf ein Konstrukt hin, das die wahren Motive des Unternehmens verschleiern soll. Einen Geschäftsbericht hat das Unternehmen bisher nicht veröffentlicht.

Licht ins Dunkel konnte Schierack nicht bringen. Ob Blue Sky neben Bastei Lübbe auch andere Geschäftspartner hat, wollte der Bastei-Chef nicht sagen. Er habe keinen Einblick in das Unternehmen, über das Bastei Lübbe laut KPMG die wirtschaftliche Verfügungsgewalt hat. Seine Einschätzung, dass es sich bei Blue Sky nicht um eine Briefkastenfirma handele, begründet Schierack damit, dass sie immerhin einen kleinen Teil der bei den Unternehmensverkäufen vereinbarten Kaufpreise tatsächlich bezahlt hat.

Verlag Bastei Lübbe äußert sich zu Vorwürfen

Der Bericht der WirtschaftsWoche zu möglichen Bilanztricks des Verlags Bastei Lübbe hat Aktionäre aufgeschreckt. Nun hat das Unternehmen reagiert. Doch die Zweifel bleiben groß.

Bücher des Verlags Bastei Lübbe. Quelle: dpa

Rund eine Million Euro habe Bastei bisher erhalten, vereinbart waren allerdings 4,6 Millionen. Die Zahlungsfrist hat Bastei nun schon zum zweiten Mal verlängert, diesmal bis Ende November.

Dass das Geld wirklich fließt, scheint Schierack nicht mehr zu glauben. Er rückt einen Ausfall der Forderung inzwischen in den Bereich des Möglichen. Zuvor hatte er immer wieder betont, das Geld würde bald eingehen. Immerhin würde es Bastei Lübbe nicht mehr hart treffen, wenn der Kaufpreis tatsächlich nicht flösse. Denn die Forderungen gegen Blue Sky sind dank der Korrekturen inzwischen aus der Bastei-Bilanz ausgebucht.

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Von dieser Seite dürfte Aktionären also vorerst kein weiteres Ungemach drohen. Für die Hauptversammlung am 30. November werden sie wohl dennoch einige Fragen an den Vorstandsvorsitzenden haben.

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