Versandapotheke: Rezeptboni von Europa Apotheek verboten

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Auf der Internetseite der Europa Apotheek werden die Preise für rezeptpflichtige Medikamente (wie hier im Beispiel für das Schmerzmittel Diclofenac) nicht mehr angezeigt

von Stephanie Heise

Kunden der Versandapotheke Europa Apotheek, die hierzulande mit der Drogeriekette dm kooperieren, können rezeptpflichtige Medikamente nicht mehr online bestellen.

Auch deren Preise werden nicht mehr auf der Web-Site angezeigt. Ein Anruf bei der Hotline hilft nur bedingt: Die Callcenter-Mitarbeiter nennen zwar den Standardpreis für die Arznei, sagen aber nicht, ob der bisher gewährte und offensiv beworbene Rezeptbonus noch gewährt wird: „Dazu darf ich Ihnen nichts sagen.“ Ob der Kunde noch Boni erhalte, erfahre er erst nach der Bestellung – per Rechnung. In Deutschland arbeitet das niederländische Unternehmen mit der Drogeriekette dm zusammen.

Grund für das Chaos ist ein Urteil des Oberlandesgerichts München. Der Bayerische Apothekerverband hatte die Niederländer wegen der Rezeptboni verklagt und recht bekommen. Das Urteil fiel zwar schon 2009. Aber die Europa Apotheek zahlte die Boni weiter. „Offenbar waren die bisher verhängten Ordnungsgelder zu niedrig, um das Urteil durchzusetzen“, sagt Stefan Weber, der das Verfahren als Geschäftsführer des Apothekerverbands durchgefochten hat.

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Werbung für Rezeptboni gestoppt

Vorvergangene Woche hat nun das Oberlandesgericht München der Europa Apotheek auf Antrag des Apothekerverbands ein Ordnungsgeld von 400.000 Euro auferlegt. Das löste in der Versandapotheke Hektik aus, die Werbung für die Rezeptboni wurde gestoppt. Ob sie die Zahlung nun einstelle, sei unklar, sagt Klaus Gritschneder, Mitgründer und Mitglied der Geschäftsleitung der Europa Apotheek. „Wir prüfen gerade juristisch alle Optionen und wollen weiter dafür kämpfen, unseren Kunden den Bonus anbieten zu können.“

Der ebenfalls in den Niederlanden ansässige Konkurrent DocMorris ist von dem Münchner Urteil nicht betroffen. Gegen ihn läuft eine andere Klage, das Urteil steht noch aus. DocMorris zahlt daher nach wie vor Boni auf verschreibungspflichtige Arznei. Das Thema könnte aber noch dieses Jahr abschließend geklärt werden: Ein vom Bundeskabinett beschlossener Gesetzentwurf soll die Arzneimittelpreisverordnung auch auf Versandapotheken ausweiten, die im Ausland sitzen. Dann wäre Schluss mit den Boni. Auch das will Apotheek-Mitgründer Gritschneder nicht hinnehmen: „Ob das so mit dem Europarecht vereinbar ist, sei dahingestellt.“

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