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Versandhaus: Bestellungen zogen an

Versandhaus: Ohne Investor ist Neckermann am Ende

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Bestellungen zogen an

Platz 10: Bonprix

Umsatz 2010: geschätzte 600 Millionen Euro*

Die Otto-Tochter Bonprix ist seit 1986 am Markt. Sie wirbt mit günstigen Preise für junge Mode und spricht damit in erster Linie Frauen an.

* Quelle: EHI Retail Institute - Die Otto-Töchter Bonprix und Witt werden einzeln ausgewiesen.

Bild: Screenshot

Dass Neckermann überhaupt noch kämpfen kann, grenzt schon an ein kleines Wunder. Dem Konzern drohte kurz nach der Insolvenzanmeldung am 18. Juli ein Liquiditätskollaps. Das Geschäft brach weg, zeigen Daten des Marktforschers Nielsen. 4,4 Millionen Besucher zählten die Nielsen-Experten im Juli 2012 auf der Neckermann-Seite, im Vorjahreszeitraum sollen es 5,1 Millionen gewesen sein (siehe Grafik). Die Auswirkungen des Besucherschwunds auf die Bestellungen waren noch gravierender: Die lagen laut Koopmann in den ersten Tagen nach der Insolvenzanmeldung vorübergehend rund 66 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Dann griffen offenbar die Maßnahmen der vorläufigen Verwalter. Das Gros der Lieferanten stellte wieder Ware zur Verfügung, nachdem die Kreditversicherer mitspielten und der Logistikdienstleister DHL wieder Neckermann-Pakete auslieferte. Die Bestellungen zogen an und sollen inzwischen nur noch 13 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Insgesamt sollen die reinen Online-Umsätze im laufenden Jahr trotz der Insolvenz sogar höher liegen als im Vorjahreszeitraum.

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Kunden bestellen wieder mehr

Koopmann führt als eine der Ursachen auch die offensive Werbekampagne an. Bei einigen Vertriebspartnern und Mitarbeitern hätten die Sprüche der Sorte „Insolvent. Na und?“ zwar durchaus für Kopfschütteln gesorgt, räumt Koopmann ein. Insgesamt sei die Kampagne aber gut aufgenommen worden „Das Wichtigste: Die Kunden bestellen jetzt wieder mehr.“

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Während das Kerngeschäft stabilisiert wurde, läuft die Zusammenarbeit mit etlichen externen Vertriebspartnern durchwachsen. Vor der Insolvenz waren rund 170 Shopbetreiber, die ihre Waren über das Neckermann-Portal verkaufen, für rund 20 Prozent der Umsätze verantwortlich. Namhafte Anbieter wie der Schuhhändler Görtz haben sich zurückgezogen. Andere wie der Besteckhersteller WMF, der Zubehörspezialist Hama oder Modelabels wie Cecil dünnten das Sortiment aus oder verhandeln noch mit dem vorläufigen Verwalter.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 26.08.2012, 14:03 UhrGast

    Glaubt denn ernsthaft noch jemand an die Rettung. Bei Neckermann wurde durch Geschäftsführung und Gewerkschaften gleichermaßen reichlich Porzellan zerschlagen. Da spricht die Geschäftsführung von einem aus im Herbst sofern kein Investor gefunden wird und die Gewerkschaft spricht davon, dass Neckermann jetzt Ruhe braucht - ich wünsche weiterhin einen guten Schlaf, aber vielleicht hat ja Verdi bereits einen Investor im Ärmel - oder noch besser - neben den vielen guten Ratschlägen der Herren Betriebsräte, können die doch eigentlich Neckermann samt Schulden gleich kaufen.

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