
FrankfurtDem angeschlagenen Versandhändler Neckermann.de droht eine Verschärfung des Arbeitskampfes. „Die Geschäftsführung hält bislang an ihrer harten Linie fest, dass es aus wirtschaftlichen Gründen keine Abfindungen geben könne. Darum sind weitere Streiks nicht ausgeschlossen“, sagte Verdi-Sekretär Bernhard Schiederig am Dienstag in Frankfurt. Am Abend sollte eine Versammlung der Gewerkschaftsmitglieder in den Neckermann-Gesellschaften über das weitere Vorgehen beraten. Mit Ergebnissen ist laut Schiederig aber voraussichtlich erst an diesem Mittwoch zu rechnen.
Am Dienstag bemühten sich beide Seiten weiterhin, per Einigungsstelle einen Kompromiss für die von Entlassung bedrohten Mitarbeiter zu finden. Knackpunkt ist nach Verdi-Angaben neben dem Thema Abfindung die Frage, wie sozialverträglich der Stellenabbau zu schaffen ist. Das vom US-Finanzinvestor Sun Capital beherrschte Unternehmen will nach Plänen des Managements den Eigenhandel mit Textilien sowie das Frankfurter Zentrallager aufgeben und dafür bundesweit 1380 von gut 2400 Vollzeitstellen abbauen.
Die Verdi-Mitglieder hatten bereits im Juni in einer Urabstimmung mit breiter Zustimmung den Weg für unbefristete Streiks frei gemacht. Anfang Juli hatte ein zweitägiger Streik das Zentrallager des Versandhändlers lahmgelegt. Knapp jeder zweite Mitarbeiter in dem Unternehmen ist nach Verdi-Angaben Mitglied der Gewerkschaft.





















