Versandhaus: Ohne Investor ist Neckermann am Ende

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Versandhaus: Ohne Investor ist Neckermann am Ende

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Ohne neuen Investor ist bei Neckermann im Herbst Schluss.

von Henryk Hielscher

Den Insolvenzverwaltern von Neckermann bleiben nur noch wenige Wochen, um einen Investor zu finden – sonst droht das Aus.

Ursachen für die Insolvenz des Versenders Neckermann gibt es viele – mangelndes Selbstbewusstsein gehört nicht dazu. „Apple, Porsche und Puma sind auch schon mal knapp an der Pleite vorbeigeschrammt“, hieß es zuletzt auf der Neckermann-Seite, gefolgt vom Zusatz: „Redet heute kein Mensch mehr von.“ Mit derlei Werbeslogans buhlt das Management des havarierten Händlers derzeit im Wochentakt um Bestellungen der Kunden.

Grafik Die Besucherzahlen von Neckermann.de im Vergleich zu Amazon Deutschland

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Neckermann als Porsche des Online-Handels? Ein Konzern kurz vor der Wiederauferstehung? Die These klingt in etwa so überzeugend wie die Ankündigung von Schuldentilgung in Griechenland. Nach wie vor kämpft Neckermann ums Überleben. 2400 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe, die Situation bleibt fragil. „Das Unfallopfer wurde notversorgt und in die stabile Seitenlage gebracht“, beschreibt ein Kenner des Unternehmens die Lage, „nun warten alle auf den Krankenwagen.“

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Ein Investor braucht Millionen und Fantasie

Anfang Oktober soll das reguläre Insolvenzverfahren starten, bis Mitte September müssten die vorläufigen Insolvenzverwalter Michael Frege und Joachim Kühne demnach einen Investor präsentieren – oder aber die Weichen in Richtung Abwicklung stellen. „Ohne einen Investor ist bei Neckermann.de im Herbst Schluss“, betont denn auch Geschäftsführer Henning Koopmann, „aus eigener Kraft können wir es nicht schaffen.“ Klar ist: Ein Investor müsste nicht nur Millionen mitbringen, um das seit Jahren defizitäre Geschäft zu drehen. Er bräuchte auch reichlich Fantasie, um schlagkräftigen Rivalen wie Amazon, Otto oder Zalando mit frischen Konzepten Paroli zu bieten.

Zu lange sahen die früheren Eigentümer – erst der Handelskonzern KarstadtQuelle, später der Finanzinvestor Sun Capital – dem Siechtum des Frankfurter Versenders zu. Verluste wurden zwar ausgeglichen, eine wirkliche Sanierung fand hingegen kaum statt. Nach wie vor sind die Kosten zu hoch, gelten Lagerhaltung und Logistik als überdimensioniert. Und das Warenwirtschaftssystem, so heißt es in der Branche, habe allenfalls „antiquarischen Wert“.

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