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Versandapotheke: Europa Apotheek zahlt Kunden neuen Bonus

von Stephanie Heise

Neue Runde im Streit um Rezeptboni – die Niederländer senken zugleich Preise für nicht verschreibungspflichtige Medikamente.

Europa Apotheek Quelle: AP
Die Europa Apotheek Venlo, Partner der deutschen Drogeriekette dm, stellt ihr Bonusmodell für rezeptpflichtige Medikamente um. Quelle: AP

Die niederländische Versandapotheke Europa Apotheek, die hierzulande mit der Drogeriekette dm kooperiert, reagiert jetzt auf ihre jüngste Niederlage vor Gericht und stellt ihr Bonusmodell für rezeptpflichtige Medikamente um. Von heute an wird dem Kunden pro verschreibungs- und zuzahlungspflichtigem Medikament direkt mit seiner Bestellung 2,49 Euro verrechnet. Bei zuzahlungsbefreiten Patienten wird der Betrag auf ein Bonuskonto gutgeschrieben.

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Grund dafür ist ein Urteil des Oberlandesgerichts München. Der Bayerische Apothekerverband hatte die Niederländer wegen der Rezeptboni verklagt und recht bekommen. Das Urteil fiel zwar schon 2009. Aber die Europa Apotheek zahlte die Boni weiter. Ende Februar 2012 hatte dann das Gericht der Versandapotheke ein Ordnungsgeld von 400.000 Euro auferlegt. Daraufhin stoppten die Venloer zunächst die Werbung für die Boni.

„Uns ist vom Gericht nur präzise das alte Bonussystem untersagt worden“, erläutert Klaus Gritschneder, Mitgründer und Mitglied der Geschäftsleitung der Europa Apotheek, die neue Strategie gegenüber wiwo.de. Bisher zahlten die Niederländer je nach Preis des Medikaments Boni zwischen 2,50 und 15 Euro.

"Wir stellen uns jetzt auf die Hinterbeine"

Gritschneder ist sich bewusst, dass er auch wegen des neuen Bonusangebots von 2,49 Euro verklagt werden könnte. Ein neuer Prozess könnte allerdings wieder Jahre dauern. „Wir stellen uns jetzt auf die Hinterbeine. Es ist unsäglich, einen derartigen Schutzwall aufzubauen, um Wettbewerb zu verhindern“, sagt Gritschneder. Seit ihrer Gründung 2001 habe die Europa Apotheek rund 30 Millionen Euro an Boni an ihre Kunden ausgezahlt. Das Geschäft mit rezeptpflichtigen Arzneien mache mit 85 Prozent den Löwenanteil des Umsatzes aus.

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Da die Boni künftig niedriger ausfallen, wolle die Versandapotheke ihre Preise für rezeptfreie Medikamente weiter senken, kündigt Gritschneder gegenüber wiwo.de an.

Das Thema Rezeptboni könnte noch dieses Jahr abschließend geklärt werden: Ein vom Bundeskabinett beschlossener Gesetzentwurf soll die Arzneimittelpreisverordnung auch auf Versandapotheken ausweiten, die im Ausland sitzen. Dann wäre Schluss mit den Boni. Auch das will Apotheek-Mitgründer Gritschneder nicht akzeptieren: „Wir sind überzeugt, dass das nicht mit EU-Recht vereinbar ist.

Der Preis ist bei Arzneien das einzige Differenzierungsmerkmal für die Apotheken. Wenn uns das bei rezeptpflichtigen Medikamenten verboten wird, verstößt das gegen die Freiheit der Berufsausübung über EU-Grenzen hinweg.“

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 01.04.2012, 12:16 UhrHenry_Bleckert

    NS-Nachfolgejustiz - was will man da großartig erwarten. Urteile im Namen des Volkes, gerichtet gegen das Volk ...

    Alles Gute der Europa Apotheek! Ihr seid Niederländer. Was jucken Euch da solche realitätsfremden Urteile aus München?!

    Henry Bleckert, Berlin

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